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Segeberg 55 Jahre nach dem Schulabschluss
Lokales Segeberg 55 Jahre nach dem Schulabschluss
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20:47 07.04.2019
Von Heinrich Pantel
Die Lehrer Ilse Schütt (3. von links) und Richard Ruther (4. von links sitzend) sind umringt von ihren ehemaligen Schülern beim 55. Klassentreffen.  Quelle: Heinrich Pantel
Kaltenkirchen

Den weitesten Anfahrtsweg hatte Norbert Rudschuck, den die Liebe vor gut 50 Jahren in die Schweiz führte. In seiner Begrüßungsansprache wandte er sich besonders an den letzten Klassenlehrer, den 93-jährigen Richard Ruther: „Lieber Richard, ich benutze jetzt das Du, denn ich werde in diesem Monat auch schon 72 Jahre alt. Du bist schuld daran, dass deine Schüler so anständig geworden sind.“ Nicht nur Lesen, Schreiben, Rechnen und manches mehr sei ihnen beigebracht worden, sondern ebenso Werte wie Sauberkeit, Anstand, Ordnung oder Pünktlichkeit. Humorvoll und nachdenklich zugleich deutete er an, dass es nicht einfach sei, die erwähnten Tugenden der heutigen Jugend zu vermitteln, wenn Zeitgeist zu antiautoritärer Erziehung, Selbstfindung und Rebellion geführt habe: „Lehrer werden bedroht und Eltern gehen lieber zum Rechtsanwalt anstatt zum Gespräch in die Schule.“

Auch die Musiklehrerin Ilse Schütt kam zum Treffen

Richard Ruther verfolgte sichtlich amüsiert, wie sein „Schüler“ an Vergangenes erinnerte und mit der heutigen Zeit verglich. „Da sag ich jetzt mal nichts zu“, war eine seiner Zwischenbemerkungen. Deutlich legte er sich aber bei seinem Gesamteindruck fest: „Eine prima Klasse wart ihr.“ 

Besonders begrüßt wurde auch Ilse Schütt, die damalige Musiklehrerin. Für beide Ehrengäste gab es neben Sonderapplaus eine Spezialität aus dem Nachbarland, Schweizer Schokolade. Die mittlerweile 89-jährige Ruheständlerin sagte, Musik sei gar nicht eines ihrer eigentlichen Fächer gewesen. Weil aber die Fachkraft ausgefallen war, habe sie einspringen müssen. Ein Klavier gab es in der Schule, darauf spielen konnte die Pädagogin auch. Das musste als Basis für den Musikunterricht reichen. Ilse Schütt erinnerte sich: „Ich sang mit den Kindern meine Lieder. Sie durften ihre Schallplatten mitbringen.“ 

Smartphones kannten sie damals nicht - zum Glück

Reinhilde Schiller meinte, dass es bei den ersten Treffen nach der Schulentlassung um Fragen nach beruflichem Werdegang oder um Kinder gegangen sei. Inzwischen habe bereits mancher Schicksalsschlag verkraftet werden müssen. Die Kaltenkirchenerin folgerte: „Wir sind gesetzter geworden.“ Den Zusammenhalt derjenigen, die den Kontakt untereinander aufrechterhalten, habe das nur gestärkt. Für genug Gesprächsstoff ist stets gesorgt. Immer wieder wandern dabei die Gedanken zurück. Nahezu automatisch werden Einst und Jetzt miteinander verglichen. 

Irene Behrendt ist Berlinerin geworden: „Für mich ist Kaltenkirchen ein Dorf geblieben. Aber hier habe ich meine Jugend verbracht. Deswegen komme ich gerne zurück.“ Hannelore Portala: „Ich bin in Kaltenkirchen geboren, aufgewachsen und wohne noch immer hier. Gerne fahre ich mal woanders hin. Aber an unserem Ortsschild beginnt für mich Heimat.“ Und Günter Rickert erzählte: „Ich war im Sportverein, auch im Spielmannszug. Mit dem Smartphon rumdödeln? Das kannten wir nicht. Wir haben eine schöne Zeit gehabt. Die kann uns keiner nehmen.“

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