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Rendsburg Swantje Teschemacher: Schritt für Schritt durch Norwegen
Lokales Rendsburg Swantje Teschemacher: Schritt für Schritt durch Norwegen
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18:27 02.11.2019
Von Florian Sötje
Mehr als vier Monate war Swante Teschemachers von Südnorwegen zum Nordkap unterwegs. Quelle: Swantje Teschemacher
Achterwehr

Teschemacher ist gerade wieder zu Hause in Achterwehr angekommen. Doch im Grunde könnte sie sich sofort wieder auf den Weg hinaus in die Natur machen. "Es juckt definitiv schon wieder in den Füßen", sagt die Bildungsreferentin, für die nun der Wiedereinstieg ins Berufsleben bevorsteht.

Sie empfinde nach ihrer Rückkehr vor allem Dankbarkeit. Zum einen gegenüber ihrem Arbeitgeber, der diese Chance ermöglicht habe. „Und einfach dafür, dass ich eine richtig gute Zeit hatte“, sagt sie.

Motivationsprobleme ihr tägliches Pensum hinter sich zu bringen, hatte Teschemacher trotz aller natürlichen Widrigkeiten zu keiner Zeit. „Ich war selbst überrascht, dass es mir nicht schwergefallen ist. Ich wusste jeden Tag genau, warum ich es mache. Ich habe erneut gemerkt, dass ich mich draußen in der Natur am wohlsten fühle.“

Natur zeigte sich in verschiedensten Facetten

Und diese natürliche Umgebung zeigte sich der Achterwehrerin auf ihrer knapp 2800 Kilometer langen Tour in ihren verschiedensten und beeindruckendsten Facetten – Moorgebiete, Gebirge, „brennende Landschaften“ in ihren schönsten Herbstfarben, Flüsse und Tiere vom Adler bis zum Elch. Die 36-Jährige geriet auch in eine Rentierwanderung, die von den Sami, dem indigenen Volk im Norden Skandinaviens, begleitet wurde.

Impressionen von Swante Teschemachers Wanderung zum Nordkap.

Die Begegnung mit anderen Menschen sei immer von „totaler Offenheit“ geprägt gewesen. „Ich bin ganz oft eingeladen worden. Es war eine Unterstützung ohne Aufdringlichkeit“, sagt Teschemacher zur Art der Norweger, die sich für eine Unternehmung ihrer Art begeistern können.

90 Nächte schlief die 36-Jährige in ihrem Zelt

An zahlreichen Tagen blieb der Kontakt zu anderen Menschen aber aus. Dann war Teschemacher Tag und Nacht allein mit ihrem knapp 25 Kilogramm schweren Rucksack, dem Kompass, den Wanderkarten und der Wildnis. Während ihrer 136-tägigen Reise schlief sie etwa 90 Nächte in ihrem Zelt, ansonsten kam sie überwiegend in Wanderhütten zur Ruhe.

Gewandert ist die 36-Jährige bei 30 Grad Hitze und minus acht Grad Kälte. „Die Hitze war wesentlich anstrengender. Man hat dann das Problem des Wassermangels“, sagt Teschemacher. Da es tagsüber zeitweise nicht auszuhalten war, sei sie nachts bei 25 Grad gewandert.

Heftiger Sturm Anfang September läutete Wetterwechsel ein

Den Wetterwechsel von einem Tag auf den anderen läutete ein heftiger Sturm am 1. September ein. Ab sofort wurde es kälter, die Tage kürzer. „Und auch die Pausen werden kürzer, wenn es kalt wird“, sagt die 36-Jährige, die meistens gegen 6 Uhr aufwachte und sich nach dem Frühstück um 7.30 Uhr auf den Weg machte.

"Norge på langs"

"Norge på langs" oder NPL bedeutet, Norwegen der Länge nach zu durchqueren. Es ist die klassische norwegische Langtour, die sowohl im Winter als auch im Sommer begangen wird. Die Idee von NPL ist es, vom südlichsten Punkt Norwegens, vom Leuchtturm am Kap Lindesnes, bis hinauf zum nördlichsten Punkt Norwegens, dem Nordkap, oder auch umgekehrt zu gelangen. Die Entfernung zwischen Start und Ziel liegt je nach Routenwahl in der Regel bei etwa 2600 bis 3000 Kilometer. Es gibt keine fest definierten Regeln zu "Norge på langs" und auch keine Stempel, die man sich unterwegs abholen muss, um sie hinterher vorzuzeigen. Jeder Aspirant macht es auf seine eigene Art und Weise, es gibt im Vergleich zu anderen bekannten Wanderrouten keinen Reiseführer und auch keine feste Route für diesen Weg. Wer sich auf diesen machen will, muss sich die Informationen selbst erarbeiten.

Angst, dass etwas auf dem Weg passieren könne, habe sie zu keiner Zeit gehabt, sagt Teschemacher. Dass sie im Vorfeld jeden Kilometer geplant hatte, zahlte sich aus. Alle zwölf Essenspakete, die sie an Unterkünfte auf der Route geschickt hatte, erreichten ihr Ziel.

Knivskjellodden - der nördlichste Punkt

Am nördlichsten Punkt ihrer Wanderung kam Teschemacher ein paar Tage vor der Ankunft am Nordkap an – Knivskjellodden, ist der nördliche Zipfel einer Landzunge. „Das war der nördlichste Punkt. Da wollte ich hin. Das war auch emotional bedeutender als ein paar Tage später am Nordkap.“

Idee für die nächste Unternehmung schon im Kopf

Als das Ziel ihrer langen Reise erreicht war, kam Stolz aber auch ein wenig Wehmut auf. „Meine Liebe zu Norwegen ist nicht kleiner geworden. Ich hätte auch umdrehen und wieder zurückgehen können“, sagt sie. Die Natur, das Freiheitsgefühl, die Reduzierung auf das Wesentliche – Swantje Teschemacher hat jeden Schritt ihrer Wanderung genossen. Und die nächste Idee schwirrt ihr bereits im Kopf herum: „Ich könnte mir vorstellen, das Gleiche nochmal auf Langlaufskiern zu machen“, sagt die 36-Jährige.

Unter aufdemwegnachnorden.com berichtete Swantje Teschemacher im Internet auf ihrem Blog von den Eindrücken der Wanderung.

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