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Rendsburg Grabmale erzählen Geschichte
Lokales Rendsburg Grabmale erzählen Geschichte
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07:00 01.09.2018
Von Torsten Müller
Geschichtstudenten erinnern an herausragende Professoren in Kiel: Isabell Warnke und Flemming Holdorf entwickelten zusammen mit anderen das Outdoorbuch am Kapellenvorplatz auf dem Friedhof Eichhof. Es informiert über Grabmale des ehemaligen St. Jürgen-Friedhofs am Kieler Bahnhof. Quelle: Torsten Müller
Kronshagen

Der St. Jürgen-Friedhof war der älteste Kieler Friedhof außerhalb der Stadtmauer. Im Mittelalter wurden dort die Ärmsten und Aussätzigen, aber auch Hingerichtete und Selbstmörder bestattet. Im 19. Jahrhundert entwickelt er sich zum Hauptbegräbnisplatz der Stadt; 1909 wurde er geschlossen. Bombentreffer zerstörten im Zweiten Weltkrieg viele Gräber und Grüfte. Anfang der 1950er-Jahre wich der Friedhof der Verbreiterung des Sophienblatts sowie der Anlage eines Parkplatzes. Die Überreste von nahezu 1000 Bestatteten wurden zum Eichhof überführt und bedeutsame Grabmale auf dem Vorplatz der Kapelle aufgestellt.

Jens Baggesen erhielt die erste Professur für Dänische Sprache und Literatur

Auf den Steinen stehen Namen, die den Geschichtsstudenten im Studium immer wieder begegnen. Vor allem sind es Namen von Professoren der eigenen Uni. „Kiel war nicht irgendein Ort“, sagt Flemming Holdorf. Die Stadt war kulturelles Zentrum der damaligen Herzogtümer Schleswig und Holstein. Durch die Einbindung in den dänischen Gesamtstaat strahlten ihre Gelehrten bis weit in den Norden aus, gleichzeitig zog die Stadt auch Dichter und Denker aus Dänemark an. Caroline Elisabeth Weber, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Abteilung für Regionalgeschichte, erinnert an den dänischen Schriftsteller Jens Baggesen, der auf dem St. Jürgen-Friedhof im Doppelgrab mit seinem Freund Karl Leonard Reinhold bestattet worden war. „Baggesen erhielt die erste Professur für Dänische Sprache und Literatur“, weiß Arne Suttkus.

Lotte Hegewisch ermöglichte den Bau der Kieler Kunsthalle

Das Grabmal von Uwe Jens Lornsen, dem Vorkämpfer für ein freieres Schleswig-Holstein, fand Studentin Carolin Teschner unter einem großen Farn. Auch das von Lotte Hegewisch, die mit ihrem Testament den Bau der Kieler Kunsthalle ermöglichte, war in keinem guten Zustand. Bei der Spurensuche konnten die Studierenden während des Sommersemesters auch auf umfangreiches Material, das an der Kieler Uni aufbewahrt wird, zurückgreifen.

Deutsch-Dänische Gesellschaft unterstützte die Studierenden

Um auch andere an ihrem Wissen teilhaben zu lassen, ließen die Studierenden mit finanzieller Unterstützung der Deutsch-Dänischen Gesellschaft, deren Vorsitzende die Dozentin ist, zwei Infotafeln sowie ein wetterfestes, 28-seitiges Outdoorbuch anfertigen. Gestern enthüllten sie diese feierlich auf dem Kapellenvorplatz.

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