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Segeberg 2,5 Millionen Fahrgäste befördert
Lokales Segeberg 2,5 Millionen Fahrgäste befördert
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20:00 05.09.2017
Von Michael Stamp
Seit 50 Jahren ist Busfahrer Michael Jung (66) bei der Firma Autokraft beschäftigt. Quelle: Michael Stamp
Bad Segeberg

Aufgewachsen ist Michael Jung, den alle nur „Michel“ nennen, in Wahlstedt. Er bastelte bereits als Kind gern an Autos herum. Kein Wunder also, dass der 16-jährige Michael nach Ende der Schulzeit eine Lehre zum Kfz-Mechaniker anstrebte. Für monatlich 80 Mark fing er in der Autokraft-Werkstatt an.

Auf die Idee, selber hinter dem Lenkrad zu sitzen, kam der junge Mann nicht. „Die Fahrerei stand gar nicht zur Debatte.“ Er wollte schrauben, schrauben – und schrauben. „Da habe ich schon immer Spaß dran gehabt.“ Der Autokraft-Stützpunkt in der Kalkbergstadt war 1965 aus den Segeberger Verkehrsbetrieben hervorgegangen. Jung, privat ein ausgewiesener Pferdefreund, hat also fast die gesamte Firmengeschichte miterlebt.

Nach dem Gesellenbrief als Kfz-Mechaniker, einem 18-monatigen Wehrdienst und einem Gastspiel bei Autokraft in Kiel fing er in Bad Segeberg dann doch als Busfahrer an - und liebte diesen Job. Jung wurde nicht nur im Liniendienst eingesetzt, sondern war auch für Busreisen zuständig. Sie führten ihn auch ins Ausland.

Der Familie zuliebe keine Fernreisen mehr

1978 heiratete er seine Jutta, und als 1983 Tochter Denise geboren wurde, gab er die ausgedehnten Bustouren auf, um stets bei seiner Familie zu sein. Im Laufe der Jahre kamen aber auch auf den Kurzstrecken im Kreis Segeberg über 1,5 Millionen Kilometer zusammen. Jung beförderte etwa 2,5 Millionen Fahrgäste. Ganze Schülergenerationen kutschierte er beispielsweise von Wahlstedt nach Bad Segeberg – und auch wenn die Kinder und Jugendlichen ein bisschen morgenmuffelig in den Bus stiegen, hatte Michael Jung stets ein freundliches Wort für jeden. Neun Chefs gab es bei Autokraft – aber nur einen Michael Jung. Aus der Chefetage hieß es nun, im Jahre 1967 (als es die erste Herztransplantation gab) sei dem Mitarbeiter Jung offenbar das „Autokraft-Herz“ eingepflanzt worden.

33000 Segeberger müssen für ihren Job nach Hamburg pendeln. Das kostet Geld und Zeit. Andererseits: Wohnen ist auf dem Land billiger als in Hamburg. Umgekehrt pendeln 13500 Hamburger in den Kreis Segeberg. Welcher Standort ideal für eine Familie ist, kann sie jetzt selbst in fünf Minuten ermitteln.

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