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Rendsburg Am Torhaus fehlen die Zeiger
Lokales Rendsburg Am Torhaus fehlen die Zeiger
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17:07 15.10.2015
Von Sorka Eixmann
Zeitlos glücklich, denn derzeit fehlen die Zeiger an der Turmuhr im Torhaus, sind die Besucher des Freilichtmuseums Molfsee. Quelle: Sorka Eixmann
Molfsee

Normalerweise ist Michael Hildebrandt ein ruhiger Mensch. Doch heute könnte der Museumsmitarbeiter etwas ungeduldig sein, denn er wartet – und zwar auf einen Hubsteiger. Die Turmuhr vom Torhaus im Freilichtmuseum Molfsee ist rechtzeitig zum morgigen Start des Herbstmarktes repariert worden, nun müssen noch die Zeiger installiert werden. Genau das geht nur von außen, dazu muss Hildebrandt in luftiger Höhe arbeiten.

 Wer jemals das Freilichtmuseum Molfsee besucht hat, der kennt sie – die Rede ist von der historischen Uhr, die das historische Torhaus, durch das man das Museumsgelände betritt, verziert. Torhäuser waren früher Teile von Gutsanlagen und damit auch Kennzeichen einer adligen Baukultur, das Torhaus im Freilichtmuseum ist eine Rekonstruktion des Torhauses vom Gut Deutsch-Nienhof, eines der schönsten Güter und ein bedeutender Herrensitz im Naturpark Westensee.

 Bereits 2014 wurde die Turmuhr aufwendig restauriert. Nach rund 40 Jahren hatte der Bauhof das marode Ziffernblatt aus Eiche abgebaut, die Ziffernblattplatte und den Zierkranz aus Holz bekam Holzbildhauer Giotto Bente als Vorbild für eine Kopie. Der 2,30 mal 2,60 Meter große, 150 Kilogramm schwere Holzrohling des Ziffernblattzierkranzes erhielt in der Werkstatt von Restaurator Peter von Gradolewski Vor- und Hauptanstrich, die Krone des Ziffernblattes außerdem eine Bleibewehrung gegen Witterungseinflüsse. Im April vergangenen Jahres montierte Michael Hildebrandt die Zeiger wieder auf die Stunden- und Minutenwelle des Uhrwerks. „Denn beide Uhrwerke laufen per Funk gesteuert parallel.“

 Vor einer Woche stellten Museumsmitarbeiter fest, dass die Uhr nicht mehr funktionierte, offenbar war die Welle defekt. Museumsuhrmachermeister Martin Stadermann reparierte das gute Stück, „Der Turm ist von innen begehbar, so dass Herr Stadermann problemlos an das Uhrwerk kann. Nur die Zeiger müssen von außen entfernt werden“, erklärt Hildebrandt das Prozedere.

 Und genau dafür braucht es den Hubsteiger, der die rund zehn Meter zwischen Boden und Turmuhr überbrückt. Ganz vorsichtig, mit Handschuhen, wird dann Hildebrandt die goldenen Zeiger installieren. „Damit die Besucher des Herbstmarktes auch wissen, welche Stunde geschlagen hat. Egal, ob sie gerade kommen oder uns wieder verlassen“, sagt Hildebrandt mit einem Schmunzeln.

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