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13:10 06.02.2020
Von Florian Sötje
In Ottendorf ist ein Rehkitz nach einer Hundeattacke gestorben. Quelle: Patrick Seeger/dpa (Symbolfoto)
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Ottendorf

Gernand von Massow betreibt den Kastanienhof in Ottendorf. Ihm gehören die umliegenden Felder, auf denen Hundehalter ihre Vierbeiner immer wieder unangeleint laufen lassen. Am vergangenen Mittwoch hatte dies für ein Rehkitz tödliche Folgen. Sönke Hinrichs von der Polizeidirektion Neumünster bestätigte, dass es gegen 16 Uhr zu einem entsprechenden Vorfall mit einem unangeleinten Mischlingshund kam. Die Polizei in Achterwehr nahm den Fall auf. Laut Hinrichs fertigten die Beamten eine Ordnungswidrigkeitenanzeige nach dem Hundegesetz.

Hinweisschilder für Hundehalter werden teilweise abgerissen

Nachdem er von der Hundehalterin informiert worden war, erlöste Jäger Gernand von Massow das flehende Kitz von seinen Qualen. „Der Hund hat das Rehkitz über das Grünland gehetzt, hat es zu fassen bekommen und übel zugerichtet“, sagt von Massow. Die Gefahr, die in dem stadtnahen Gebiet von frei laufenden Hunden für Wildtiere ausgeht, ist für den Landbesitzer eine immer wiederkehrende Problematik. „Wenn ich auf den Feldern unterwegs bin, habe ich immer Informationsmaterial für die Hundehalter dabei. Einige sind dafür empfänglich, andere eher nicht“, sagt er.

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Gemeinsam habe man im Gebiet auch Plakate aufgehängt, die auf den Schutz der Wildtiere hinweisen und die Halter bitten, ihre Hunde anzuleinen, sagt Burkhard Ufer, Jagdpächter aus Kronshagen. „Viele Schilder werden einfach heruntergerissen“, sagt von Massow.

Leinenpflicht: Das steht dazu im Hundegesetz

Dabei sei die Rechtslage klar, sagt Rene Hartwig vom Landesjagdverband. Während im Wald grundsätzlich Leinenpflicht sei, dürften Hunde in der freien Landschaft nur auf Feldwegen und Wegrändern abgeleint werden. Im schleswig-holsteinischen Hundegesetz heißt es unter Paragraph 3 unter anderem: „Die Person, die den Hund führt, muss ihn jederzeit so beaufsichtigen und auf ihn einwirken können, dass durch den Hund weder Menschen, Tiere noch Sachen gefährdet werden.“

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„Wir haben das Problem, dass es im urbanen Bereich immer mehr Hundehalter gibt, von denen viele leider nicht sachkundig sind“, sagt Hartwig. Zudem stünden Wildtieren immer weniger Naturräume zur Verfügung. Sie müssten dann auf landwirtschaftlichen Betrieben Schutz suchen. „Wenn ein Hund dann über diese Flächen geschickt wird, kann es zur Jagd kommen“, sagt Hartwig. Denn der Jagdtrieb sei nun mal in den Hunden verankert.

Der Paragraph 3

Im schleswig-holsteinischen Hundegesetz sind unter Paragraph 3 die allgemeinen Pflichten von Hundehaltern aufgeführt. Hunde sind demnach "so zu halten und zu führen, dass von ihnen keine Gefahren für die öffentliche Sicherheit" ausgeht. Die Person, die den Hund führt, muss ihn laut Gesetz jederzeit unter Kontrolle haben und auf ihn einwirken können, damit weder Menschen, Tiere, noch Sachen gefährdet werden. Leinenpflicht gilt zum Beispiel in Fußgängerzonen, Haupteinkaufsbereichen und anderen innerörtlichen Bereichen mit vergleichbarem Publikumsverkehr sowie bei öffentlichen Versammlungen, Aufzügen, Volksfesten. Gleiches gilt für allgemein zugängliche, umfriedete oder anderweitig begrenzte Park-, Garten- und Grünanlagen.

Hunde bringen sich durch die Jagd selbst in Gefahr

Heiko Fleck, Jagdpächter in Ottendorf, ergänzt, dass es auch indirekt häufiger zu Todesfällen durch die Jagd komme, indem Wildtiere von Hunden in Richtung von Straßen getrieben würden, auf denen sie dann Autos erfassten. Und das sei auch eine der Gefahren für die Hunde selbst, die unter die Räder kommen könnten.

„Zudem gehen Wildtiere nicht regelmäßig zum Tierarzt“, sagt Hartwig. So können beim Kontakt zwischen Hund und Wild Krankheiten übertragen werden, zum Beispiel der Fuchsbandwurm, Staupe oder die Hasenpest. „Einige können dann auch für den Menschen gefährlich werden“, sagt Hartwig, der auch darauf hinweist, dass das Aufeinandertreffen mit so manchem Schwarzwild vor allem für die Hunde gefährlich ausgehen könnte.

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Außerdem bestehe die Möglichkeit, dass Hunde bei der Verfolgung von Wildtieren in den Bau von Fuchs oder Dachs rutschen. Aus diesen gebe es häufig kein Entkommen. Daher sei die Leine außerhalb von ausgewiesenen Flächen auch für die Sicherheit der Hunde unerlässlich.

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