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Rendsburg Sukkulenten vor Bombenangriffen gerettet
Lokales Rendsburg Sukkulenten vor Bombenangriffen gerettet
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10:00 15.08.2019
Von Sven Tietgen
Andre Schütze erinnert sich an Familiengespräche, in denen die Hilfsaktion für den Botenischen Garten in Kiel Thema war. Quelle: Sven Tietgen
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Bordesholm

Bei einem der ersten Luftangriffe auf Kiel gingen im Botanischen Garten die Scheiben von Gewächshäusern zu Bruch – wertvolle Kakteen und andere Sukkulenten drohten zu erfrieren. Der damalige Leiter Dr. Hermann Jacobsen nutzte seine Kontakte zu befreundeten Gärtnern, einen Großteil der Sukkulentensammlung konnten in den Anlagen von Ernst Schütze in Bordesholm in Sicherheit gebracht werden. Sein Enkel Andre Schütze weiß von den Beziehungen zwischen Jacobsen und seinem Großvater. „Der Leiter des Botanischen Gartens hatte damals meinen Opa gefragt, ob er einige Pflanzen in Pflege nehmen könnte. Ich habe es vom Hörensagen in der Familie mitbekommen, man kannte sich unter den Gärtnern“, erzählt der 57-jährige Bordesholmer.

Alte Aufnahme mit Palme entdeckt

Bildmaterial von der ungewöhnlichen Aktion gibt es im Fundus von Andre Schütze nicht. Beim Sichten alter Familienfotos hatte er aber eine Aufnahme entdeckt, die seinen Vater Paul als kleines Kind vor einer Palme zeigt. Er vermutet, dass die Pflanze ebenfalls aus dem Botanischen Garten stammt. „Damals gab es solche Pflanzen nicht in Bordesholm, auch nicht in der Gärtnerei unserer Familie“, erklärt Schütze. Sein Uropa Paul Schütze hatte die Gärtnerei in Bordesholm im Jahr 1900 gegründet. Vielfach in sogenannten Mistbeetkästen wurde Gemüse gezogen, die Anlagen befanden sich damals an der Bahnhofstraße hinter dem heutigen Blumengeschäft Hahn. Eine undatierte Luftaufnahme zeigt die ausgedehnten Dimensionen der Gärtnerei, als es noch keine Bebauung im heutigen Bereich des Reesenbergs gab.

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In der Region bekannt als Dr. Begonie

Im Laufe der 1970er-Jahre boomte die Gärtnerei Schütze, vor allem Blumen wurden zum Renner. Die Anlagen an der Bahnhofstraße erwiesen sich nicht mehr zeitgemäß, und so zog der Familienbetrieb in den Eiderkamp um. Dort wurden auf bis zu 12000 Quadratmetern unter Glas vor allem Begonien, Alpenveilchen und Weihnachtssterne gezogen. Paul Schütze hatte in der Region einen Spitznahmen, vielfach war er als „Dr. Begonie“ bekannt. Andre Schütze und sein mittlerweile verstorbener Bruder Peter Schütze übernahmen später den Betrieb, in guten Jahren wurden täglich bis zu 80 Blumengeschäfte im ganzen Land mit mehreren Lkw beliefert.

Vor rund 15 Jahren kam jedoch das Aus in Bordesholm, Hintergrund war die zunehmende Konkurrenz durch Supermärkte und Baumärkte. Auf dem Areal am Eiderkamp stehen nur noch Reste der Gewächshäuser, ein Bauunternehmen hat sich dort angesiedelt und nutzt die Bauten als Lager. Zudem wurden auf dem Gelände mehrere Wohnhäuser errichtet. Petra Splettstößer, früher Partnerin von Peter Schütze, führt den Gartenbaubetrieb in Großvollstedt als P.S. Gartenbau fort.

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