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Rendsburg Beim OTSV verlor Hitler 1933 sein H
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08:06 20.10.2019
Von Beate König
So sah 1927 die Schlagballmannschaft des Osterrönfelder Sportvereins aus. Quelle: Stefan Peretzke
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Osterrönfeld

Stefan Peretzke, Schriftwart des Osterrönfelder Turn- und Sportvereins (OTSV), recherchierte mit einer Gruppe Sportler zum 100-jährigen Bestehen des Vereins in Zeitungsarchiven und in den Protokollbüchern. Kathrina Sandberg-Hauck entzifferte in den alten Akten die altdeutsche Schrift.

Zufall und Glück halfen dem Turn- und Sportverein Osterrönfeld

Stefan Peretzkes Resumée zu 100 Jahre „Osterrönfelder Turn- und Spielverein“, wie er anfangs hieß: „Zufall und Glück in der Geschichte halfen dem Verein.“ Nach einer Zusammenkunft im August 1919 wurde in einer Zeitungsmeldung zum 24. Oktober in J. Joosts Gastwirtschaft, heute Kühls Gasthof, zur Gründungsversammlung eingeladen. Bei der wurde Hans Graf zum ersten Vorsitzenden gewählt. Die Zahl der Mitglieder 1919 – heute sind es mehr als 1200 Sportler in sieben Sparten – konnte Stefan Peretzke nicht erkunden.

Schlagball war der erste Sport im OTSV

Gestartet wurde der Vereinssport mit Schlagball. Das Spiel wurde damals auch Deutschball genannt, ähnelte dem Spiel Abtreffball, der Ball wurde allerdings mit einem Holzschläger geschlagen und nicht geworfen. Turniere wurden mit Teams aus Ostenfeld und Schülldorf gespielt. Später wechselten die OTSV-Sportler zum populärer gewordenen Fußball. „Bis in die 60er-Jahre des vorigen Jahrhunderts wurde auf dem Saal der Gastwirtschaft geturnt“ – ab Anfang der 30er-Jahre bei Hans Mester, ab 1965 bei Emil Kühl. Den Duft von Kuhdung aus dem Stall neben dem Saal gab es für die Turner zu Handstand und Flugrolle gratis.

Sportplatz auf dem Feld in Osterrönfeld

In den 20er-Jahren überließ ein Landwirt dem Verein ein Feld als Sportplatz. Das hat Stefan Peretzke herausgefunden. „Der Vertrag wurde nur per Handschlag geschlossen“, berichtete Stefan Peretzke von seinen Recherchen.

Als die Nationalsozialisten während ihres Regimes in Deutschland die Vereine enteigneten, kam dem OTSV die Vereinbarungsform zugute, sagt Peretzke: „Ohne Kaufdokument konnte nichts enteignet werden.“ Nach dem Zweiten Weltkrieg habe der Verein 1946 auf dem Gelände wieder durchstarten können: „Der Landwirt erinnerte sich an den Vertrag.“ Der OTSV besitzt die Fläche inzwischen. Für Stefan Peretzke ein großes Glück: „Wir sparen die Pacht.“

Adolf Hitler verlor durch kaputte Schreibmaschine sein H

Was Stefan Peretzke in den Protokollen auffiel: Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten 1933 ging offenbar der Buchstabe H der Schreibmaschine des Vereins kaputt. Man nahm als Ersatz ein Sternchen – auch beim Gruß *eil *itler. „Das kann man auch als Widerstand deuten“, meint Peretzke und verweist auf einen Beschluss auf der Vereinsversammlung vom 1. Dezember 1932: Um den unpolitischen und überparteilichen Charakter des Vereins zu wahren und politische Reibereien zu vermeiden, sollte Besuchern in Parteiuniform der Eintritt zu Veranstaltungen verweigert werden.

Der OTSV baut viel in Eigenleistung

Sportsgeist zeigt sich im Zusammenhalt im Verein: Viel wurde in Eigenleistung gebaut. Viermal – 1929, Ende der 70er, Ende der 80er und zuletzt 2008 – wurde das Sportheim mit der Wohnung für den Platzwart erweitert. Zuletzt entstanden Duschen, Kabinen und ein Schiedsrichterzimmer für Frauenfußballteams.

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