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Segeberg Bürgerfrust über Ortspolitik
Lokales Segeberg Bürgerfrust über Ortspolitik
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11:44 13.08.2019
Von Nicole Scholmann
Die umgesägte Linde war das Top-Thema im Planungsausschuss Henstedt-Ulzburg, der am Montagabend tagte. Die Emotionen kochten hoch. Quelle: Privat
Henstedt-Ulzburg

„In der heutigen Zeit sollte es doch klar sein, wie wichtig alte Bäume sind!“ „Wollen Sie nicht langsam mal umdenken?“ „Sie sind doch von uns Bürgern gewählt!“ „Was nützen Wohnungen, wenn die Luft zum Atmen fehlt!“ Die Fragen und Vorwürfe der besorgten Bürger waren eindringlich und zum Teil lautstark, sodass Ausschussvorsitzender Stephan Holowaty (FDP) alle Hände voll zu tun hatte, um Ordnung in den Ablauf zu bringen.

Linde hatte den Schutzstatus verloren

Was war geschehen? Mit einer Mehrheit von CDU, BFB und FDP war vor der Sommerpause der Bebauungsplan 141 in Henstedt geändert worden, sodass die Bebauung eines Grundstücks, auf dem die Linde stand, möglich wurde und die Linde ihren Schutzstatus verlor. Eine Bürgerinitiative sowie SPD, Grüne und WHU versuchten daraufhin, einen Weg zur Rettung des Baumes zu finden und zogen ein Normenkontrollverfahren in Betracht. Der Grundeigentümer zögert nicht lang, sah sich im Recht und ließ die Motorsäge anschmeißen. Die Linde wurde an einem Freitagmittag abgeholzt – was für Empörung unter den Lindenrettern sorgte. Da der Baum nicht mehr geschützt war, handelt es sich laut Bürgermeister Stefan Bauer lediglich um eine Ordnungswidrigkeit, da die Schutzzeit des Baumes nicht eingehalten worden war. Abgesägt werden dürfen hätte er erst ab dem 1. Oktober.

CDU, BFB und FDP sehen sich im Recht

Das Absägen innerhalb der Schutzzeit verurteilten alle Fraktionen. Aber CDU, BFB und FDP sahen sich in der Festlegung des B-Planes im Recht. „Politische Beschlüsse sind nun mal zu akzeptieren“, betonte Jens Iversen (BFB) und hielt den Grünen vor, Stimmung zu machen. „Unsere Entscheidung war richtig!“, meinte Iversen. „Wir sollten Rückrad haben und dazu stehen“, erklärte auch Jens Müller (CDU). Den Christdemokraten werde nun vorgeworfen, „die Bösen zu sein“ (Ausschussmitglied Michael Meschede), wie die Grünen vorgehen, sei „daneben“. Dem widersprach Kurt Göttsch, Fraktionsvorsitzender der Grünen, vehement. Er wolle nicht Stimmung machen, die Bürger könnten einfach nur nicht verstehen, warum alte Bäume abgeholzt werden.

Stärker auf bestehende Bäume achten

Damit solche Vorfälle wie in Henstedt sich nicht wiederholen, haben einige Fraktionen angekündigt, stärker als bislang bei Bauvorhaben auf vorhandene Bäume zu achten. Verena Grützbach (WHU) appellierte an die Politik, künftig die Wünsche der Bürger stärker zu berücksichtigen.

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