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Segeberg Frau getötet: „Ich weiß gar nicht warum“
Lokales Segeberg Frau getötet: „Ich weiß gar nicht warum“
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14:13 03.07.2019
In diesem Haus hat das Ehepaar in Groß Rönnau vor dem Tötungsdelikt gelebt. Quelle: Nadine Materne
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Kiel

Weil er seine schlafende Frau in Groß Rönnau (Kreis Segeberg) mit einem schweren Mörser erschlagen haben soll, muss sich ein 78-jähriger ehemaliger Polizist seit Mittwoch vor dem Landgericht Kiel verantworten. Dem Beschuldigten werde vorgeworfen, seine 79 Jahre alte Ehefrau am 26. Oktober 2018 im Zustand der Schuldunfähigkeit getötet zu haben, sagte die Staatsanwältin zum Auftakt des sogenannten Sicherungsverfahrens.

Der Mann soll am Morgen seines Geburtstags einen drei Kilogramm schweren Mörser aus einem Schuppen geholt und damit im Schlafzimmer drei- bis viermal auf sie eingeschlagen haben. Als die Frau vor Schmerzen schrie, drückte er ihr laut Anklage den Kopf herunter und schlug noch ein- oder zweimal auf sie ein.

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Angeklagter schweigt vor Gericht

Der Beschuldigte soll krankheitsbedingt nicht in der Lage gewesen sein, das Unrecht seines Handels zu erkennen. Er wurde deshalb einstweilig in einer Psychiatrie untergebracht. Sein Anwalt sagte zu Prozessbeginn, „er möchte hier heute nichts sagen“. Dies sei dem Zustand seines Mandanten geschuldet.

Der Vorsitzende Richter Jörg Brommann verlas am ersten Verhandlungstag das Protokoll des Notrufs, den der ehemalige Polizist nach der Tat gemacht hatte. „Sie müssen mal herkommen“, sagte er demnach. „Meine Frau habe ich vermutlich ermordet.“ Sie atme nicht mehr. Auf Nachfrage des Notrufs: „Die ist tot, die habe ich ja erschlagen.“ Er wisse gar nicht warum. Das Paar war mehr als 50 Jahre verheiratet.

Drei Verhandlungstage sind angekündigt

Für das Sicherungsverfahren vor der 8. Strafkammer des Landgerichts sind drei Verhandlungstage angesetzt. Der Richter kündigte bereits an, dass die Öffentlichkeit beim psychiatrischen Gutachten und den Plädoyers, die am Donnerstag erwartet werden, voraussichtlich ausgeschlossen werde. Das Urteil wird am 11. Juli 2019 erwartet.

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Von KN/dpa

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