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20:33 06.02.2020
Von Beate König
Asphaltflick statt Pflaster: Das Gut Emkendorf liegt an der denkmalgeschützten Emkendorfer Allee, die Teil der Landesstraße 255 ist. Quelle: Beate König
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Emkendorf

Lässt der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBV) das historische Pflaster der Emkendorfer Allee verfallen? Die vier Kilometer lange Emkendorfer Allee steht von der Kreuzung L48 am Liethberg bis zur sogenannten Blauen Pforte und einem Stück Kreisstraße K 30 seit 2005 unter Denkmalschutz. Explizit genannt ist die Pflasterung zwischen den Kilometern 11,965 und 13,005 und das Rondell an der Auffahrt zu Gut, der sogenannte Dreisprung.

Kulturdenkmal soll erhalten werden

2010 berichteten die Kieler Nachrichten, dass Anwohner den LBV aufforderten, das historische Steinpflaster der als Kulturdenkmal eingestuften Straße wiederherzustellen. Der LBV repariert jedoch bis heute Löcher im Belag mit Asphaltflicken. Inzwischen überlagern die Flicken auf dem 1,1 Kilometer langen Pflasterstück bei der Zufahrt zum Gut Emkendorfdie Pflastersteine wie eine Patchworkdecke.

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Eine Sanierung ist weder aktuell noch perspektivisch geplant

Mit ihrer Forderung erinnerten die Anwohner an alte Pläne des LBV: „In 2006 und auch 2009 wurden Planungskonzepte für eine Sanierung in Pflaster oder alternativ in Asphalt entwickelt. Diese wurden aber insbesondere aufgrund der damaligen Finanzsituation in Schleswig-Holstein nicht umgesetzt“, berichtet der LBV nach Einsicht in Archivunterlagen. Eine Sanierung sei seitdem weder aktuell noch perspektivisch geplant, heißt es von der Pressestelle des LBV. Eine Kalkulation der entstehenden Baukosten gebe es nicht.

Die Verteilung der Kosten ist offenbar ungeklärt: Ob die Anrainer an den immensen Kosten beteiligt werden müssen, werde geprüft, erklärte der LBV. Seit 15 Jahren sei der Landesbetrieb mit ihnen im Gespräch. Laut Margita Marion Meyer, beim Landesamt für Denkmalpflege für Garten- und Gründenkmale und damit für die Emkendorfer Allee zuständig, ist eine Pflastersanierung prinzipiell möglich. Ein konkretes Konzept gebe es für die Allee nicht. Vorbilder für einen gelungenen Wiederaufbau alter Pflasterstraßen gebe es in Mecklenburg-Vorpommern. Fachleute für die alte Straßenbautechnik gebe es im Ausland, unter anderem in Polen.

Für Margita Marion Meyer beginnt die Sanierung mit der Zusammenarbeit der Besitzer dreier Teilstücke des denkmalgeschützten Straßenabschnitts: „Abschnitte der Allee gehören der Gemeinde Emkendorf, dem Gut Emkendorf und dem Land.“ Jochen Runge, Bürgermeister der Gemeinde Emkendorf, und auch Gutsbesitzer Christian T. Heinrich sehen das anders: Aus Jochen Runges Sicht ist der LBV wie bei anderen Landesstraßen auch für den Erhalt der Allee zuständig.

Die Allee gehört nicht zum Gut

Christian T. Heinrich, Besitzer von Gut Emkendorf, erläutert zu den Besitzverhältnissen: Schon vor 1979 sei die Allee von seinen Vorgängern verkauft  worden. Das denkmalgeschützte Rondell, heute eine eher dreieckige Einmündung, an der sich Wege vom Gutsgelände mit der Allee treffen, gehöre dem Gut. Gegen eine Beteiligung des Gutes an Sanierungskosten sprechen die Fakten zur Beschaffenheit der Gutswege, die sich in historischen Unterlagen finden. Aus ihnen geht hervor, dass die Wege ursprünglich einen Sandbelag, nie jedoch Pflasterung hatten. Erst in jüngerer Vergangenheit wurden die Zufahrtswege zum Gutsgelände asphaltiert, erklärte Christian T. Heinrich: „Den Belag pflegen wir.“

Naturdenkmal steht unter Schutz

Die Emkendorfer Allee wurde im 18. Jahrhunderts vom damaligen Gutsbesitzer Detlev von Reventlow als „gemischte Allee“ mit Kastanien, holländischen Linden, Platanen und Eichen in mehreren Pflanzabschnitten angelegt. Sie ist Teil der alten Chaussee von Kiel nach Rendsburg. Die Pflasterung wertete laut Margita Marion Meyer einen vorhandenen Sandweg auf. Als Naturdenkmal wurde sie bereits 1936 unter Schutz gestellt.

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