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Rendsburg Scharfe Kritik an Stadtwerke-Allianz
Lokales Rendsburg Scharfe Kritik an Stadtwerke-Allianz
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14:48 17.11.2019
Von Hans-Jürgen Jensen
Sie unterschrieben die Verträge für die neue Stadtwerke-Allianz: Wolfgang Schoofs (von links) und Helge Spehr, die Geschäftsführer der Stadtwerke von Schleswig und Rendsburg, Eckernfördes Bürgermeister Jörg Sibbel und sein Rendsburger Kollege Pierre Gilgenast. Quelle: Hans-Jürgen Jensen
Rendsburg

Das neue Unternehmen soll einen Jahresumsatz von rund 180 Millionen erwirtschaften, 75.000 Kunden mit Energie, Wasser und schnellem Internet versorgen sowie knapp 500 Mitarbeiter beschäftigen. Mit ihrer Allianz wollen die Stadtwerke insgesamt jährlich 2,5 Millionen Euro einsparen. Die drei Stadtwerke bleiben unter dem Dach der gemeinsamen Gesellschaft bestehen.

Die neue Allianz biete den Kunden Versorgungssicherheit, erklärte Jörg Sibbel (CDU), der Eckernförder Bürgermeister. Die den Stadtwerken gehörenden Häfen und Schwimmbäder blieben erhalten, versicherten Vertreter der Städte. 

Ratsversammlungen für Stadtwerke-Allianz

Vor den Unterschriften unter den Verträgen im feinen Ringhotel Waldschlösschen in Schleswig stimmten die Ratsversammlungen der drei Städte in den zurückliegenden Tagen der Kooperation zu. In Eckernförde und Schleswig war das einstimmig. In Rendsburg stimmten sechs Politiker dagegen.

Die "Kooperation auf Augenhöhe" stärke die Region, meinte Helge Lehmkuhl (CDU), Erster Stadtrat in Schleswig. Die Allianz könne neue Angebote für ihre Kunden entwickeln. "Ich glaube, dass wir auf dem richtigen Weg sind." Ohne die Kooperation könnten die drei Stadtwerke langfristig nicht überleben, meinte der Eckernförder Jörg Sibbel.

SPD kritisiert Stadtwerke-Allianz scharf

Scharfe Kritik übte der Rendsburger SPD-Fraktionschef René Sartorius. Die Allianz sei "ein langfristig geplantes Arbeitsplatzvernichtungsprogramm".  Er räumte ein, dass der Arbeitsplatzabbau sozialverträglich sein soll. So schließt das neue Unternehmen betriebsbedingte Kündigungen aus. Der SPD-Politiker sieht jedoch "keine Anhaltspunkte, dass diese Kooperation erfolgreich mit neuen Produkten und Ideen an den Markt gehen will und dadurch auch neue Arbeitsplätze für die Region geschaffen werden".

Den Vorwurf, es gehe um die Vernichtung von Arbeitsplätzen wiesen Vertreter der neuen Allianz am Freitag entschieden zurück. Das sei "absoluter Unsinn", erklärte der Schleswiger Erste Stadtrat Lehmkuhl (CDU). Der Vorwurf sei falsch, sagte Rendsburgs Bürgermeister Pierre Gilgenast (SPD). Die Allianz sichere Arbeitsplätze, hieß es. "Wir brauchen jeden Mann und jede Frau", versicherte Eckernfördes Bürgermeister Jörg Sibbel. Er könne aber nicht versprechen, dass jeder frei werdende Arbeitsplatz wieder besetzt wird.

FDP Rendsburg spricht von einem "historischen Ereignis"

Rendsburgs FDP-Chef Fritjof Wilken nennt die Kooperation "ein historisches Ereignis". Er erwarte, dass die Rendsburger Stadtwerke ab 2022 wieder Gewinne an den klammen Haushalt der Stadt abführen. Stadtwerke-Geld floss zuletzt 2018 in die Rendsburger Kasse, 1,1 Millionen Euro, erklärte Kämmerer Herwig Schröder auf Nachfrage.

Die Kooperation werden auch die Rendsburger Stadtwerke "langfristig stark halten", sagte CDU-Fraktionschefin Anja von Allwörden. "Drei gesunde Unternehmen kooperieren und werden sich als kraftvolles Team diesen Anforderungen stellen."

Die bisherigen Chefs der Stadtwerke werden Geschäftsführer

Die neue Gesellschaft hat drei Geschäftsführer, es sind die bisherigen Chefs der drei Stadtwerke, Dietmar Steffens aus Eckernförde, Helge Spehr aus Rendsburg und Wolfgang Schoofs aus Schleswig. Alle drei Geschäftsführer leiten gemeinsam jedes einzelne Stadtwerk.

Eine Aufgabenanalyse habe ergeben, dass drei Spitzen nötig seien, sagte Rendsburgs Bürgermeister Pierre Gilgenast. Die dreiköpfige Führung bilde die "alte Struktur" der drei Stadtwerke ab "wie wir sie vorgefunden haben", erklärte Helge Lehmkuh, der Erste Stadtrat aus Schleswig. Unverrückbar festgeschrieben sei das aber nicht, hieß es hinter vorgehaltener Hand. Aufsichtsratsvorsitzender der neuen Gesellschaft ist für die nächsten drei Jahre Eckernfördes Bürgermeister Jörg Sibbel.

Stadtwerke SH starten am 1. Januar 2020

Die neue Gesellschaft mit Namen Stadtwerke SH soll am 1. Januar 2020 ihre Arbeit aufnehmen. Erste Verhandlungen für die neue Allianz wurden Mitte 2016 nach Spitzengespräche zwischen den Rendsburger und Schleswiger Stadtwerken öffentlich. Im September 2018 schloss sich Eckernförde an. Bei dem Zusammenschluss geht es ausdrücklich nicht um eine Fusion. 

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