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Rendsburg „Steh auf, nimm deine Matte und geh!“
Lokales Rendsburg „Steh auf, nimm deine Matte und geh!“
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14:08 07.03.2020
Von Beate König
Gelebte Ökumene: Die evangelischen und katholischen Frauen (von links) Margret Wott, Maria Franck, Caroline Thamm, Kerstin Jensen, Ann-Kathrin Butenschön, Sabine Ingwersen, Marion Lorenzen und Katharina Kock gestalteten die Andacht am Weltgebetstag gemeinsam. Quelle: Beate König
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Nortorf

Seit 70 Jahren feiern Frauen aller Konfessionen in Deutschland den Weltgebetstag, seit 40 Jahren in Nortorf (Kreis Rendsburg-Eckernförde). Sie stellen Glaubensformen und den Alltag von Frauen aus anderen Staaten vor.

In diesem Jahr ergänzte das achtköpfige Orga-Team in Nortorf die Fakten, die Frauen vom Weltgebetstagskomitee aus dem Staat Simbabwe gesendet hatten: Die Regierung hatte die Informationen, die die afrikanischen Christinnen für den Weltgebetstag zusammengestellt hatten,  zensiert.

Die Texte der Lieder, die die Frauen aus Simbabwe ausgesucht hatten, wurden vor dem Hintergrund zensierter Fakten Bedeutungsträger: Der Ruf „Steh auf, nimm deine Matte und geh!“ klang wie die Aufforderung zum Widerstand.

Simbabwe seit 1980 unabhängig

„Friedensstifterin werden“, war einer der Wünsche, den die Frauen aus Simbabwe in ihrer Fürbitte genannt hatten. In gespielten Dialoge erläuterte das ökumenische Orga-Team dazu: Zwar wurde Simbabwe 1980 unabhängig. Seitdem leben jedoch die 14 Millionen Einwohner in einem repressiven politischen System, das auch freie Wahlen 2018 nicht veränderten.

Per Beamer projizierte Fotos von Soldaten, die mit Maschinengewehren Straßen abriegeln, vermittelten einen Eindruck von den bewaffneten Konflikten im Land. Die Lage im Land wird durch eine hohe Zahl an Aids-Waisen und eine Wirtschaftskrise seit dem Jahr 2000 bestimmt.

„Mich beeindruckt, wie die Frauen aus Simbabwe Kraft aus ihrem Glauben und aus der Familiengemeinschaft schöpfen“, erklärte Maria Franck aus dem Orga-Team nach dem Gottesdienst.

Organisieren der Existenzgrundlagen bestimmt den Alltag

Zum Weltgebetstag gehört traditionell ein Buffet mit landestypischen Spezialitäten. Saftiger Bananenkuchen, aromatisches Hähnchen- und Rindergulasch, knackige Salate und ein Apple Crumble, der an die Kolonialherrschaft der Briten erinnerte, standen als Delikatessen bereit.

In Simbabwe wäre die Auswahl und Menge der Speisen für viele Familien Luxus. „Man muss sich vorstellen, dass wir ein Festmahl genießen,“ erklärte Kirchenvorsteher Hanns Lothar Kaempfe.

Der Alltag vieler Frauen in Simbabwe besteht aus dem Organisieren der Existenzgrundlagen für ihre Familie, berichtete Maria Franck: „Die Mütter wissen morgens nicht, wie sie am Tag genug Lebensmittel für Kinder bekommen. Das muss man sich mal vorstellen.“

Auch in der Kirchengemeinde Flintbek wurde der Weltgebetstag gefeiert. 

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