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17:46 29.03.2018
Bürgermeister Olaf Plambeck (links), Bürgermeister Thomas Langmaack und die Generalkonsulin von Neuseeland Jan Bailey enthüllten die Gedenktafel. Quelle: Sorka Eixmann
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Heinrich Kautzky ist der Projektleiter, er hat sich intensiv mit der Geschichte der historischen Chaussee von Altona nach Kiel beschäftigt. Dabei handelt es sich um die erste gebaute Kunststraße im Jahr 1830.

Sie enthält nicht nur einen wertvollen Baumbestand, der zurzeit an vielen Stellen erneuert wird, sie birgt auch viele historische Ereignisse. Der Schleswig-Holsteinische Heimatbund hat sich mit den Anliegergemeinden auf Spurensuche begeben und unterschiedliche Aspekte ans Tageslicht gebracht.

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„Nicht alle waren schön“, erklärte Kautzky und meinte damit den Vorfall vor 74 Jahren. Betroffen waren die Allierten Halldor Espelid und Nils Jørgen Fuglesang aus Norwegen, James Catanach aus Australien und Arnold George Christensen aus Neuseeland. Die jungen Soldaten waren mit ihren Flugzeugen abgeschossen worden und in Sagan inhaftiert worden.

„Ihnen gelang die Flucht, doch kurz vor der deutsch-dänischen Grenze wurde sie erwischt“, fasste Kautzky die Ereignisse für die rund 40 Gäste der Veranstaltung zusammen. Von Flensburg sollten sie nach Hamburg gebracht werden, der Umweg ging über Kiel.

„Laut unserer Recherchen stoppte die Wagenkolonne hier. Die Gefangenen wurden hinter einen Knick geführt und hinterrücks erschossen“, so Kautzky. „Diese vier Soldaten waren wie 20 Millionen andere Opfer des NS-Regimes. Angesichts der aktuell sich abspielenden brutalen Kriegsführung zum Beispiel in Syrien hat die Einforderung eines Mindestmaßes an Humanität gerade auch im Krieg eine ungeahnte Aktualität.“

Von Sorka Eixmann

29.03.2018
Hans-Jürgen Jensen 29.03.2018
29.03.2018