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Rendsburg Engagement für Sandra Glüsing
Lokales Rendsburg Engagement für Sandra Glüsing
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15:50 12.10.2016
Von Sven Janssen
Initiator Thies Boller nimmt mit einem Wattestäbchen von Julia Hüttmann eine Speichelprobe aus dem Mund, damit sie sich als Stammzellenspenderin typisieren lassen kann. Quelle: Sven Janssen
Achterwehr

„Optimal ist ein Spender, der in allen Merkmalen übereinstimmt“, erklärte Glüsing. Der ist aber noch nicht gefunden. „Da müssen wir etwas tun“, beschloss ihr Amtskollege Thies Boller. Er warb in seiner Verwaltung dafür, sich typisieren und in die Datenbank der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) eintragen zu lassen. Um die Tests zu bezahlen, die im Gegensatz zu Privatpersonen für Unternehmen kostenpflichtig sind, sammelte er fast 3400 Euro Spenden ein.

 Was dann kam, überraschte den 44-jährigen Verwaltungsmann. „Es haben sich nicht nur aus unserem Amtsbereich Menschen gemeldet, die sich typisieren lassen wollten, auch die Nachbarämter riefen an und wollten sich beteiligen.“ Neben Achterwehr meldeten sich Mitarbeiter aus dem Amt Molfsee, aus dem Amt Nortorfer Land, vom Amt Dänischenhagen, die Handballmannschaft des Patenkindes und die Landwirtschaftskammer. Gut 100 Menschen erklärten sich mit ihrer Spende mit der Kollegin solidarisch.

 „Von so viel Engagement bin ich total gerührt, das habe ich so nicht erwartet“, sagte Glüsing. Ob sich unter den Freiwilligen ein passender Spender findet, weiß man nicht. „Ich finde es toll, dass sich viele Menschen in die Datenbank aufnehmen lassen und damit vielleicht auch einem anderen Menschen helfen, zu dem ihre Spende passt“, so Glüsing. Die Diagnose Blutkrebs könne jeden Menschen treffen. „Das verändert das Leben auf einen Schlag.“ Je mehr Spender es gibt, desto höher sei die Wahrscheinlichkeit, dass ein passendes Paar gefunden werde.

 Nach Auskunft der DKMS wird in Deutschland derzeit statistisch alle 15 Minuten Blutkrebs diagnostiziert, nur ein Drittel der Patienten finde einen Spender in der Familie und jeder siebte Patient suche vergeblich.

 Dabei ist das Typisieren ganz einfach. „Man steckt sich zweimal für eine Minute ein Wattestäbchen in den Mund und dreht es hin und her, dann wird es zwei Minuten getrocknet, verpackt und mit einem kurzen Fragebogen zurückgeschickt“, erklärte Julia Hüttmann, die sich in Achterwehr testen ließ. „Die Aufnahme in die Datenbank ist nicht mit dem Zwang zur Spende verbunden, die Frage nach einer freiwilligen Spende kommt erst, wenn eine Übereinstimmung gefunden ist“, sagte Boller.

 Wer sich außerhalb von Aktionen typisieren lassen möchte, kann im Internet www.dkms.de kostenlos das nötige Set anfordern. Dort gibt es auch Infos, und es wird erklärt, wer aufgrund von Alter und Vorerkrankungen als Spender nicht in Frage kommt.

Eine Aktion der Rotarier hat im Mai Einzug gehalten in die Schule am Eiderwald: Das Sammeln von Kunststoffdeckeln, die an eine Recyclingfirma verkauft werden und deren Erlös in Polio-Schutzimpfungen investiert wird. Am Mittwoch wurden die ersten prall gefüllten Säcke an Tanja Möller-Bartsch und Wolfgang Möller von der Deckel-Sammelstelle in Flintbek übergeben.

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