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Segeberg Mit einer Waffe aus dem Auto gezielt
Lokales Segeberg Mit einer Waffe aus dem Auto gezielt
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17:57 27.11.2018
Foto: Zwei Hamburger mussten sich vor dem Amtsgericht wegen illegalen Waffenbesitzes verantworten.
Zwei Hamburger mussten sich vor dem Amtsgericht wegen illegalen Waffenbesitzes verantworten. Quelle: Archiv
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Schwissel/Bad Segeberg

„Ich war auf der Autobahn 21 unterwegs auf der linken Spur“, berichtet Zeuge Karsten S.  „Ich war etwas schneller unterwegs und bin dem Fahrzeug vor mir zu dicht aufgefahren.“ Dann sei er von dem vorderen Wagen ausgebremst worden. „Also hab ich ihn überholt und auch ausgebremst.“ Dann  sei das Auto mit den beiden Angeklagten darin erneut an ihm vorbei gefahren. Dann habe sich der Beifahrer aus dem Fenster gelehnt und mit einer Waffe auf ihn gezielt. Da sei der andere Wagen bereits „50 oder 100 Meter“ vor ihm gefahren. An das Gesicht des Täters erinnert sich S. kaum: „Helle Haut und kurze Haare.“

Die verständigte Polizei machte sich mit mehreren Fahrzeugen auf die Suche nach den Verdächtigen und konnte sie schließlich auf der B 205 vor Neumünster stellen, wie ein Beamter vor Gericht schildert. Eine Schreckschusswaffe wurde sichergestellt.

Schreckschusswaffe in einem Teppichgeschäft gekauft

Die beiden Hamburger Lars (34) und Oliver K. (37) kommen ohne Anwalt zur Verhandlung. „Ich habe höchstens ein Iqos in der Hand gehabt“, sagte Lars K., der am Steuer gesessen hatte am fraglichen Abend. Er spricht von einer E-Zigarette. „Keine Ahnung, was der Zeuge da gesehen haben will.“ Auch sein Bruder Oliver auf dem Beifahrersitz gibt an, die Waffe nicht in der Hand gehabt haben.

Den Besitz der Waffe leugnete Lars K. nicht: „Die gab es als Angebot in einem Teppichgeschäft, ich musste sie kaufen.“ Es sei kurz vor Silvester gewesen.

„Haben Sie einen kleinen Waffenschein?“, fragt Richter Alexander Schmücker nach. „Nein. Aber ich habe mich informiert und die Waffe getrennt von der Munition aufbewahrt“, erklärt Lars K. So habe die Waffe unter der Rückbank gelegen, die Munition im Handschuhfach.

Nach einer Beratungspause wird den beiden Männern angeboten, das Verfahren zu verkürzen und wegen Geringfügigkeit gegen eine Geldauflage von je 900 Euro einzustellen. „Hier geht es nur um den Besitz der Waffe“, betont Schmücker. Eine Bedrohung hatte die Staatsanwaltschaft nicht angeklagt.

Widerwillig lassen sich die beiden unterhaltspflichtigen Männer auf die Zahlung ein, die sie binnen sechs Monaten an eine gemeinnützige Organisation zahlen müssen. Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft kann sich ein Lachen nicht verkneifen, als Lars K. fragt, ob er seine Waffe wiederhaben kann. Zum Schluss wird Richter Schmücker deutlich: „Lassen Sie so einen Scheiß künftig. Eine E-Zigarette war das sicher nicht, was aus dem Fenster gehalten wurde. Aber darum geht es heute nicht.“

Von Nadine Materne

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