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Rendsburg Unabhängig reisen auch im Winter
Lokales Rendsburg Unabhängig reisen auch im Winter
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19:18 04.01.2017
Von Gunda Meyer
Wohnmobil im Winter? Auf jeden Fall. Ullrich (58) und Christina Kamolz (56) sind immer mit ihren beiden kleinen Hunden Jacky und Nelly unterwegs. Der Platz in Rendsburg ist ihr Wochenenddomizil. Quelle: Gunda Meyer
Rendsburg

Gleich mehrere Winterreisende richten sich derzeit auf dem Stellplatz Wohnmobilhafen Café Eiderblick in Rendsburg häuslich ein, obwohl der Servicebereich des Platzes noch bis einschließlich 3. März geschlossen hat.

Für Christina und Ullrich Kamolz aus Tornesch ist der Rendsburger Wohnmobilparkplatz ein „regelmäßiges Wochenendgrundstück“. Die beiden Berufstätigen haben zu Hause keinen Garten und freuen sich, ihren beiden Hunden Jacky und Nelly auf dem Stellplatz genügend Raum für Auslauf bieten zu können. „Es ist so schön ruhig und leer hier, aber man muss nicht weit laufen zum Einkaufen“, erklärt Christina Kamolz die Vorzüge.

Das Paar tourt in jeder freien Minute quer durchs Land. „Man ist sehr flexibel. Regnet es an einem Ort, kann man einfach weiterfahren, bucht man ein Hotel, ist man ortsgebunden“, sagt Ullrich Kamolz. Von Kälte ist in dem beheizten Koloss keine Spur. „Wo sonst hat man in Küche, Wohnzimmer, Bad und Flur gleichmäßig 22 Grad“, sagt der 58-Jährige.

Wenn die beiden in Rente gehen, wollen sie ganz im Wohnmobil leben – so wie ihr Freund Klaus-Peter Henseleit aus Dänischenhagen. Der 75-Jährige ist seit einem halben Jahr Nonstop mit seinem Gefährt unterwegs, schaut aber regelmäßig in seinem Haus vorbei. „Ich bin quasi auf der Flucht. Meine Frau ist im letzten Sommer gestorben, und ich möchte raus und Kontakte knüpfen“, sagt der 75-Jährige.

Sein Wohnmobil hat er seit sieben Jahren. „Ich bin schon mit meiner Frau immer viel durch Europa gereist.“ Mehr als 200 Kilometer fährt der Rentner aber nicht an einem Tag. „Ich überlege mir, wo ich hin möchte, und dann schaue ich in meiner App nach einem geeigneten Platz.“ Angst, alleine zu reisen und vor allem im Winter abgeschieden zu stehen, hat er nicht. „In den Anfängen hatte ich ab und zu ein mulmiges Gefühl, aber jetzt nicht mehr.“ Auf den Wohnmobilhafen wirft die Polizeistreife auch nachts ein wachsames Auge.

Betrieben wird der Platz seit 2004 von der Diakonie. 40 Wohnmobile finden auf den 5500 Quadratmetern Fläche einen Stellplatz direkt an der Untereider. „Wir renovieren jedes Jahr unsere Einrichtungen“, erzählt Katrin Eckstein, Ansprechpartnerin auf dem Gelände. Die drei Toilettenanlagen und Duschen werden trockengelegt und Feuchtigkeitsschäden behoben. Den Frühstücksservice gibt es in dieser Zeit ebenfalls nicht.

„Strom, Wasser und Toilettenentsorgung stehen den Campern aber weiterhin zur Verfügung“, so Eckstein. Dafür entrichten die Wohnmobilisten während der Sanierungsarbeiten keine Platzmiete von 15 Euro pro Gefährt und Nacht. Die Reisenden scheint das nicht zu stören: „In der Saison ist der Platz voll, aber auch im Winter sind bis zu 20 an einem Tag da.“ Und im Notfall helfen sich alle Winter-Wohnmobilisten untereinander, ergänzen die drei eingefleischten Camper.

Campen am Nord-Ostsee-Kanal:

Die Region rund um den Nord-Ostsee-Kanal ist wegen der Nähe zu Wasser und Natur äußerst beliebt bei Campern. Neben dem Wohnmobilhafen Café Eiderblick in der Rendsburger Innenstadt gibt es noch weitere Plätze, die direkt an der Wasserstraße liegen. Einen halben Kilometer vom Flughafen entfernt liegt zum Beispiel der Reisemobilstellplatz Schachtholm südlich des Kanals. Auch der Wohnmobilpark Schacht-Audorf bietet auf der Südseite für 27 Wohnmobile Platz. Direkt zwischen dem Kanal und der Eider liegt außerdem der familiär geführte Stellplatz in Breiholz.

Böse Überraschung für diejenigen, die am Mittwochmorgen erst später einen Kaffee trinken wollten oder gar in die Dusche sprangen: Ein Rohrbruch im Bereich Kätnerskamp/Heitmannskamp sorgte für ein überraschendes Ende der Wasserversorgung in Flintbek.

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