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Rendsburg Bezahlt Tennet für die Schäden in Bokel?
Lokales Rendsburg Bezahlt Tennet für die Schäden in Bokel?
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17:44 12.11.2019
Von Beate König
Der Asphalt im Mittelweg hat tiefe Risse. Bezahlt Tennet für die Schäden in Bokel? Quelle: Beate König
Bokel

Anfang des Jahres waren die Bürgermeister Jochen Runge aus Emkendorf und Ralf Horstmann aus Bokel nicht gut auf das Unternehmen Tennet zu sprechen. Der Netzbetreiber hatte beim Bau von Strommasten im Jahr  2016 Gemeindestraßen beschädigt und wollte dafür nicht bezahlen.

Horstmann drohte mit einem Rechtsstreit. Inzwischen ist der Ton gesetzter. In Emkendorf ist man sich einig, in Bokel verhandelt man noch. „Ich hoffe, dass wir Weihnachten damit durch sind,“ erklärte Horstmann.

Tennet baute 183 Strommasten

„Wir wollen uns gütlich einigen“, betonte Peter Hilffert, Referent für Bürgerbeteiligung bei Tennet. Sowohl Tennet als auch die Baufimra Ctech werden sich anteilig an den Sanierungskosten mehrerer Straßen in Bokel beteiligen.

Der Netzbetreiber Tennet setzte 2016 den seit 2011 geplanten Bau einer 380-Kilovolt-Stromtrasse in Schleswig-Holstein um. In Nord-Süd-Richtung wurde durchs Land eine 220-Kilovolt-Überlandleitung ersetzt.

Strom, den Windkraftanlagen erzeugen, soll mit der leistungsfähigeren Trasse gen Süden transportiert werden. Dafür wurden 183 neue, bis zu 70 Meter hohe Masten im Land gesetzt, auch bei Bokel und Emkendorf.

Randstreifen waren ausgefahren, der Asphalt riss, Straßen sackten ab

Lastwagen rumpelten mit tonnenschwerem Material für die Mastfundamente und Stahlelemente für die Strommasten über Straßen und unbefestigte Wege im Dorf. Im regenreichen Jahr hatte das erkennbare Folgen: Randstreifen waren ausgefahren, der Asphalt riss, Straßen sackten ab.

Beide Gemeinden forderten Tennet auf, Kosten für die Straßensanierung zu übernehmen. Anhand der vor Baubeginn gemachten Zustandserfassung belegten die Gemeinden die Auswirkungen der Nutzung durch die Baufahrzeuge.

Bürgermeister Jochen Runge aus Emkendorf erzielte im Oktober eine Einigung. Tennet zahlte 16.000 Euro an die Gemeinde.

Gemeinde Bokel und Tennet gaben Gutachten in Auftrag

„Bei uns waren 200 Meter des Mittelwegs betroffen, dafür gab es 6000 Euro.“ Für das Ausfahren unbefestigter Wege zahlte Tennet pauschal 10.000 Euro. „Die Wege waren vorher auch ausgefahren,“ sagt Runge.

In Bokel seien mit dem Mittelweg und der Straße Schäferkate sehr viel längere Strecken beschädigt, berichtete Ralf Horstmann, dazu kämen insgesamt zehn bis zwölf Kilometer Gemeindestraßen.

Gemeinde und Tennet gaben zur Klärung der Ansprüche ein Gutachten in Auftrag. Aktuell wandelt das von der Gemeinde beauftragte Ingenieurbüro den im Gutachten in Prozentzahlen angegebenen Grad der Beschädigung in konkrete Sanierungskosten um.

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