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Segeberg 120 Bürger reichen Protest ein
Lokales Segeberg 120 Bürger reichen Protest ein
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19:29 08.01.2019
Von Uwe Straehler-Pohl
Neben dem Vorstand des Vereins „Lebenswertes Auenland“ um Thorsten Ehlers (5. v. li.), waren auch andere Bürger aus Hitzhusen zur Übergabe ihrer Stellungnahmen nach Kiel gefahren. Quelle: Uwe Straehler-Pohl
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Hitzhusen

„Lebenswertes Auenland“ hatte in einer Info-Veranstaltung im Dezember in der Hitzhusener Sporthalle viele Bürger mobilisiert, auch eigene Stellungnahmen zu schreiben. 120 folgten diesem Aufruf. Vereinsvorsitzender Thorsten Ehlers fuhr nun mit zehn Hitzhusenern und einem Bündel Papier an die Förde zum Innenministerium, um die Unterlagen zu übergeben.

Im Raum Bad Bramstedt sind nach derzeitigem Planungsstand gleich mehrere Vorrangflächen für Windenergie ausgewiesen. Eine Fläche liegt auf Lentföhrdener und Weddelbrooker Gebiet, eine zwischen Hitzhusen und Föhrden-Barl sowie eine weitere südwestlich von Föhrden-Barl. Für zwei dieser Flächen liegen bereits konkrete Bauanträge vor. 

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Seltene Schwarzstörche nicht berücksichtigt

Ehlers hatte die Stellungnahme des Vereins mit dem Fachanwalt Dr. Johannes Badenhop abgestimmt. Dessen Kanzlei Brock, Müller und Ziegenbein vertritt insgesamt 15 Kommunen. Als Argumente gegen Windkraftanlagen führt die Initiative an, dass Hitzhusen mit im vergangenen Jahr gezählten 120 Störchen und diverser anderer Großvögel und 42 Horsten für Graureiher besonders schützenswert sei. Außerdem seien zwei Waldflächen in Hitzhusen in einer Größenordnung von insgesamt 9600 Quadratmetern nicht bei der Ausweisung als Windeignungsfläche berücksichtigt worden. Hinzu käme, dass denkmalschutzrechtliche Belange nach Auffassung des Vereines nicht bedacht wurden, genau wie das Ansehen der Region als Naturschutz- und Tourismusraum. Außerdem brüten seit 14 Jahren geschützte Schwarzstörche in Hitzhusen. „Sie sind besonders wichtig für den Bestand in Schleswig-Holstein, der bei nur insgesamt sieben Paaren liegt“, erklärt Ehlers

Infraschall - ein Verstoß gegen das Grundgesetz?

Der Hitzhusener Stefan Kirst gehört zu den Bürgern, die auch selbst eine Stellungnahme abgegeben haben. „Mein wesentlicher Einwand sind die gesundheitlichen Auswirkungen durch den Infraschall“, sagt er. Astrid Rieche, ebenfalls aus Hitzhusen, sieht Gefahren für die Großvögel und den Naturschutz sowie mögliche gesundheitliche Schäden durch den Infraschall. „Das verstößt gegen den Artikel 2 des Grundgesetzes, das Recht auf körperliche Unversehrtheit“, findet sie. „Wir haben ökologisch soviel tote Flächen, da müssen doch nicht zwischen zwei Ortschaften mit Biotopen und Störchen Windkraftanlagen errichtet werden“, meint Thomas Thies aus Hitzhusen

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