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Rendsburg Starkregen verursacht Schäden in Felde
Lokales Rendsburg Starkregen verursacht Schäden in Felde
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17:21 01.08.2019
Von Florian Sötje
Ein Überlaufbecken an der Garage sollte den Keller im Felder Lindenweg vor Überflutung schützen, aber die Wassermassen waren zu gewaltig, sodass die Feuerwehr am Mittwoch Garage und Keller auspumpen musste. Quelle: Sven Janssen
Felde/Westensee

Das Gewitter wütete nur etwa eine halbe Stunde im Bereich Felde und Westensee. Doch das reichte, um einige Schäden zu verursachen. Zeitweise stand die Dorfstraße unter Wasser, im Seekatenweg riss der Regen Löcher in den Asphalt. Hier hatte das Unternehmen TNG erst kürzlich Glasfaserkabel verlegt. Die Gruben von den Bauarbeiten waren noch nicht wieder richtig verfüllt worden. Das kam den Wassermassen zugute. Die Mitarbeiter des Felder Bauhofs stopften die Löcher am Donnerstagmittag, sodass der Weg für Autos wieder befahrbar war.

Schwere Schäden im Jugendzentrum und der Kita in Felde

Am härtesten traf es das Felder Jugendzentrum und die benachbarte Kindertagesstätte. Beide Einrichtungen liegen in einer Senke. Hier wühlte das Wasser ebenfalls Sand und Geröll auf und suchte sich seinen Weg. Andre Sponholz und Konstantin Pozdnyakov vom Felder Bauhof füllten auch hier aufgerissene Wege mit Sand wieder auf. "Am Montag und Dienstag haben wir noch die Gullis in der Gemeinde von Laub und Sand befreit", sagte Andre Sponholz. Einige Straßen hätte es bei dem Gewitter sonst noch stärker treffen können. Auch die Fläche vor dem Bauhof habe am Mittwochnachmittag unter Wasser gestanden. "So etwas haben ich in meiner Zeit beim Bauhof noch nicht erlebt", sagte Sponholz.

Viele vollgelaufene Keller in den Gemeinden Felde und Westensee

Bürgermeisterin Petra Paulsen (SPD), die sich gestern vor Ort einen Überblick verschaffte, sagte: "Das Wasser hatte das komplette Jugendzentrum überflutet." Jannik Hermann von der Neumünsteraner Firma Specht, spezialisiert auf Wasser- und Brandschadensanierung, nahm den Schaden unter die Lupe. Er war bis Donnerstagmittag schon in insgesamt sechs privaten Haushalten in Felde und Westensee gewesen, um Schäden in voll gelaufenen Kellern einzuschätzen.

Im Felder Jugendzentrum müssen alle Bodenbeläge erneuert werden

Im Jugendzentrum fand das Wasser seinen Weg in alle Räume: Gruppenraum, Büro, Computer- und Abstellraum. Hermanns Fazit: "Im Jugendzentrum müssen alle Bodenbeläge raus. Das betrifft neben den Teppichen auch den Vinylboden im Gruppenraum." Da sich in Letzterem die Styropor-Dämmung unter dem Vinylboden mit Wasser vollgesogen hat, müssen die Fachleute hier mit einem Unterdruckverfahren arbeiten. Dazu werden in einem bestimmten Raster Löcher in den Boden gebohrt und mit Schläuchen versehen, um die Feuchtigkeit heraus zu saugen.

Sonst keine gemeindlichen Liegenschaften im Amt Achterwehr betroffen

Wann das Ausräumen, Lagern und Trockenlegen im Jugendzentrum beginnt, war gestern noch offen. Man werde nun gemeinsam mit dem Amt einen Plan entwerfen, sagte Bürgermeisterin Paulsen. Die Arbeiten sollten "sobald wie möglich losgehen". Marcel Hamann, beim Amt Achterwehr zuständig für Hoch- und Tiefbau sowie Entwässerungstechnik, warf ebenfalls einen Blick auf die Schäden. "Außer dem Jugendzentrum und der Kita in Felde sind keine gemeindlichen Liegenschaften im Amt von dem Unwetter betroffen", sagte Hamann.

Priorität hat die Beseitigung des Schadens im Multifunktionsraum der Kita

Die Ferienbetreuung, die derzeit im Jugendzentrum stattfindet, wird die Räume aber vorerst weiter nutzen können. Priorität hat nämlich der Multifunktionsraum in der Kindertagesstätte. Dort lief das Wasser durch eine Außentür herein und setzte den Teppich komplett unter Wasser. Auch hier muss mit einem Unterdruckverfahren gearbeitet werden. Der Raum soll aber nutzbar bleiben.

Elf Einsätze für die Feuerwehr Felde

Die Feuerwehr Felde rückte gestern zu insgesamt elf Einsätzen aus. Großteils waren Keller vollgelaufen, sagte Wehrführer Oliver Schodt. "Zum Teil standen ganze Fahrstuhlschächte oder Garagen 50 bis 70 Zentimeter unter Wasser", sagte der Wehrführer. Da aufgrund der Wassermassen schnelle Hilfe notwendig gewesen sei, bekamen die Felder Kameraden Unterstützung von zwei Einsatzwagen aus Achterwehr.

Alle drei Ortswehren aus Westensee waren gemeinsam im Einsatz

In Westensee waren alle drei Ortswehren gemeinsam am Mittwochnachmittag im Einsatz, um den Wassermassen Herr zu werden, sagte der Westenseer Ortswehrführer Norbert Stofhas. Sechs Keller mussten die Kameraden abpumpen, dazu noch einen Baum und zwei Äste von der Straße holen. Insgesamt waren 35 Kameraden im Einsatz. Die Einsätze seien später nicht mehr per Funk sondern nur noch per Fax aus der Leitstelle in Kiel übermittelt worden, sagte Stofhas. "Die sind über Funk mit den Einsätzen gar nicht mehr nachgekommen." Deshalb habe man selbst einen kleinen Einsatzstab gebildet. Welche Kosten die Schäden in den beiden Gemeinden verursacht haben, wird sich wohl erst in den nächsten Tagen zeigen.

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Die Regenmassen trafen am Mittwoch vor allem das Jugendzentrum und die Kita in Felde.

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