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Rendsburg Unfallmanagement soll Staus verringern
Lokales Rendsburg Unfallmanagement soll Staus verringern
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20:00 23.07.2019
Von Beate König
Seit 2011 werden die zwei Röhren des Tunnels unter dem Nord-Ostsee-Kanal saniert. Quelle: Beate König
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Rendsburg

Am Montag hatten Vertreter der Wirtschaftsförderungsgesellschaft, des Kreises, der Polizei, des WSA, des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr und des Unternehmensverbands Mittelholstein gemeinsam nach  Lösungen zum Unfallmanagement gesucht, berichtete Martin Kruse.

Zeitgleiche Alarmierung von Polizei und Abschleppdiensten soll Zeit sparen

Bislang informierte die Leitstelle des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes (WSA) nach einem Unfall im Kanaltunnel die Polizei. Die Beamten machten sich ein Bild von der Lage und alarmierten dann Rettungskräfte und Abschleppwagen. Neu ist auch, dass neben Polizei und Rettungsdiensten auch die Abschleppwagen durch die Weströhre zum Unfall fahren dürfen sollen.

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Die Abschleppunternehmen in Büdelsdorf und Schacht-Audorf brauchen acht bis elf Minuten zum Tunnel. Herrscht Stau, wird die Anfahrt schwieriger und dauert länger. Durch die zeitgleiche Alarmierung von Polizei und Abschleppdienst soll die Zeit verkürzt werden. „Die Kosten für eventuelle Fehlfahrten sind im Vergleich zur eingesparten Zeit Peanuts“, erklärte Kai Lass, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises Rendsburg-Eckernförde.

Rettungsgassen und Warteflächen sollen Einsätze erleichtern

Neben der Parallel-Alarmierung von Polizei und Abschleppdienst ist eine weitere Idee, Warteflächen kurz vor der Einsatzstelle zu schaffen. Die Stationierung eines Abschleppwagens im Bereich des Tunnels wurde verworfen. Der Aufbau der Rettungsgasse soll frühzeitig präsenter gemacht werden. „Es könnte Plakate oder Banner geben“, erklärte Martin Kruse. Auch die digitalen Hinweisschilder für die Höhenkontrolle an der B 202 und bei Jevenstedt könnten genutzt werden. Auf der einspurigen Abbiegespur der B 202 etwa gelte: Um eine Rettungsgasse zu bilden, rechts ranfahren.
Der LBV wird die Möglichkeiten prüfen, die Hinweise zur Rettungsgasse an den Strecken zu verbessern. Das WSA wird die Umsetzbarkeit des Vorschlags der zeitgleichen Information von Polizei von Abschleppdienst prüfen. Kai Lass und Martin Kruse rechnen im September mit Prüfungsergebnissen.

„Worst-Case-Szenarien werden immer schwierig sein, das ist uns klar“, erklärte Kai Lass. „Aber wir können die letzten Monate, in denen die zweite Röhre des Tunnels gesperrt ist, bei kleineren Unfällen für alle erträglicher machen.“ Eigentlich, so Lass, sei die Maßnahme viel zu spät geplant worden.

Pendler, Wirtschaft und Bürger verstehen es nicht mehr“, sagte Martin Kruse zur Dauerbaustelle Kanaltunnel. Geschmeidig läuft im Rendsburger Kanaltunnel seit 2011 nichts mehr: Anwohner, Unternehmer und  Touristen sind seit Jahren genervt von den Sanierungsarbeiten, die sich bis heute immer wieder verzögern und verteuern. Der Unternehmensverband Nord errechnete, dass ein Stau am Tunnel für Unternehmen in der Stadt täglich einen Schaden von 50 000 Euro bedeute.

Sanierung des Kanaltunnels läuft bereits seit 2011

2011 war das WSA von einer zweieinhalbjährigen Sanierungsdauer ausgegangen. Das Bauen im Bestand hatte jedoch immer wieder Überraschungen parat. Zuletzt war von der Kanalverwaltung im Juni 2019 erneut die Höhe der Kosten um zehn Millionen Euro auf 90 Millionen Euro nach oben korrigiert worden. Der bislang als Fertigstellungstermin genannte Februar 2020 wurde ohne Angabe eines neuen Termins zurückgezogen.

Um Staus durch steckengebliebene Lkw zu reduzieren, warnt seit 2018 eine Höhenkontrolle die Lkw schon Kilometer vor der Einfahrt in den Engpass direkt vor dem südlichen Kanaltunnel vor der eingeschränkten Höhe von vier Metern fordert und zum Umfahren des Tunnels auf.

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