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Segeberg Abschied vom Café Cappuccino
Lokales Segeberg Abschied vom Café Cappuccino
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16:24 12.09.2019
Von Klaus-Ulrich Tödter
Nach über 20 Jahren schließt Kurt Barkowsky am Sonnabend sein Eiscafé Cappuccino am Markt. Während seine Frau Lilian ebenfalls aufhört, wird seine langjährige Angestellte Nurgül Nural (links)  vom neuen Besitzer übernommen. Quelle: Klaus-Ulrich Tödter
Kaltenkirchen

Der Kommunalpolitik wird er aber auch künftig erhalten bleiben. „Das ist mein Hobby, für das ich ja jetzt als Rentner genügend Zeit habe“, sagt der 67-Jährige.

Am 1. November 1997 eröffnete Barkowsky das Cappuccino, das schnell „Café Wichtig“ genannt wurde. Zu der Zeit war der Besitzer schon eine Persönlichkeit in der Stadt, in vielen Vereinen aktiv und für die CDU als Stadtrat tätig. Und so wurde das Cappuccino zum In-Treff, wo auch Politiker aller Parteien zum Klönschnack auftauchten. „Auf der einen Seite war es schön, später manchmal auch belastend“, so Barkowsky. Wenn schwierige politische Entscheidungen im Ort anstanden, wurde die Diskussion darüber auch oft in sein Eiscafé verlagert. „Und es blieben auch Gäste weg, wenn sie Entscheidungen der CDU nicht mittragen konnten.“ Aber das sei zum Glück nicht häufig der Fall gewesen.

Politik als Ausgleich

Barkowsky war immer ein Arbeitstier. Urlaub kannte er nicht. „Zwischen Weihnachten und Neujahr hatten wir zu. Das war unser Urlaub.“ Jeden Tag war er morgens der Erste, abends schloss er ab. Im Sommer stand er vier bis fünf Stunden täglich in der Küche, nur um Eis zu machen. Das schmeckte, denn wenn die Sonne schien, war die Terrasse voll. 70 Prozent seiner Kundschaft sind Stammgäste. „Erst kamen die Eltern, jetzt schon die erwachsenen Kinder. So etwas ist schön, verbindet.“ Die wenige Freizeit, die blieb, ging immer für die Politik drauf. „Das war aber ein toller Ausgleich für mich, nie eine Last.“

Italiener übernimmt das Café

Bald werde er 68 Jahre alt, so Barkowsky. Deshalb habe er zusammen mit seiner im Betrieb mitarbeitenden Ehefrau Lilian, die er 2012 heiratete und die auf ihre Gesundheit achten muss, den Entschluss gefasst, aufzuhören.

Ein Nachfolger steht bereits fest. Damiano Giancaspro vom italienischen Restaurant La Botte in Kaltenkirchen wird der neue Betreiber. Er übernimmt auch Barkowskys Angestellte Nurgül Nural, die zusammen mit ihm 1997 im Cappuccino anfing.

Ab Sonnabend wird das Eiscafé für zwei Wochen wegen kleinerer Renovierungen geschlossen, dann bis Ende des Jahres geöffnet bleiben. Danach werden innen umfangreichere Erneuerungen vorgenommen.

Auszeit und Abstand geplant

Barkowsky wird man zunächst im Cappuccino nicht sehen. Er hat sich dort erst einmal eine Auszeit verordnet. „Ich muss ein bisschen Abstand gewinnen, und für den neuen Betreiber ist es auch besser, wenn der alte da nicht rumsitzt.“

Langweilig wird Kurt Barkowsky mit Sicherheit nicht werden, denn in der Politik läuft der Betrieb nach der Sommerpause wieder auf vollen Touren. Und da mischt er als Kaltenkirchener Stadtvertreter, Aufsichtsratsvorsitzender der Städtischen Betriebe, Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion in Bad Segeberg und stellvertretender Landrat kräftig mit.

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