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Rendsburg Dinggericht am grünen Busch-Torso
Lokales Rendsburg Dinggericht am grünen Busch-Torso
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06:03 28.05.2019
Von Frank Scheer
Ein Jahr ist es her, da krachte der Hauptstamm der historischen Gerichtslinde auf den Lindenplatz. Unklar ist weiterhin, was mit dem Rumpf passieren soll. Quelle: Frank Scheer
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Bordesholm

Am 29. Mai 2018 war um die Mittagszeit nach einer langen Trockenphase einer der beiden Hauptstämme abgebrochen. Ordnungsamtsleiter Sven Ingwersen hatte um 14.15 Uhr aus statischen Gründen einen radikalen Rückschnitt des gesamten Baumes, der seit mehr als zehn Jahren unter dem Brandkrustenpilz litt, angeordnet - vom Baumdenkmal blieb nur ein Rumpf übrig. Abwarten - so lässt sich das Ergebnis der sich anschließenden öffentliche Debatte über eine Rodung oder Erhalt zusammenfassen.

"Austrieb der Linde in Bordesholm ist ein Symbol"

Dass aber gefällte Linden hartnäckig sind, bewahrheitet sich auch beim Naturdenkmal auf der Klosterinsel, dessen Bruchholz im Winter versteigert wurde. Sehr vital zeigt sich der Rumpf nach seiner trostlosen Optik im Winter in diesen Tagen. Triebe sind nur so geschossen. Der Rumpf ist auf einer Seite eingegrünt. Vom Weitem sieht es wie ein prächtig grüner Busch aus. "Der starke Austrieb ist ein Symbol. Daher sollte man den Baum erhalten", betonten Karin Grimm und Conny Appel-Burgdorf unisono. In ihrer Mittagspause am Montag begutachten beide die Fortschritte der Linde.

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Dinggericht wird noch am Baum-Torso abgehalten

Für Reinhard Koglin, Vorsitzender des Kulturvereins, ist das auch ein Zeichen, am Naturdenkmal festzuhalten. "Es ist genauso gekommen, wie der Baumpfleger uns im vergangenen Herbst prophezeit hat. Nun müssen die Sprößlinge nur vernünftig geschnitten werden, damit die Kraft in die Triebe nach oben geht." Dann werde es noch ein paar Jahre dauern, bis die Optik wieder gut ist. "Aber dann ist das eben so." Klaus Elwardt, Vorsitzender der Liedertafel, teilte mit, dass das traditionelle Dinggericht des Vogelschießens am Freitag, 14. Juni, ab 19.15 Uhr am Busch-Torso abgehalten wird." Man sei der Tradition eben verbunden. "Die Liedertafel überlegt aber schon, ob dieser Ort angemessen ist oder ob man einen anderen Standort wählen soll", so Elwardt.

Neues Lindenplatz-Konzept im Herbst

Bürgermeister Ronald Büssow betonte, dass man bezüglich der Linde keine Zeitnot habe. Einmal pro Woche schaut er sich das übrig gebliebene Naturdenkmal an. "Man sollte sie jetzt wachsen lassen und einen Trieb als möglichen Stamm behalten." Für Herbst kündigte der Gemeindechef einen Entwurf für einen neuen Lindenplatz an. "Bei der Neugestaltung werden verschiedene Aspekte wie Kulturtourismus, Alter Friedhof, Klostermauer, aber auch die Linde eine Rolle spielen."

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