Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Rendsburg App warnt Autofahrer bei Wildwechsel
Lokales Rendsburg

Wildwarn-App wuidi mit Daten von Uni und WTK kann ab August genutzt werden

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:51 29.07.2020
Von Sorka Eixmann
LJV-Geschäftsführer Markus Börner hat die Wildwarn-App Wuidi bereits auf seinem Handy installiert. Quelle: Sorka Eixmann
Anzeige
Flintbek

"Bei Wuidi handelt es sich um einen kostenlose Warn-App, die als Meldeapp ursprünglich in Bayern entwickelt wurde", weiß Marcus Börner, Geschäftsführer beim Landesjagdverband in Flintbek. Dort wird sie bereits seit 2016 erfolgreich angewendet, "Ab August kann sie auch in Schleswig-Holstein eingesetzt werden. Darüber sind wir sehr froh", sagt Börner.

Mehr als 500 Gefahrenstellen sind bereits in der App zu finden

In die App wurden mehr als 500 Gefahrenstellen eingearbeitet. "Die Daten kommen vom Wildtierkataster", erklärt Börner. Bisher hat sich das Wildtier-Kataster Schleswig-Holstein (WTK-SH) vorwiegend mit der Erfassung von lebenden Tierpopula­ti­onen befasst, seit 2010 wurde mit dem Aufbau des Totfundkatasters begonnen.

Anzeige

"Dabei wurde der Schwerpunkt auf Wildunfälle gelegt. Gemeinsam mit der Uni Kiel wurden die Daten erfasst. Mit dem Totfundkataster steht eine Datenbank zur Verfügung, die erstmals einen Überblick über Wildunfälle in ganz Schleswig-Holstein ermöglicht." Genau diese Daten können in der App warnen, geschätzt kommt es jedes Jahr im Land zu rund 16000 Unfällen mit Wildkontakt.

Bei Gefahr ertönt ein deutliches Warnsignal

Bei Wuidi handelt es sich um ein dynamisches System, denn: "Jedes Jahr kommen durch die Erfassung beim Totfundkataster neue Daten dazu", so Börner. Es ist quasi ein Wildwechsel-Radar mit Echtzeit-Warnung: Während der Fahrt weist Wuidi auf potentiell gefährdete Streckenabschnitte hin. Die Analyse geschieht im Hintergrundmodus, sodass der Fahrer dabei nicht unnötig abgelenkt wird.

Bei Gefahr ertönt ein deutliches Warnsignal. "Das Ziel ist es, das Verhalten der Autofahrer zu beeinflussen", erklärt Marcus Börner. "Schilder, die auf Wildwechsel hinweisen, werden kaum beachtet. Auch Reflektoren und andere Dinge, die das Wild von der Straße fernhalten sollen, haben nicht immer die gewünschte Wirkung. Mit Nutzung der Warn-App hoffen wir auf weniger Wildunfälle."

Verhaltenstipps beim Wildunfall gibt es noch dazu

Doch die App kann nicht nur warnen. "Sie verfügt über einen Wildunfall-Service mit Schritt-für-Schritt-Anleitung für den Fall der Fälle", so Börner. Denn viele Autofahrer seien im Falle eines Wildunfalls mit der Situation überfordert, die App bietet Hilfestellung und leitet zum korrekten Verhalten bei der Abwicklung des Unfalls an. "Auch sind dort die zuständigen Polizeistationen aufgelistet, damit der Verkehrsteilnehmer gleich den richtigen Ansprechpartner hat."

Im Halbjahresrhythmus werden neue Daten hinzugefügt, so dass die App immer auf dem aktuellen Stand ist. "Wuidi kann auch in Navigationssysteme eingespielt werden", fügt Börner noch hinzu.

Immer informiert: Lesen Sie alle Nachrichten aus der Region Rendsburg.

Paul Wagner 29.07.2020
Hünengrab ist ein Fake - Megalithgrab im Wildhof neu aufgebaut
Sven Tietgen 29.07.2020
Beate König 29.07.2020