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Segeberg 20 feierliche Minuten für Millionen Tote
Lokales Segeberg 20 feierliche Minuten für Millionen Tote
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21:00 13.11.2011
4bb Kranzniederlegung Riecke Quelle: Einar Behn
Bad Bramstedt

Das gilt nicht nur für Bad Bramstedt, wo am Volkstrauertag in einer 20-minütigen Zeremonie der Toten beider Weltkriege und der Gewaltherrschaft gedacht wurde. Auch in den anderen Orten des Kreises Segeberg, wo die Kriegsopfer mit Kranzniederlegungen geehrt wurden, fanden sich nur noch kleine Gruppen ein.

Dennoch: Die Zeremonie im Bad Bramstedter Herrenholz hat etwas Feierliches, auch 66 Jahre nach Kriegsende. Wenn der Männerchor Bad Bramstedt „Ich hatt, einen Kameraden“ anstimmt, kehrt andächtige Stille ein, ebenso, als die Abordnungen von Kirchen, Parteien und Verbänden unter Trommelwirbel ihre Kränze niederlegen.

Das imposante Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges bildet in Bad Bramstedt die Kulisse der Feierlichkeit. In den 20er Jahren hatte es der Berliner Bildhauer Professor Heinrich Missfeld (1872-1945) geschaffen. Die Namen von 90 gefallenen Soldaten sind hier eingraviert. Etwas pathetisch wirkend, aber dem damaligen Zeitgeist entsprechend, zeigt es eine trauernde Frau vor einem Lorbeer gekränzten Stahlhelm. In ihrer Ansprache erinnerte Bürgervorsteherin Mißfeldt an die Dimensionen der Opfer. „Es sind unverstellbare Zahlen: 55 Millionen Tote brachte der Zweite Weltkrieg, der erste 10 Millionen.“ Auch in Bad Bramstedt waren die Opferzahlen des Zweiten Weltkrieges ungleich viel höher als zwischen 1914 und 1918. Sie waren so hoch, dass die Stadtverordnetenversammlung in den 50er Jahren zunächst nicht wusste, wie sie den Opfern gerecht werden sollte. Nicht nur Soldaten waren ums Leben gekommen, auch viele Zivilisten, beispielsweise durch Bombenabwürfe und Tieffliegerangriffe. Und wie sollte man den Heimatvertriebenen gerecht werden? Sie trauerten um ihre Angehörigen, die die Flucht nicht überlebt haben. Stadtverordnete und Kirchenvorstand entschieden sich für ein schlichtes Mahnmal, bestehend aus sieben Stehlen, das ebenfalls im Herrenholz gebaut wurde. Jede Stehle trägt die Zahl eines Kriegsjahres. Die Namen aller Opfer hätten hier keinen Platz gefunden. Sie wurden in Bücher eingetragen, die öffentlich in der Gedächtniskapelle auf dem Friedhof ausliegen.

Kriegsteilnehmer gibt es nur noch wenige, die an der Kranzniederlegung teilnehmen können. Aber die Erzählungen der Eltern und Großeltern von den Erlebnissen im russischen Winter, den Bombenangriffen und Vertreibungen ist bei den meisten präsent. Nach der Feier standen die Besucher in Gruppen zusammen und erzählten davon. „Mein Vater hieß Nikolaus, er konnte singen und verstand die russische Seele“, erzählte Bürgervorsteherin Mißfeldt, „das rettete ihm das Leben.“ Gerhard Andresens Vater hatte dieses Glück nicht: „Er blieb in Russland.“ So erfüllt die Feierstunde dann doch ihren Sinn: Sich zu erinnern, wie viel Leid Krieg bringt.

Es hat schon eine lange Tradition: Jedes Jahr im November führen Kinder aus dem Dorf im Gasthof Spahr ein Weihnachtsmärchen auf, das sie mit der Hilfe engagierter Mütter einstudiert haben.

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