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Rendsburg Verschönerungskur für die Windrose
Lokales Rendsburg Verschönerungskur für die Windrose
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00:16 26.08.2013
Die Restaurierungsarbeiten an der Windrose der Gettorfer Mühle "Rosa" sind teilweise Schwerstarbeit: Gerhard Mordhorst (links), sein Sohn Nico (16, rechts) und Zimmermann Uwe Jürgensen übernehmen den Job aber gern. Quelle: Budde
Gettorf

Eigentlich befindet sich die Windrose in luftiger Höhe auf der Mühlenkappe – und zwar am Heck. Es handelt sich um einen radähnlichen Mechanismus, der aus acht kleinen Flügeln besteht. Sein Nutzen? Wenn die vier großen Flügel des zweigeschossigen Galerieholländers früher mal nicht im Wind standen, dann richtete dieses technische System die Rotoren zur richtigen Seite aus. Inzwischen ist die Mühle „Rosa“ schon lange außer Betrieb. „Aber bis 1946 wurde hier Korn per Windkraft gemahlen“, berichtet Uwe Karstens vom Gettorfer Windmühlen- und Verschönerungsverein. Eine Bremse verhindere nun aus Sicherheitsgründen, dass sich die großen Flügel noch drehen.

Zurück zur Windrose – sie war witterungsbedingt marode. „Einige Flügel hingen schon ganz schief“, erläutert Karstens, „das konnte man von unten erkennen“ – obwohl besagtes Rad in etwa 25 Metern Höhe befestigt ist. Also erhielt der Gettorfer Zimmereibetrieb Mordhorst den Auftrag, die Windrose zu restaurieren. Ein Job für Schwindelfreie. Um das Rad von der Mühlenspitze zu entfernen, benötigte Inhaber Gerhard Mordhorst einen 90-Tonnen-Kran. Bei der zweistündigen Aktion vor etwa zwei Wochen schwelgte der 51-Jährige schmunzelnd in Erinnerungen: „Als die Mühle vor etwa 30 Jahren restauriert wurde, war ich als Lehrling auch hier oben.“ Dass er einmal an diesen Ort zurückkehren würde, habe er sich nicht träumen lassen.

In seiner Werkstatt baute Mordhorst die Windrose komplett auseinander. Das Rad erhält neue weiße Flügelblätter aus Kunststoff. Die Vorgänger waren an langen Armen aus Sperrholz befestigt. Diese werden nun durch feste Balken aus Eiche ersetzt, die Mordhorst zurecht fräst. Für die Streicharbeiten an der Windrosenwelle und am Lagerbock der Mühle, auf dem das Rad montiert wird, war die Malerei Struve aus Gettorf zuständig.

Freitagvormittag fehlten nur noch drei Flügelblätter. Mordhorst geht deshalb davon aus, dass die Windrose am Dienstagmorgen wieder an der Mühle „Rosa“ befestigt werden kann – erneut mit Hilfe eines Krans. „Dazu muss man nicht nur schwindelfrei sein, sondern dann heißt es auch Ruhe bewahren.“ Wenn die Monteure auf dem Bauwerk von 1869 arbeiten, verständigen sie sich per Funk mit dem Kranführer. Unterdessen freut sich Uwe Karstens, wenn die Windmühle wieder vollständig ist. „Zum Glück sind die vier großen Flügel noch gut in Schuss“, sagt der 57-jährige Revensdorfer.

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