Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Rendsburg Swantje Teschemacher bewandert Norwegen
Lokales Rendsburg Swantje Teschemacher bewandert Norwegen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:26 13.05.2019
Von Florian Sötje
Die Hausstrecke entlang der Eider tauscht Swantje Teschemacher ab Ende Mai gegen die norwegische Natur. Quelle: Florian Sötje
Achterwehr

Mit Wander- und Kanutouren durch Schweden, Norwegen oder Kanada kennt sich Swantje Teschemacher aus. Doch ihr nächstes Abenteuer hat es in sich: eine Wanderung von Lindesnes an der Südspitze Norwegens bis hinauf zum Nordkap: Das ist das Ziel.

Mit einem sorgsam gefüllten Rucksack bepackt wird Teschemacher täglich im Schnitt 20 bis 25 Kilometer zurücklegen müssen, um dieses Pensum zu schaffen. Nur alle zehn bis 14 Tage plant sie eine Übernachtung in einem kleinen Ort. Sonst bieten ihr nachts das Zelt oder eine Wanderhütte einen Schlafplatz, tagsüber ist sie allein mit der norwegischen Natur – abseits der Zivilisation. „Mich reizt das Wilde, das Ursprüngliche, das Abgeschiedene“, sagt Teschemacher. „Es wird auf jeden Fall spannend – ein Abenteuer.“

Die Bildungsreferentin reiste früher mit ihren Eltern durch Skandinavien, fand dort Freunde. „Die Leidenschaft für das Zelten und Wandern habe ich mit 17,18 Jahren für mich entdeckt“, sagt sie. Privat und freiberuflich an einem Outdoor-College in Norwegen hat Teschemacher bereits viele Erfahrungen mit Wanderungen durch die Wildnis gemacht.

Interaktive Karte:

Der Gedanke an eine Route dieser Größenordnung spukt ihr seit etwa vier Jahren im Kopf herum. „Ich habe mir gesagt: Wenn, dann jetzt. Sonst wird es von Jahr zu Jahr schwerer.“ Als von ihrem Arbeitgeber das grüne Licht für die Auszeit kam, begann die Planung. Durch ihre Vorerfahrungen wusste die 36-Jährige wie umfangreich diese werden würden.

Sie klebte Zettel mit jeweils einer Aufgabe auf einen Tisch und begann diese zu ordnen, beschaffte Planungskarten des Norwegischen Wandervereins, in dem sie Mitglied ist. Insgesamt braucht Teschemacher, die eine „Verfechterin von Karte und Kompass“ ist, für ihre Tour 40 Wanderkarten. „Ich bin das sehr strukturiert angegangen. In einer Excel-Liste habe ich jeden Kilometer geplant“, sagt sie.

Ein "Knackpunkt" der Wanderung kommt früh

Dass auch alles anders kommen kann, ist ihr bewusst. Gerade hat es in Norwegen wieder geschneit, es ist bitterkalt. Daher könnte die Hochebene Hardangervidda mit einer Höhe von bis zu 1400 Metern zum ersten und bedeutendsten „Knackpunkt“ der Wanderung werden. Denn im Süden Norwegens werden bestimmte Sommerbrücken erst Ende Juni aufgebaut.

Teschemacher ist hier vorher unterwegs und muss Flüsse queren. Wenn die Schneeschmelze zu stark ist, kann das gefährlich werden. „Ich weiß genau, was ich tue“, sagt die 36-Jährige. Sollte das Wetter nicht mitspielen, hat sie für den ersten Abschnitt eine Ausweichroute geplant (siehe Karte). „Norwegen ist für sein wechselhaftes und raues Wetter bekannt. Da weiß man nicht, was kommt.“ Sicher ist nur: Die Mücken kommen in jedem Fall. „Das ist eine Qual, mit der man umgehen muss“, sagt Teschemacher und lacht.

