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Rendsburg UKW ist seit 20 Jahren auf Sendung
Lokales Rendsburg UKW ist seit 20 Jahren auf Sendung
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05:00 12.03.2018
Von Torsten Müller
Die Unabhängige Kronshagener Wählergemeinschaft (UKW) feierte am Sonntag 20-jähriges Bestehen (von links vorn): Iris Blumtritt, Uwe Hartwig, Renate Graetsch und Jana Neiser. Quelle: Torsten Müller
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Kronshagen

Genau genommen ist die UKW sogar etwas älter. Denn sie wurde bereits am 12. Dezember 1997 gegründet. Treibende Kraft war dabei der vor drei Jahren verstorbene Rechtsanwalt Hermann Graetsch. Der einstige CDU-Gemeindevertreter hatte seiner Partei den Rücken gekehrt, nachdem diese sich im Zusammenhang mit der Ortskernplanung nach mehreren Bürgerentscheiden für einen neuen Standort für das Rathaus entschieden hatte: an der Kopperpahler Allee und nicht mehr an der Bahnlinie in der Kieler Straße.

Unerschrocken und kantig, aber gleichzeitig ausgestattet mit Gespür für politische Themen und einem profunden Wissen, gelang es Graetsch als Fraktionschef, der UKW ein eigenes Profil zu verschaffen: bürgernah, sozial engagiert, wachsam auf die Finanzen schauend und mit einem Herz für bessere Startbedingungen von Kindern und Jugendlichen.

Bei der Ortskernplanung setzte sich die UKW von anderen Fraktionen ab

Bei der aktuellen Ortskernplanung nahm die UKW als einzige Fraktion eine andere Position ein: Hermann Graetsch wollte keine Städtebauförderung. Er fürchtete um die freie Entscheidung der Gemeinde, wenn Sanierungsträger und das Innenministerium in Kiel mitreden. Stattdessen setzte er sich für ein transparentes Bauleitverfahren mit stärkerer Bürgerbeteiligung ein.

Mit Graetschs Tod verlor die UKW ihre bis dahin wichtigste Stimme. Doch Sorgen, dass dies das Ende der Wählergemeinschaft sein könnte, waren unbegründet. Renate Graetsch führte die rund 40 Mitglieder starke UKW im Geiste ihres Mannes fort und bemühte sich erfolgreich, jüngere Menschen für die Kommunalpolitik zu begeistern. „Zur Kommunalwahl haben wir eine Liste mit 21 Leuten. Sie wollen sich aktiv für Kronshagen engagieren, ohne aber an eine Partei gebunden sein“, betonte Graetsch.

Torsten Müller 11.03.2018
Tilmann Post 11.03.2018
11.03.2018