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Rendsburg Neuer Fund im Neubaugebiet in Ottendorf
Lokales Rendsburg Neuer Fund im Neubaugebiet in Ottendorf
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06:00 15.12.2018
Von Florian Sötje
Im Baugebiet Alte Reitschule an der Dorfstraße in Ottendorf müssen 100 Kubikmeter Boden ausgetauscht werden, weil Stellen verunreinigt sind. Quelle: Sven Janssen
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Ottendorf

Sandra Böttcher, Geschäftsführerin der Melsdorfer Firma Böttcher Haus, schätzt die Kosten für Aushub, Abtransport, Untersuchung und Deponierung des belasteten Bodens im Ottendorfer Neubaugebiet auf eine sechsstellige Summe.

Kosten müsste eigentlich der Bauherr tragen

Im Sommer waren die ersten Altlasten im Boden gefunden worden. Damals sprach Böttcher von einer Summe von mehr als 50.000 Euro. Die Firma fungiert als Bauträger und hatte Grundstücke auf dem Neubaugebiet gekauft. In ein noch unbewohntes Haus direkt an der Baugrube zieht in der kommenden Woche eine junge Familie ein. „Theoretisch müsste der Bauherr diese Kosten aufbringen“, sagte Böttcher. Mittlerweile bewege man sich bei der Summe aber in Dimensionen, bei denen das nicht mehr darstellbar sei.

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Unbelastetes Ölfass, Holzkiste mit "verdächtigem Inhalt"

Der Bereich der zwei neuen belasteten Stellen wurde ausgekoffert, berichtete Martin Lilienfein, von Böttcher Haus beauftragter Geologe vor Ort. „Der Boden wurde danach ordnungsgemäß entsorgt“, sagte Lilienfein. Bei den Baggerarbeiten kamen ein altes Ölfass und eine Holzkiste zum Vorschein. „Das Ölfass war unbelastet“, sagte Lilienfein. Darunter sei aber die Holzkiste mit „verdächtigem Inhalt“ gefunden worden.

Frage nach weiteren Altlasten schwer zu beantworten

Durch Proben soll nun unter anderem festgestellt werden, wie lange der Boden an den Stellen bereits belastet ist, sagte Geschäftsführerin Sandra Böttcher. Die Fläche des Neubaugebiets, zuletzt als Reitschule genutzt, war als Hof lange Zeit im Besitz der Familie Biernd, die sich bis in das Jahr 1652 in Ottendorf nachweisen lässt. Ob im Laufe der Jahrhunderte noch weitere Dinge im Erdreich verschwunden sind, ist schwer zu beantworten. Man schaue sich unter anderem alte Fotos an, um etwas mehr Klarheit zu bekommen, sagte Böttcher. Die Vorbesitzer seien wohl nicht mehr haftbar. „Wir bleiben auf den Kosten sitzen“, sagte Böttcher. Man habe aber mittlerweile einen Anwalt eingeschaltet.

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