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Segeberg 1000 Kita-Plätze-Programm geht auf
Lokales Segeberg 1000 Kita-Plätze-Programm geht auf
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17:54 18.02.2019
1000 zusätzliche Kita-Plätze sollen im Kreis bis 2021 entstehen. Das Förderprogramm des Kreises geht auf. Schon jetzt sind 600 Plätze bewilligt. Quelle: dpaWaltraud Grubitzsch
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Kreis Segeberg

85 weitere Kita-Plätze sind neben den 600 konkret beantragt. Dazu kommen angekündigte Maßnahmen mit weiteren 380 Plätzen. Werden diese umgesetzt, wird die 1000er-Marke leicht erreicht. „Wir müssen aber weiter Gas gaben“, sagt Torben Wenzel, Fachdienstleiter beim Kreis. „Wir sind noch lange nicht am Ende unserer Ausbaubemühungen.“

Selbstgesteckte Versorgungsquote für 2018 verfehlt

Bewilligt heißt aber noch nicht, dass die zusätzlichen Gruppenräumen ebenso schnell gebaut sind. Zwar liegt der aktualisierte Kitabedarfsplan noch nicht vor, im sogenannten Schlüsselkennzahlenbericht der Kreisverwaltung stellt diese aber selbst fest, dass die für 2018 selbstgesteckten Versorgungsquoten verfehlt wurden.

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Demnach lag das Ziel bei der Betreuung der unter Dreijährigen (U3) bei einer Versorgungsquote von 40 Prozent. Ende 2018 konnte die Quote jedoch nur um einen Prozentpunkt auf 39 Prozent gesteigert werden im Vergleich zum Vorjahr.

Bei den Über-Dreijährigen (Ü3) lag die Betreuungsquote 2017 bei 93 Prozent. Sie sollte in 2018 auf 98 Prozent erhöht werden. Erreicht wurden 95 Prozent.

Interaktive Karte: Zwischenstand zum 1000-Kitaplätze-Programm

Bundes- und Landesmittel sind de facto aufgebraucht

Trotzdem: Ohne das Förderprogramm des Kreises wären schon jetzt alle Bundes- und Landesmittel für den Kitabau durch die vorliegenden Bewilligungen gebunden – und damit aufgebraucht. Fast fünf Millionen Euro.

Seit einigen Monaten werde daher bei der Bewilligung weiterer Kitaplätze auf Kreismittel zugegriffen, laut Kreisverwaltung. Aus dem Segeberger Fördertopf sind demnach bereits weitere 366000 Euro gebunden.

Der Großteil der neuen Betreuungsmöglichkeiten sind im Südwesten Segebergs in Kaltenkirchen und vor allem Henstedt-Ulzburg geplant.

So entsteht derzeit in Kaltenkirchen im Zeisigring eine neue Kita für 80 Kinder – davon 40 unter Dreijährige (U3). Außerdem sind für die Kita Pusteblume acht zusätzliche Plätze bewilligt vom Kreis.

In Henstedt-Ulzburg wurden insgesamt sogar zusätzliche 180 Betreuungsplätze mit Förderung genehmigt. Im dortigen Dammstücken plant die Bürgergenossenschaft Kaltenkirchen eine Einrichtung mit 30 Krippen- und 60 Elementarplätzen.

Nochmal so viele sollen im neuen DRK-Kindergarten am Schäferkampsweg in diesem Jahr entstehen. Weitere 40 Plätze (je 20 U3/Ü3) werden im Falkenkamp in Norderstedt gefördert.

Neue Kitaplätze auch auf dem Land

Doch auch auf dem Land wird das Betreuungsangebot mit Hilfe der Förderung ausgebaut. Im Amt Boostedt-Rickling hat der Kreis bereits 70 weitere Plätze bewilligt (30 U3/40 Ü3), im Amt Itzstedt kommen 80 dazu (20/60), in Kaltenkirchen-Land 55 (5/50). Dazu kommen 30 U3-Plätze im Amt Trave-Land, 20 in Bramstedt-Land und fünf im Amt Leezen.

Die Stadt Bad Bramstedt hat zudem die Förderung für zehn Krippenplätze beantragt – außerdem sind 90 weitere Kitaplätze angekündigt nach Informationen der Kreisverwaltung.

Auch Bad Segeberg will das Betreuungsangebot weiter ausbauen. Für 75 Kindergartenplätze ist bereits beim Kreis eine Förderung beantragt, 40 weitere sind angekündigt.

In Norderstedt wurden seit Mitte 2017 die Förderung von 40 Kitaplätzen genehmigt, angekündigt sind weitere 110.

Insgesamt sind im Kreisgebiet 380 zusätzliche Betreuungsplätze geplant. Davon 240 für Kinder über drei Jahren. Werden alle umgesetzt entstehen im Kreis nach aktuellem Stand 1053 Kindergartenplätze bis 2021.

Acht Millionen Kreismittel stehen noch zur Verfügung

Fachdienstleiter Torben Wenzel beim Kreis lobt die Gemeinden für ihre Bemühungen und die nicht unerheblichen Investitionen, die sie auf sich nehmen – auch mit der Förderung.

Noch stehen gut acht Millionen Euro aus Kreismitteln für den Bau von Kindergartenplätzen für die Jahre 2019 bis 2021 zur Verfügung. Wenzel: „Andere Kreise beneiden uns für dieses Förderprogramm.“

Von Nadine Materne

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