Nachschub an Verpflegung und Ausrüstung schicken norwegische Freunde

Besonders aufwendig bei der Planung war die Kalkulation der Lebensmittel. Die Ausrüstung von Gaskocher über Notfall-Sender bis Schlafsack und die Kleidung im Wanderrucksack wiegen 14,5 Kilogramm. Bleiben noch 10,5 Kilogramm, 800 Gramm pro Tag, für Verpflegung bis zur Ankunft im nächsten Ort. „Mehr kann ich nicht tragen“, sagt die 36-Jährige.

Im Vorfeld hat sie in jedem Zielort Unterkünfte kontaktiert, ob sie Pakete mit Verpflegung und Ausrüstung annehmen würden – die Reaktionen waren durchweg positiv. „Wenn es um das Leben draußen geht, unterstützen dich Norweger gern. Das ist in ihrer Mentalität drin“, sagt Teschemacher. Die Pakete schicken ihr norwegische Freunde zu. So kann sie flexibel für Nachschub sorgen und umgeht den Zoll. „Wenn die Pakte von Deutschland aus verschickt und durch den Zoll gehen würden, wäre ihre Ankunft schwer planbar.“

Dass ihre Pläne von der Realität gekippt werden können, weiß Teschemacher. Das Nordkap ist das Ziel, ein Muss ist es nicht. „Mal gucken, wie weit ich komme. Es wäre nicht klug, sich zu sehr unter Druck zu setzen“, sagt die 36-Jährige. Über ein kleines Tablet will sie alle zehn bis zwölf Tage ihr Reiseblog mit Leben füllen, Bilder bei Instagram hochladen – dem guten Mobilnetz in Norwegen sei Dank.

„Das mache ich für mich, aber auch für Leute, die spannend finden, was ich mache“, sagt sie. Und für den Weg zurück gibt es auch schon eine Idee. „Wenn ich es schaffe, habe ich den Traum in Honningsvåg einzusteigen und mit den Hurtigruten einige Tage gen Süden zu fahren“, sagt Teschemacher. Es soll eine möglichst ruhige und langsame Rücktour werden. Nach Wochen in der Einsamkeit eine gemächliche Rückkehr in den Alltag. Einfach ein „schöner Abschluss“ eines aufregenden Abenteuers.

Digitale Fußspuren im Netz

Unter www.aufdemwegnachnorden.com berichtet Swantje Teschemacher über ihre Erfahrungen bei der Wanderung durch Norwegen. Über aufdemwegnachnorden kann man die Eindrücke der 36-Jähren auf Instagram verfolgen.

Immer informiert: Lesen Sie alle Nachrichten aus der Region Rendsburg.

Die Planungen sind nahezu abgeschlossen: Ab Ende Mai wandert Swantje Teschemacher vom Süden Norwegens in Richtung Nordkap. Anfang Oktober will sie dort ankommen.
Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Rendsburg Freilichtmuseum Molfsee - Wie mit Dampf Milch zu Käse wird

Wie lief die Produktion von Käse vor 100 Jahren? Die Antwort gab das Freilichtmuseum Molfsee an diesem Sonntag: Mit Dampf. In der Museumsmeierei ließen sich Besucher die Milchverarbeitung mit einer Dampfmaschine erklären. Dazu rotierte klappernd ein Butterfass aus Holz.

Hans-Jürgen Jensen 12.05.2019
Rendsburg "Zeit für Kinderrechte" - Einsatz für sich selbst und andere

Viertklässler der Landschule an der Eider in Wattenbek nahmen sich zwei Schultage lang Zeit für das Projekt „Zeit für Kinderrechte“. Das Angebot, das auch von anderen Grundschulen gebucht werden kann, hat der Kinderschutzbund entwickelt.

Frank Scheer 12.05.2019

In Groß Vollstedt ist ein Feuerwehrfahrzeug am Freitagabend gegen einen Baum gefahren. Fahrer und Beifahrer kamen mit Verletzungen ins Krankenhaus.

12.05.2019