Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Rendsburg Bei Stromausfall hat Bordesholm Power
Lokales Rendsburg Bei Stromausfall hat Bordesholm Power
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:00 23.04.2019
Von Frank Scheer
Der Batteriespeicher der Versorgungsbetriebe Bordesholm in der Bahnhofstraße 13 wird am Mittwoch von Umweltminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) eingeweiht. Quelle: RES/Silke Reents
Bordesholm.

Umweltminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) weiht den Batteriespeicher, der eine maximale Leistung von zehn Megawatt hat, am Mittwoch bei einem Festakt mit geladenen Gästen ein. Die Öffentlichkeit hat am Sonnabend, 27. April, von 11 bis 18 Uhr auf dem VBB-Gelände in der Bahnhofstraße 13 die Gelegenheit, beim Tag der offenen Tür das Kraftwerk zu besichtigen. Ein Highlight an diesem Tag wird eine kostenlose Special-Effect-Show in der Materialhalle sein.

Versorgungsbetriebe Bordesholm peilen Gewinn an

Am 14. Mai wird soll der Batteriespeicher in Betrieb gehen, im Anschluss ist er für die Öffentlichkeit nicht mehr zugänglich. Die VBB wollen mit ihm auf dem Strommarkt jährlichen einen Umsatz von gut 1 Millionen Euro erzielen. Als Reingewinn werden pro Jahr 200.000 Euro erhofft. Neben dem wirtschaftlichen Aspekt blickt die Energiebranche vor allem wegen der "Insellösung" gespannt auf Bordesholm.

Regenerative Quellen speisen Batterie

Ohne Zuladung könnte der Batteriespeicher eine Versorgung der 4000 Haushalte von bis zu zwei Stunden sicherstellen. 48.000 Batterien sorgen dafür. VBB-Geschäftsführer Frank Günther ist sich sicher, dass eine „autarke Insellösung“, sprich die selbstständige Versorgung des Ortes, dank der Speisung durch die Biogasanlage in Brügge, acht Blockheizkraftwerke und die 260 Fotovoltaik-Anlagen funktionieren wird. „Europaweit wäre das schon einmalig“, so der Elektroingenieur, der seit 2005 das gemeindeeigene Unternehmen erfolgreich managt.

Batteriekraftwerk liefert wichtige Erkenntnisse

Sollten alle Versuche weiterhin so erfolgreich sein, dürfte die europäische Energiewirtschaft noch gespannter nach Bordesholm schauen. Die VBB sind mit ihrem Projekt Vorreiter in Deutschland. „Die Netzbetreiber haben meines Wissens nach überhaupt keinen Masterplan, wie das Verbundnetz nach einem großen Blackout wieder angefahren werden könnte. Der Bordesholmer Batteriespeicher könnte dafür wichtige Erkenntnisse liefern“, so Günther.

Bis Juni ist eine realer Test geplant

Bis Juni soll ein realer Test gemacht werden – da sollen alle 4000 Haushalte im Ort für einige Stunden vom Netz genommen. Dieser Test muss allerdings vom Ministerium noch genehmigt werden. Günther ist aber sehr optimistisch, dass alles klappen wird. Grund dafür: Die Simulation Ende März sei so erfolgt, als ob alle Bordesholmer kurz vor Weihnachten Plätzchen backen. „Der Batteriespeicher musste zum Zeitpunkt des Netzausfalls auf einen Schlag eine Abnahme von 4,5 Megawatt schultern. Und laut der Messgeräte verlief das auch ohne Zucken.“

Testmessungen beeindruckten die Fachleute

Auch die Technische Hochschule (TH) Köln, die Partnerin der VBB bei diesem Pilotprojekt „Insellösung mit regenerativer Energie“ ist, zeigte sich mehr als zufrieden. Prof. Eberhard Waffenschmidt, der federführend in der wissenschaftlichen Betreuung ist, betonte: „Die Messungen haben mich als Fachmann beeindruckt und begeistert. Sie haben gezeigt, dass bei einem nicht geplanten Stromausfall zwar eine Versorgungslücke von einigen Minuten auftreten kann, aber mit Hilfe der Batterie die Stromversorgung wieder hergestellt werden kann.“

Zweites Forschungsprojekt geplant

Bei einem zweiten Forschungsprojekt wollen VBB, TH Köln und die Fachhochschule Heide erforschen, ob durch einen Waben-Effekt ein Anfahren des übergeordneten Netzes möglich gemacht werden könnte. Im Klartext heißt die Frage: Wie viele solcher Batteriespeicher mit Insellösung wie in Bordesholm sind pro Bundesland notwendig, um flächendeckend wieder die Netzstabilität von 50 Hertz sicherzustellen. Die Anträge für dieses Forschungsprojekt sind vorbereitet worden.

Für VBB-Geschäftsführer geht Traum in Erfüllung

Nach der erfolgreichen Realisierung des Glasfasernetzes KnöVNet in der Region, das für die Insellösung übrigens Voraussetzung ist, geht mit der Einweihung morgen ein Traum von Frank Günther, der für seine Idee 2018 zum Unternehmer des Jahres in Bordesholm gekürt wurde,  nach fast fünfjähriger Planungs- und Bauzeit in Erfüllung. Der 53-Jährige ist Verfechter der Energiewende. Er kritisiert bei Vorträgen nicht selten Politiker für die aus seiner Sicht halbherzige Umsetzung. Die VBB decken 80 Prozent der jährlichen 22 Millionen Kilowattstunden aus regenerativen Quellen in der Region ab – wegen des Ökostroms aus norwegischer Wasserkraft für das gesamte Angebot sind die 100 Prozent aber bereits zertifiziert.

Immer informiert: Lesen Sie alle Nachrichten aus der Region Rendsburg.

Gut fünf Jahre hat es von der ersten Idee bis zur Realisierung des Kraftwerks gedauert.

Am Sonnabend wurde gegen 17.50 Uhr Alarm für die Feuerwehren Böhnhusen und Flintbek ausgelöst. Es brannten zunächst etwa 25 Strohballen auf einem Acker. Doch der Brand weitete sich aus. Die Feuerwehr Techelsdorf wurde nachalarmiert, da sich die Löscharbeiten schwierig gestalteten.

22.04.2019

Sie kamen aus Richtung Heide, und ihre Fahrt endete auf Höhe Feldscheide an einem Baum: Aus noch ungeklärter Ursache ist der Fahrer (18) eines Kleinkraftrades am Sonntagabend auf der B203 von der Fahrbahn abgekommen. Er und sein 17-jähriger Sozius wurden schwer verletzt in Krankenhäuser gebracht.

22.04.2019

160 Starter gaben am Ostersonnabend beim Treckertreck in Kleinvollstedt Gas. Höchstes Ziel: Trotz des Gewichtsschlittens den „Full Pull“ über 100 Meter schaffen. Mächtige Qualmwolken zogen in Kleinvollstedt über das Wettkampffeld und 800 Zuschauer, die Starts in 36 Klassen verfolgten.

Beate König 21.04.2019