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Segeberg Aufregung wegen gefällter Bäume
Lokales Segeberg Aufregung wegen gefällter Bäume
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17:31 11.02.2020
Von Klaus-Ulrich Tödter
Mit Durchforstung und Beseitigung von Gefahrenquellen hat diese Baumfällaktion nach Meinung von Rolf Möller und seiner Tochter Anja Jung nichts mehr zu tun. Quelle: Klaus-Ulrich Tödter
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Itzstedt

 „Das ging so schnell, dass wir gar nicht reagieren konnten. Das sieht aus wie auf einem Schlachtfeld", sagt Rolf Möller. Es werde immer davon gesprochen, dass Wald erhalten bleiben müsse, als grüne Lunge wichtig für das Klima sei. „Hier in Itzstedt ist das aber offenbar kein Thema“, bedauert der 84-Jährige, der seit 1965 im Ort an der Seetwiete lebt.

Und zwischen dieser Straße und dem Fasanenweg liegt der etwa ein Hektar großer Wald, um dessen Erhalt es immer wieder Streit gibt. Bereits Anfang der 1980er-Jahre kochte das Thema schon hoch. Auch damals wurden dort Bäume gefällt. Die Anwohner mit Rolf Möller an der Spitze hatten damals sogar eine Bürgerinitiative gegründet, um zu verhindern, dass nicht alles abgeholzt wird, um vielleicht dort Bauland zu schaffen.

Ein Wald darf bewirtschaftet werden

Das ist 40 Jahre nicht geschehen und auch nicht vorgesehen, bestätigt Bürgermeister Helmut Thran. „Das ist auch die Meinung der Gemeindevertretung.“ Schließlich handele es sich um einen eingetragenen Wald. Thran zeigte sich auch „entsetzt“, dass so viel Bäume der Säge zum Opfer fielen, „aber da ist man auch als Bürgermeister machtlos“. Ein Wald dürfe nun mal bewirtschaftet werden, wie es im Amtsdeutsch heißt. Dazu gehörten offenbar auch größere Fällarbeiten, wenn zum Beispiel eine Gefahrenquelle beseitigt werden müsse. Wenn sich der Eigentümer dabei im rechtlich zulässigen Bereich bewege, müsse man das akzeptieren. „Ich kann das nicht überprüfen“, so der Bürgermeister.

Wald gehört Naturschutzbeauftragten

Eigentümer Steffen Gröger-Heecks, auch Ortsnaturschutzbeauftragter der Gemeinde, versteht die ganze „Polemik und Aufregung“ nicht, „die ich als sehr unfair empfinde“. Der Wald stehe dort sehr dicht an der Wohnbebauung. „Bei Sturm gibt es immer wieder Ärger.“ So hätten sich Anwohner in der Vergangenheit häufig über herabfallende Äste beschwert. Die seien auch schon mal auf ein Dach gefallen. Deshalb habe er jetzt dort endlich einen Sicherheitsstreifen ziehen und das Gebiet durchforsten lassen. Dazu wurden auch Bäume gefällt. Um mit den notwendigen Maschinen in den Wald zu gelangen, musste man auch eine Schneise anlegen. „Das ist alles in Abstimmung mit der Forstbehörde geschehen“, argumentiert Gröger-Heecks, „denn ich mache doch nichts Verbotenes“. Auch Wiederanpflanzungen würden von ihm vorgenommen. Und Gröger-Heecks macht den Anwohnern zum Schluss noch ein Angebot: „Sie können mir gerne den Wald abkaufen.“ Dann könnten sie so verfahren, wie sie wollen, müssten dann allerdings auch die Risiken tragen.

Forstbehörde will Ortstermin machen

Unterstützung erhält Gröger-Heecks von Christian Thomann, Sachbearbeiter bei der unteren Forstbehörde des Kreises Segeberg mit Sitz in Neumünster, dem der Fall bekannt ist. Der Eigentümer habe ihm mitgeteilt, so Thomann, dass es Probleme mit den angrenzenden Häusern durch herabfallende Äste gebe und er deshalb im Rahmen seiner Verkehrssicherheitspflicht Gefahrenquellen durch die zu dicht an der Bebauung stehenden Bäume beseitigen wolle. Ebenfalls plane er Durchforstungen. Dagegen sei nichts einzuwenden, so Thomann. „Ich werde mir das aber persönlich einmal vor Ort ansehen, um mir ein Bild zu machen“, kündigt der Sachbearbeiter an. 

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