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Segeberg „Toll, was die hier machen“
Lokales Segeberg „Toll, was die hier machen“
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20:00 22.02.2015
Von Jann Roolfs
Dominik Suchodolski (3) ließ sich passenderweise ein Wolfsgesicht schminken. Quelle: Jann Roolfs
Großenaspe-Eekholt

1000 Besucher kamen am Sonnabend zu Wolf, Hirsch und Marder. Einschließlich Sonntag, als das Wetter freundlicher war, begrüßten die Wildpark-Betreiber rund 3500 Gäste.

 Vor allem für Kinder waren viele Angebote aufgebaut: „Das ist immer toll, was die machen“, fand Jahreskarteninhaber Marcel Klemmer aus Bad Segeberg und schaute zu, wie sein sechsjähriger Sprössling Joschi versuchte, Speere durch zwei Ringe zu werfen, die zwischen Bäumen aufgehängt waren. Vorher hatten Vater und Sohn schon Stockbrot gebacken und Hunde gestreichelt. In Jurten wurden Geschichten vorgelesen oder Kettenanhänger gebastelt, in der Wildparkschule Wolfsgesichter geschminkt. Am Samstagabend stand noch eine Fackelwanderung durch den dunklen Wildpark auf dem Programm. Die erste Wolfsnacht klang schließlich an einem großen Lagerfeuer aus.

 Naturschutzbund (Nabu) und Nordlicht, ein Tierschutzverein für Schlittenhunde, Wildtierlabor und Wildpark boten reichlich Gelegenheit, sich zu informieren. Elvira von Schenck führte im Infomobil des Wildtierlabors vor, wie Wölfe im Dunkeln sehen: nämlich ziemlich klar, wo für den Menschen nur Dunkelheit zu erkennen ist. Das liegt unter anderem am Tapetum Lucidum, einer Schicht auf der Netzhaut, die bei Katzen, Hunden und Wölfen das einfallende Licht reflektiert und verstärkt.

 Der achtjährige Viggo Montowski aus Mühbrook bei Bordesholm hatte seinen Kettenanhänger fertiggestellt: auf einer Seite prangte ein Wolf, auf der anderen der Pfotenabdruck eines Wolfs. Er freute sich schon auf den Höhepunkt des Tages, die öffentliche Fütterung der Wölfe um 18 Uhr: Im vergangenen Jahr durfte er selbst Futter ins Gehege werfen, erzählte er. Er war mit seiner Mutter Jioanna und einem Freund unterwegs, Jioanna Montowski besucht mit ihm regelmäßig die Wolfs- und Dunkel-Munkel-Nächte im Wildpark, „weil das einfach schön ist“.

 Die Hauptdarsteller machten sich an den beiden Tagen etwas rar, denn die Wölfe verstecken sich gern in ihrem großzügigen Gehege, aber zum Anfassen und Streicheln hatten Levke Erichsen und Bernd Fedder vom Schlittenhundeverein Nord ihr Gespann aus sieben Huskys mitgebracht. Die Tiere waren aufgeregt wegen der vielen Besucherhunde um sie herum, aber sie ließen sich gern kraulen. Und als ihre Besitzer mit den Zuggeschirren kamen, brach großes Jaulen und Zerren an den Ketten aus: Laufen ist die große Leidenschaft der Hunde. Sie waren kaum zu bändigen, bis es endlich losging. Dann herrschte plötzlich Stille, und ohne einen weiteren Laut rannten die Huskys zwei Runden durch den Park und zogen dabei einen Wagen mit zwei Plätzen hinter sich her.

 Wolfsnächte und Huskys sind ja schön und gut, aber die fünfjährige Josefine Voß aus Neumünster wollte jetzt Rehe füttern. „Das muss jedes Mal sein“, erklärte ihre Mutter Vivian Voß. Ihre Familienjahreskarte für den Wiuldpark Eekholt nutzt sie mit drei Kindern weidlich aus: „Wir nehmen immer die ganzen Aktionen mit, das ist total schön hier“, schwärmte sie.