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Rendsburg Bahnstrecke erst kommende Woche frei
Lokales Rendsburg Bahnstrecke erst kommende Woche frei
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21:06 08.05.2019
Von Hans-Jürgen Jensen
Der Regionalzug blieb schwer beschädigt rund 300 Meter hinter der Unfallstelle kurz vor einem weiteren Bahnübergang liegen. Er entgleiste. Quelle: Hans-Jürgen Jensen
Alt Duvenstedt

In Alt Duvenstedt bei Rendsburg sind am frühen Mittwochmorgen um 4.36 Uhr ein Zug und ein Tiefladergespann an einem Bahnübergang zusammengestoßen. Ursprünglich war von 20 Verletzten ausgegangen worden. Nach aktuellem Stand sind aber zwölf Menschen verletzt, darunter zwei schwer. Der Zugführer habe "wie durch ein Wunder" nur leichte Verletzungen in seinem schwer beschädigten Führerstand erlitten, sagte der Neumünsteraner Polizeisprecher Michael Heinrich am Nachmittag. 

Lkw auf Gleisen liegengeblieben

Nach ersten Erkenntnissen war der Sattelschlepper aus bisher ungeklärter Ursache auf den Gleisen in der Gemeinde Alt Duvenstedt liegengeblieben. Der Bahnübergang am Ortsrand ist nur halbseitig durch Bahnschranken gesichert, die wohl beim Unfall unten waren. Der Fahrer des Lkw konnte aus dem Wagen springen und wurde nicht verletzt. Der Zug konnte jedoch nicht mehr halten und erfasste den Lkw. Der doppelstöckige Regionalzug kam nach rund 300 Metern zum Stehen. Er entgleiste. Im Zug waren 20 Personen.

Bahnstrecke gesperrt

Insbesondere der Regionalverkehr zwischen Hamburg und Flensburg ist von dem Vorfall betroffen. Die Züge aus Hamburg konnten ab etwa 4.40 Uhr nur noch bis Rendsburg fahren, wie eine Bahnsprecherin sagte. In die Gegenrichtung endeten die Züge in Owschlag. Auch auf der Ost-West-Verbindung zwischen Husum und Kiel kam es zu Beeinträchtigungen. Bei dem Unfall sei eine Oberleitung beschädigt worden, sagte ein Sprecher der Bundespolizei.

Frühestens am Montag, eher am Dienstag, können wieder Züge auf der Strecke fahren, erklärte Bahn-Notfallmanager Sven Hübner am Nachmittag an der Unfallstelle. Die schweren Schäden am Gleisbett seien der Grund.

Die durch Alt Duvenstedt führende Bahnlinie ist Teil der viel befahrenen Strecke zwischen Hamburg und Skandinavien. Der gesamte Güterverkehr in Richtung Norden rollt hier. Güterzüge blieben wegen des Unfalls zunächst in Maschen bei Hamburg und im dänischen Padborg stehen.

Alle Informationen für Bahnfahrer haben wir hier zusammengefasst. 

So läuft die Räumung an den Gleisen

Die Arbeiten an der Unfallstelle dauern an. Am frühen Nachmittag wurde die herunterhängende Oberleitung hochgezogen. Danach wurde eine 70 Tonnen schwere Arbeitsmaschine, die von dem verunglücken Tieflader zu einer nahe gelegenen Baustelle gebracht werden sollte, vom Bahnübergang gefahren. Sie blockierte seit dem Unfall die Gleise. Anschließend wurde die Zugmaschine mit einem Kran entfernt. Sie war beim Unfall in einen Garten gerutscht. Der schwere Lkw blieb etwa einen Meter von der Hauswand entfernt stehen.

Lesen Sie auch: So haben Anwohner das Zugunglück erlebt

Die Notfallmanager der Bahn, sowie Bundes- und Landespolizei, Feuerwehren, ein Rettungshubschrauber und ein Helikopter der Bundespolizei sind vor Ort. Eine Drohne der Bundespolizei schwebte ebenfalls über der Unfallstelle.

Bei dem Unfall riss auch ein Zwillingsreifen des Tiefladers ab und schleuderte auf ein angrenzendes Grundstück. Dort zerschlug er die Heckscheibe eines abgestellten Autos und prallte gegen die Hauswand. Dabei ging das Fenster der Gästetoilette zu Bruch.

Unfälle an Bahnübergängen

Die Zahl der Unfälle an Bahnübergängen - insgesamt sind es rund 17.000 - ist in Deutschland tendenziell gesunken. 140 gab es nach den jüngsten Zahlen der Deutschen Bahn im Jahr 2016. 2002 waren es noch fast 300. In Schleswig-Holstein ist es unter anderem in Ascheberg zu einem Unfall am Bahnübergang gekommen.

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