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Rendsburg Green-Screen-Fieber im Ostseebad
Lokales Rendsburg Green-Screen-Fieber im Ostseebad
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17:04 05.09.2014
Von Christoph Rohde
Abenteuer Australien: Naturfilmer Thoralf Grospitz und seine Kollegen, die den fünften Kontinent für eine TV-Produktion bereisten, berichteten aus erster Hand auf der Stadthallenbühne von den Herausforderungen, im australischen Busch zu drehen. Quelle: Martin Seewer
Eckernförde

„Das Filmfest ist ein Beweis dafür, welches Potenzial das Land hat“, sagte er. In diesem Zusammenhang sprach sich Schlie für eine „Erweiterung der finanziellen Grundlage aus“. Im Anschluss begeisterte das Making-of des Films Australien - Das Abenteuer die über 470 Gäste im ausverkauften Saal. Grünpflanzen zierten die Bühne, Flaggenschmuck die Wände. Internationales Flair vermittelte die Stadthalle zum Auftakt des Festivals. Nicht nur ein Eckernförder „Who is who“ war auf der Eröffnungs-Gala präsent, sondern auch zahlreiche Filmemacher aus dem In- und Ausland sowie Vertreter der großen Naturfilm-Redaktionen von NDR, Bayerischer Rundfunk und WDR. Schlie zeigte sich beeindruckt: Green Screen habe sich einen internationalen Ruf erworben, werde in der Fachwelt hoch anerkannt und sei eine echte Erfolgsgeschichte.

 Neben Festivalleiter Gerald Grote als „treibende Kraft“ würdigte der Landtagspräsident die vielen ehrenamtlichen Helfer, die das Filmfest erst möglich machten. Green Screen zeige nicht nur die Wunder der Natur, so Schlie, sondern trage damit auch zum Schutz und ihrem Erhalt bei. „Die Filme erreichen die Menschen und die Seele.“ Bei der Finanzierung des Festivals sah er das Land in der Mitverantwortung. Eckernfördes Bürgervorsteherin Karin Himstedt griff den Ball gleich auf: „Green Screen könnte diese Unterstützung sehr gut gebrauchen“, sagte sie Richtung Kiel. Himstedt erinnerte außerdem daran, dass das Festival mit Filmvorführungen in Sonderburg dieses Jahr erstmals die deutsch-dänische Grenze überschreitet. Ferner kündigte sie an, dass die Stadt sich weiter dafür stark machen werde, dass möglichst zügig ein neues Kino gebaut werden könne. Die Standortentscheidung ist zwar gefallen, aber die Planungen sind noch nicht abgeschlossen. „Wir hätten es uns schneller gewünscht“, so die Bürgervorsteherin.

 Welch immenser Aufwand hinter professionellen Naturfilm-Aufnahmen steckt, zeigte anschaulich der Film Australien – Das Abenteuer. 620 Drehtage lang hatten zwei Filmteams mehr als 100 000 Kilometer durch den fünften Kontinent zurückgelegt, um einen Mehrteiler für das deutsche und das amerikanische Fernsehen zu produzieren. Das ebenso humorvolle wie aufschlussreiche Making-of dokumentierte das oft stundenlange Warten, bis sich seltene Tiere zeigen, ebenso wie die Freude über spektakuläre Bilder wie Massenschwärme von Wellensittichen, ein Blick auf das Neugeborene im Beutel eines Kängurus oder das Verhalten des Wombats.

 Die Kameramänner bauten wackelige Hochsitze, um einen Hauben-Milan auf Augenhöhe im Nest zu filmen, wagten es, aggressive Leistenkrokodile aus der Nähe zu drehen, und griffen zu pfiffigen Tricks, um Honigtopf-Ameisen in ihrem Bau zu zeigen. Das Risiko war ein ständiger Begleiter: „Bei über 40 Grad Hitze im Outback mit dem Wagen liegen zu bleiben, wäre lebensgefährlich gewesen“, sagte Thoralf Grospitz. Mit tosendem Applaus wurden die Filmemacher im Anschluss auf der Stadthallen-Bühne begrüßt. „Das Tolle an Green Screen ist, dass man hier zum ersten Mal sieht, wie der fertige Film auf die Zuschauer wirkt“, sagte Regisseur Heiko de Groot. Er hoffe, dass mit solchen Filmen auch Druck erzeugt werde, „dass wir etwas tun, die Erde zu bewahren“.

 Vermisst wurden bei der Eröffnung die Grand Dame des Naturfilmfestivals, Inge Sielmann, und der Vorsitzende des Fördervereins, Jochen Hillers. Beide konnten diesmal aus gesundheitlichen Gründen nicht teilnehmen. Noch bis Montag befindet sich Eckernförde im Festival-Fieber, laufen spannende Filme an sechs in der Innenstadt verteilten Spielstätten. Bereits Sonnabendabend werden im Kuhhaus von Gut Altenhof die 16 Preisträger von Green Screen 2014 gekürt. Erstmals dabei ist die neue Kategorie „Tierverhalten“. Nach der Siegerehrung dürfte dann der „Walk of Fame“ an der Strandpromenade mit den eingeritzten Gewinnern des Naturfilmfestivals wieder ein Stück länger werden.

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