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Segeberg 2,7 Hektar Wald abgeholzt
Lokales Segeberg 2,7 Hektar Wald abgeholzt
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19:23 01.02.2019
Von Klaus-Ulrich Tödter
Auf einer Fläche von 2,7 Hektar wurde auf Nützener Gebiet, nicht weit vom Globus-Baumarkt entfernt, ein Wald gerodet. Dort soll ein Reifen-Groß- und Einzelhandelsbetrieb entstehen. Quelle: Klaus-Ulrich Tödter
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Nützen

Fakt ist, dass auf einer Fläche von circa 2,7 Hektar auf Nützener Gebiet, zwischen dem Globus-Baumarkt und der Autobahnanschlussstelle Kaltenkirchen, ein Privatwald abgeholzt wurde. Dort standen vor allem Rotfichten. Aber auch ein über 100 Meter langer Eichenknick wurde plattgemacht.

Heftigster Kritiker der Aktion ist Kaltenkirchens Ex-Bürgermeister Stefan Sünwoldt. Es gehe nicht um ein Stück Wald irgendwo im Kreis Segeberg, schreibt er, sondern darum, „wie mit unserer Ökologie vor unserer Haustür umgegangen wird und um die Genehmigungspraxis der zuständigen Behörden in Zeiten unbestrittener Erderwärmung“.

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"Bäume leiden still und brauchen ein Lobby"

Und er moniert „eine stillschweigende Knickbeseitigung“ in dem betreffenden Bereich, die er als Skandal bezeichnet. Über den Vorgang könne man sich als Bürger nur wundern. Gehe man im Ortsgebiet zu hart an seinen eigenen Knick heran, rufe das schnell das Ordnungsamt auf den Plan. „Auch Bäume leiden still und brauchen eine Lobby in der Öffentlichkeit“, meint Kaltenkirchens Ex-Bürgermeister.

Das Fällen der Bäume sei völlig gesetzeskonform gelaufen, sagt Nützens Bürgermeister Klaus Brakel. Die Gemeinde habe das betreffende Gebiet, auf dem ein Reifen-Groß- und Einzelhandelsbetrieb entstehen soll, schon lange als Gewerbefläche ausgewiesen.

Alles mit rechten Dingen zugegangen

Dass bei der Fällung des Waldes und der Knickeichen alles mit rechten Dingen zugegangen ist, bestätigt Christian Thomann, Sachbearbeiter der Unteren Forstbehörde, Außenstelle Neumünster, und zuständig für den Kreis Segeberg. Die betreffende Fläche sei rechtskräftig als Gewerbegebiet ausgewiesen. „Und von dem privaten Eigentümer wurde der notwendige Antrag auf Waldumwandlung gestellt“, so Thomann. Dieser Antrag auf Nutzungsänderung und der damit verbundenen Rodung des Waldstücks wurde erst positiv beschieden, als die erforderlichen Ersatzpflanzungen vorgenommen wurden. Diese wurden in Nützen, Hartenholm und Hasenmoor auf etwas über acht Hektar Fläche realisiert.

Einar Behn 01.02.2019
Gunnar Müller 01.02.2019