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Rendsburg Wahrhaft nachhaltige Wohltaten
Lokales Rendsburg Wahrhaft nachhaltige Wohltaten
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17:14 24.06.2009
Eckernförde

Es ist nur wenig bekannt über das Leben des stets unverheiratet gebliebenen Mannes, der geschäftlich sehr erfolgreich gewesen sein muss. So gehörten ihm seinerzeit mehrere Häuser in der heutigen Gaehtjestraße und in der Gasstraße. Außerdem bildeten Wertpapiere, Warenbestände und eine Schiffsbeteiligung die Erbmasse, die sich insgesamt auf 601000 Goldmark belief. Nach Abzug der Erbschaftssteuern wurde das verbliebene Kapital mit 180000 Goldmark in die Familienstiftung und mit 400000 Goldmark in das Familienvermächtnis eingebracht.

„Aus den Erlösen der Familienstiftung sind vorrangig Unterstützungen für testamentarisch gesondert aufgeführte Personen gewährt worden. Die Erlöse aus dem Familienvermächtnis dienten hingegen dem Wohle der Stadt. Sie wurden breit gefächert für Maßnahmen der kommunalen Daseinsvorsorge eingesetzt“, weiß Uwe Rohlfs. Der ehemalige Kämmerer der Stadt ist langjähriger Rechnungsführer der Verwaltungskommission der Stiftungen und besonders gut informiert über Details. Nach seinen Angaben wurden allein von 1875 bis 1923 rund 900000 Goldmark aus den Erlösen des Familienvermächtnisses zur Finanzierung städtischer Maßnahmen und für die Bezuschussung von Vereinen und Verbänden bereitgestellt. Beispielsweise für den Ankauf des Exers vom preußischen Staat, für den Ankauf der Warteschule Pastorengang, die Errichtung der Baugewerkeschule, der Realschule und der Mädchenmittelschule sowie den Bau der Armenanstalt (Rentnerheim) an der Schleswiger Straße. Außerdem wurden Gelder für umfangreiche Maßnahmen für das Windebyer Noor (Anpflanzungen, Schwanenhaus) bereitgestellt, das der dänische König Friedrich VII. im Jahre 1858 der Stadt geschenkt hatte.

Nach Angaben Rohlfs' erfolgten Erlösverteilungen aus den Stiftungen bis 1923. Danach befasste sich die Verwaltungskommission nur noch mit der Verwaltung des Kapitals; es wurden unter anderem hypothekarisch gesicherte Darlehen gewährt. Eine Auskehrung der Zinserlöse erfolgte bis 1988 nicht mehr. Zu diesem Zeitpunkt hatte das Gesamtkapital beider Stiftungen durch die jährlichen Zinszuführungen einen Bestand von immerhin 100000 DM erreicht. Somit konnten auch wieder Ausschüttungen erfolgen. Seither, so berichtet der Rechnungsführer, haben beide Stiftungen insgesamt 46000 Euro zur Verfügung gestellt - die Familienstiftung 15000 Euro für mildtätige und das Familienvermächtnis 31000 Euro für gemeinnützige Zwecke. Damit wurden einerseits unverschuldet in Not geratene Familien und Einzelpersonen bedacht, zum anderen Mittel für Vereine, Verbände, Veranstaltungen und Projekte in Eckernförde bereitgestellt.

Rohlfs bedauert, dass die beiden Stiftungen heute aufgrund der relativ geringen Kapitalausstattung von 60000 Euro und den daraus resultierenden bescheidenen jährlichen Ausschüttungen etwas an Bedeutung verloren haben. Dennoch tragen sie weiterhin dazu sei, in Einzelfällen die Not von Menschen ein wenig zu lindern.

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