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Rendsburg Murphy soll Schülern in Wattenbek helfen
Lokales Rendsburg Murphy soll Schülern in Wattenbek helfen
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19:09 09.11.2019
Von Frank Scheer
Tierische Idee: Murphy soll Schülern in Wattenbek helfen. Marion Albrecht, stellvertretende Schulleiterin in Wattenbek, absolviert zurzeit die Ausbildung als Begleiterin für einen Grundschulhund. Der Jack-Russell-Terrier-Mixist ihr eigener Hund. Quelle: Frank Scheer
Wattenbek

Murphy ist bereits drei Jahren als Grundschulhund im Einsatz - seit seiner Prüfung an der Akademie für Therapie- und Begleithunde 2016 ist der quirlige Vierbeiner in Westerrönfeld an drei Tagen mit der Lehrerin Martina Leiding im Unterricht dabei.

In den Herbstferien 2019 begann Marion Albrecht, die die stellvertretende Schulleiterin der Landschule an der Eider in Wattenbek ist und in deren Familie der Vierbeiner lebt, mit der Ausbildung zum "Schulhunde-Team". Ende November steht die praktische Prüfung an. Die Schulkonferenz wird im Dezember entscheiden, ob Murphy im Unterricht an zwei Tagen die Kinder begleiten wird.

"Tiere nehmen Fehler nicht krumm"

Schulleiterin Jutta Wichelmann findet das Projekt "großartig". An ihrer vorherigen Brüder-Grimm-Schule in Kronshagen sei eine Rollstuhlfahrerin mit ihren beiden Therapiehunden zweimal wöchentlich zu Besuch gewesen und habe mit den Kindern ein Leseprojekt gemacht.

"Für die Kinder war das etwas ganz besonderes und motivierend", hob sie hervor. Sie hätten sich in Kuschelecken zurückgezogen und den Hunden vorgelesen. "Die Tiere kritisieren nicht, nehmen Fehler nicht krumm. Das Ganze kann man auch auf andere Lerninhalte projizieren."

Keine Richtlinien für Schulhunde

In Schleswig-Holstein gibt es keine Richtlinien für Schulhunde-Projekte. Nach Paragraph 3 des Schulgesetzes kann aber eine Schule über die Arbeit mit einem Hund selbst entscheiden. "Ich befürworte das, habe mir aber auch grünes Licht von Schulrat André Berg in Rendsburg geholt. Entscheiden muss aber die Schulkonferenz im Dezember", so Wichelmann. Ihre Vertreterin Marion Albrecht betonte, dass sich durch einen Schulhund das Klima insgesamt verbessere. "Murphy liebt Menschen. Und durch seine freundliche Art bringt er alle zum Lächeln."

Murphy trainiert die soziale Kompetenz in Wattenbek

Doch nicht nur das. Ein Hund helfe unter anderem den Schülern, ihre emotionale und soziale Kompetenz zu trainieren, hilft durch seine bedingslose Akzeptanz die Frustrationstoleranz zu steigern und wirke lernmotivierend. "Er zeigt Kindern, dass durch ständiges Lernen auch schwierige Dinge möglich werden.", so Albrecht. Durch Verhaltens- und Hygieneregeln erlernten die Kinder zudem Vantwortungsbewusstsein für sich selbst und andere.

Schüler in Wattenbek müssen sich an Regeln halten

Alle Eltern der 218 Schüler an der Landschule an der Eider sind über das Projekt bereits informiert. In den Klassen, in denen Murphy eingesetzt werden soll, müssen die Eltern gesondert zustimmen. Die zurzeit laufende Schulung verläuft positiv.

In den Klassenräume, in denen der Hund eingesetzt wird, hat er als Rückzugsort eine mobile Höhle. In einer Box sind Leckerlis, Leine, Hundekotbeutel und Spielzeug sowie ein Wassernapf aufbewahrt. "Es gibt Regeln, die eingehalten werden müssen. Beispielsweise, wer für Wasser verantwortlich ist, oder auch, dass der Hund nur nach Zustimmung gestreichelt werden darf."

Im Klassenraum in Wattenbek fühlt sich der Hund wohl

Gibt es Kinder mit einer Hundepanik? "Nein, es gab aber mehrere Kinder, die Vorbehalte hatten. Mittlerweile streicheln aber auch die den Hund",  berichtete Marion Albrecht. In den Klassenräumen fühlt sich Murphy pudelwohl. Auf das Zeigerfingerkommando machte er Platz. Das vor ihm liegende Leckerli nahm er erst nach Aufforderung und das Kommando "Gib mir Fünf" hat er drauf. Ideen für viele Projekte, auch in den Pausen, sind geplant.

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