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Rendsburg Bei Störung sieht das System rot
Lokales Rendsburg Bei Störung sieht das System rot
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06:00 16.11.2018
Von Torsten Müller
Michael Lenz überwacht von der Netzleitwarte der Versorgungsbetriebe Kronshagen (VBK) sämtliche Systeme für Strom, Gas und Wasser. Fast 400000 Euro investierte der kommunale Energieversorger in die digitale Technik. Quelle: Torsten Müller
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Kronshagen

Selbst Mittelspannung ist nicht immer spannend. Das weiß auch Michael Lenz, Bereichsleiter Elektrotechnik bei dem 36 Mitarbeiter starken kommunalen Versorger. In der neuen Leitwarte für Gas, Wasser und Strom im Erdgeschoss der VBK laufen auf dem Bildschirm ständig neue Meldungen aus den Netzstationen und Anlagen ein. „Hier kommt alles rein. Störungen werden in Rot angezeigt“, sagt Lenz.

Diese Farbe ist aber auf dem Bildschirm heute nicht zu sehen – das meiste ist grau, nur eine Meldung wird blau angezeigt. „Das ist eine Auffälligkeit“, weiß er. Das System sendete sie um 2:40 Uhr aus dem Blockheizkraftwerk (BHKW) im Johann-Fleck-Karree. „Das lag an der warmen Außentemperatur“, klärt Lenz auf. Um 6:06 Uhr informierte das System: „Anlage läuft wieder normal.“ Große Störungen gibt es in Kronshagen laut Statistik nur null bis dreimal im Jahr.

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Auch außerhalb der eigentlichen Dienstzeit ist für Sicherheit gesorgt. „Die Mitarbeiter können über Störungen aus der Ferne über ihr Smartphone benachrichtigt werden“, sagt Geschäftsführer Joachim Kledtke. Sie bekommen auch gleich Hinweise, wo das Problem liegen könnte. Früher mussten die Mitarbeiter erst zu den jeweiligen Standorten hinfahren und selbst nach der Ursache suchen, wenn etwa das BHKW im Suchsdorfer Weg kalt war, kein Strom floss oder der Gasdruck abfiel. Jetzt wird die Störung auf dem Bildschirm sichtbar – oder eben auf dem Smartphone. Insgesamt 350000 bis 400000 Euro haben die VBK in die digitale Überwachung investiert.

Mit etwa 150000 Euro finanzierte der kleine Energieversorger zudem einen Kabelmesswagen samt Ausstattung. „Früher waren wir gezwungen, bei Störungen auch fremde Dienstleistungen in Anspruch nehmen“, sagt Kledtke. Die Aufträge konnten dadurch aber oft nur mit zeitlichen Verzögerungen abgearbeitet werden. „Heute müssen wir nach den Vorgaben innerhalb von bestimmten Zeitabständen handeln“, erläutert er.

Hans-Jürgen Jensen 15.11.2018
Christopher Hahn 15.11.2018
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