Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Rendsburg UN zeichnen Tierpark aus
Lokales Rendsburg UN zeichnen Tierpark aus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:45 26.03.2018
Von Beate König
Das Lachshuhn-Hähnchen wollte bei der Preisverleihung dabei sein: Jurorin Claudia Sewig (links) und Staatssekretärin Anke Erdmann überreichten Tierparkchef Kai Frölich den Preis der UN-Dekade 2011 bis 2020 für die Aktivitäten zum Erhalt der Biodiversität.. Quelle: Beate König
Anzeige
Warder

Europas größter Tierpark für seltene und vom Aussterben bedrohte Haustierrassen zählt als „holistisches, nachhaltiges landwirtschaftliches Projekt zum Erhalt der Vielfalt der Nutztiere“ zu den Projekten, die in der UN-Dekade ausgezeichnet wurden.

„Hier gibt Biodiversität zum Anfassen, Charaktere unter den Tieren, die man entdecken kann. Ihnen gelingt der Bogenschlag, gleichzeitig Bildung für nachhaltige Entwicklung anzubieten und Forschungsprojekte zu starten“, komprimierte Staatssekretärin Anke Erdmann in ihrer Laudatio die Leistung der Arche Warder.

Anzeige

Der Tierpark verfolgt seit Jahrzehnten das Ziel, alte Nutztierrassen zu erhalten, um durch Nachzucht den Genpool der Tiere möglichst groß zu erhalten. Tierparkchef Kai Frölich erinnerte nach der Auszeichnung durch Claudia Sewig, Jurorin der deutschen UN-Dekade 2011 bis 2020, es gebe weltweit rund 15.000 Nutztiertierrassen, alle zwei Monate sterbe eine der Rassen aus. Hauptursache für den Rückgang der Rassen sei die Industrialisierung in der Tierhaltung. „Wir brauchen Agro-Diversität“, forderte Frölich. Mit einem großen Genpool aus alten, robusten Rassen könne auch besser auf Klima-Veränderungen reagiert werden.

Seit er 2007 den Park übernahm, sind dort 35 wissenschaftliche Publikationen über Nutztiere erschienen. Es sei unter anderem nachgewiesen worden, dass Turopolje-Schweine widerstandsfähiger seien als moderne Züchtungen, berichtete Frölich. Der Park wächst. Seit 2007 wurden 30 neue Stellen im Tierpark geschaffen, 55 Mitarbeiter, davon zehn Azubis, arbeiten aktuell in der Arche Warder.

Auf 40 Hektar Tierparkgelände und 70 Hektar in sogenannten Satelliten des Tierparks werden die vom Aussterben bedrohte Tierrassen gehalten und gezüchtet. Prominentestes Beispiel für einen Satelliten ist das Museum Haithabu. Dorthin werden Skuddenschafe vermittelt. Seit 2007 verdoppelte sich die Zahl der Besucher im Park auf 80.000 im Jahr.

Hans-Jürgen Jensen 26.03.2018
Hans-Jürgen Jensen 26.03.2018
26.03.2018