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Rendsburg Die Suche nach dem passenden Nadelkleid
Lokales Rendsburg Die Suche nach dem passenden Nadelkleid
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19:55 23.12.2018
Von Beate König
Kurz knattert die Motorsäge, dann ist der Wichetelbaum gefällt: Torben Kunz bietet in seiner Schonung auch Bäumchen fürs Kinderzimmer an. Quelle: Beate König
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Flintbek/Dätgen

Der Bio-Landwirt Torben Kunz aus Kleinflintbek kam vor zwei Jahren auf die Idee, drei bis vier Jahre alte Stämmchen aufstellfertig anzubieten. Kunz schraubt dafür jedem Baumwichtel-Exemplar eine Holzscheibe als stabilen Fuß an. „Rentner, die nicht mehr so viel Platz haben“, war die erste Zielgruppe. Inzwischen nehmen Eltern den Raum-Schmuck oft als Zweitbaum fürs Kinderzimmer mit. Auch als grüner Weihnachtsgruß vor dem Hauseingang werden die leicht transportablen Nordmanntannen-Kleinausgaben gekauft.

Hühnerschar zur Unkrautvernichtung

Torben Kunz zieht die Nadelbäume auf knapp zwei Hektar Fläche selbst. Assistenten bei der Unkrautvernichtung in der Plantage ist eine Hühnerschar. „Sie scharren unter den Bäumen und entfernen dabei das Unkraut“, erklärt Kunz das natürliche Bodenpflegeprogramm. Dazu düngt das Federvieh die wachsenden Bäume. Ein Wichtelbaum-Setzling wächst in der Schonung von Torben Kunz drei bis vier Jahre. Für größere Weihnachtsbäume werden sechs bis zehn Jahre Zeit und viel Pflege per Hand gebraucht, bevor sie das Fäll-Maß erreicht haben.

Kundenwünsche werden gern erfüllt

Individuelle Kundenwünsche werden bei Kunz und auch beim Weihnachtsbaumverkauf von Klaus Schüßel in Dätgen gern erfüllt: Die Bäume können in den Schonungen selbst ausgesucht und mit Flatterband markiert werden. Der Christbaum-Favorit darf auch selbst gefällt werden.
Seit den 70er Jahren gibt es auf dem Schüßel-Hof in Dätgen Weihnachtsbäume. Immer kurz vor Weihnachten öffnet der Verkaufsstand an der Landestraße L 49. Eine Auswahl der Tannen von den vier Hektar großen Anbauflächen steht schon in Auto-Felgen in voller Pracht zur Ansicht parat. Familie Berger aus Schönbek, Großmutter, Eltern und zwei Kinder, flanierten mit ihren Hunden Aisha und Dizzy erstmal ein Weilchen durch die Monokultur, bevor sie sich auf einen Festtagsbegleiter im Nadelkleid festlegten. Roswitha Berger nahm für ihr geräumiges Wohnzimmer eine riesige Tanne mit. „Die Spitze wird abgeschnitten“, entschied die Großmutter (74) sofort.

Mutter Sandra Berger stritt mit ihrem Mann kurz über das Format der zweiten Tanne. „Wir streiten immer darüber. Das gehört zur Baumkauf-Tradition. Er will möglichst einen ein Meter hohen, schmalen Baum, ich ein zwei Meter großes und drei Meter breites Exemplar,“ erzählte die Mutter. Kompromiss der Familie: „Wir nehmen einen Baum, der größer ist, als die Kinder.“ - In diesem Jahr waren das 1,54 Meter, verriet Sohn Timon Berger (11).

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