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Segeberg 250 Hotelgäste evakuiert
Lokales Segeberg 250 Hotelgäste evakuiert
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06:00 25.11.2013
Von Einar Behn
Einige Hotelgäste mussten über Leiter gerettet werden, die Hotelgänge waren zu verqualmt.
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Bad Bramstedt

Zu ihrem bislang größten Einsatz in diesem Jahr mussten 150 Feuerwehrleute aus Bad Bramstedt, Hitzhusen, Armstedt, Fuhlendorf, Hagen und Lentföhrden in der Nacht zu Sonntag ausrücken. Im Hotel Gutsmann war kurz vor 3 Uhr in einem Lagerraum der Inhalt mehrerer Müllcontainer in Brand geraten. Nur dem schnellen Eingreifen der Feuerwehr war es zu verdanken, dass bei der anschließenden Rettungsaktion alle Hotelgäste und Angestellte in Sicherheit gebracht wurden. Zehn Personen erlitten leichte Rauchvergiftungen.

 „Als wir wenige Minuten nach der Alarmierung am Einsatzort eintrafen, hatte sich der Rauch schon über mehrere Etagen ausgebreitet. Zeitgleich mit den Löscharbeiten begannen wir sofort mit der Evakuierung des Gebäudes“, erklärte Bad Bramstedts stellvertretender Wehrführer Bernhard Schmidt, der den Einsatz leitete. Die Rettung der Hotelgäste in den oberen Etagen des fünfgeschossigen Gebäudes erfolgte mithilfe von Steckleitern und dem Drehleiterfahrzeug der Bad Bramstedter Feuerwehr.

 Eine Touristin aus Dänemark, die zusammen mit ihrem Mann ein Wellness-Wochenende im Hotel gebucht hatte, erinnerte sich an die schrecklichen Ereignisse: „Wir schliefen tief in unserem Zimmer im zweiten Stock, als auf einmal jemand heftig an unsere Tür klopfte“, berichtete die Dänin. Als ihr Mann die Tür öffnete stand ein Feuerwehrmann mit Atemschutzmaske vor ihr und bat sie das Zimmer sofort in seiner Begleitung zu verlassen. „Ich konnte schon den Rauch riechen und sah Qualmwolken. Wir verloren keine Minute. Diesem Feuerwehrmann sind wir sehr dankbar, er hat wohl möglich unser Leben gerettet.“ Sie und alle anderen Hotelgäste wurden von den Feuerwehrleuten und inzwischen ebenfalls eingetroffenen Besatzungen mehrerer Rettungswagen aus Bad Bramstedt, Kaltenkirchen und den Kreisen Steinburg und Ostholstein betreut und in der benachbarten Schön Klinik unterbracht. Dort war erst vor wenigen Tagen ein großer Neubau eröffnet worden, sodass noch reichlich Platz vorhanden war.

 Der Qualm hatte sich inzwischen über die ebenfalls im Müllraum befindlichen Ventilatoren der Klimaanlage rasch im ganzen Gebäude verteilen können. Das Feuer selbst war nach 40 Minuten unter Kontrolle. Doch immer wieder entzündeten sich versteckte Brandnester, sodass die letzten Nachlöscharbeiten erst am Sonntag kurz vor 11 Uhr beendet waren.

 Am frühen Vormittag konnten die aus dem Gebäude evakuierten Hotelgäste in ihre Zimmer zurückkehren, um ihr Gepäck abzuholen. Ein weiterer Aufenthalt im Hotel war wegen der durch die Flammen verursachten Schäden nicht mehr möglich. „Der Brand hat Teile der Wasserversorgung und Haustechnik zerstört und auch zu Stromausfällen in verschiedenen Bereichen geführt“, erklärte Hoteldirektor Andreas Söhl. Deswegen bleibe das Hotel bis zur Beseitigung der Schäden für den Publikumsverkehr geschlossen. „Wann wir wiedereröffnen, kann ich nicht sagen. Wir sind zurzeit mit einer Bestandsaufnahme der Schäden beschäftigt“, sagte Hoteldirektor Söhl. Auch er bedankte sich besonders bei den Feuerwehrleuten. „Sie haben durch ihr schnelles Eingreifen Schlimmeres verhindert“, lobte Schön.

 Doch der Brand im Hotel Gutsmann war nicht der einzige Einsatz in Bad Bramstedt, zu dem die Feuerwehrleute in der Nacht zu Sonntag ausrücken mussten. Keine fünf Minuten nach dem Alarm bei Gutsmann meldeten Anwohner, dass auf dem Bleeck vor dem dortigen Blumengeschäft ein Behälter mit Tannenzweigen und Grünabfällen brennt.

 Als die Hitzhusener Feuerwehr eintraf, hatte der Geschäftsinhaber mit dem Gartenschlauch das Feuer schon unter Kontrolle. „Das war ein großes Glück, das Feuer hätte sonst schnell um sich greifen können“, sagte ein Feuerwehrsprecher.

 Und um kurz vor 5 Uhr gab es die nächste Alarmierung für die Bad Bramstedter Brandschützer. Ein Papiercontainer beim Bauhof in der Glückstädter Straße stand in Flammen. „Alle verfügbaren Kräfte waren aber noch beim Hotel Gutsmann gebunden. Wir haben deshalb die Lentföhrdener Feuerwehr alarmiert, die das Feuer rasch löschen konnten“, erklärte Einsatzleiter Schmidt, der ausdrücklich das hervorragende Zusammenspiel zwischen allen Rettungskräften hervorhob. „Besonders die Kameraden, die unter Atemschutz in das teils stark verqualmte Hotel eindringen mussten, waren enormen physischen und psychischen Belastungen ausgesetzt.“