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Segeberg Mediziner suchen dringend Nachfolger
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09:23 28.11.2019
Von Michael Stamp
Holger Damaschke (von links) und Dr. Michael Orlowski wollen ihre Praxis in der Ostlandstraße 8 gern in jüngere Hände übergeben. Das wird auch von Wahlstedts Bürgermeister Matthias Bonse stark unterstützt. Der Verwaltungschef erhofft sich weiterhin eine ausreichende Versorgung der 9 709 Einwohner mit Hausärzten. Quelle: Michael Stamp
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Wahlstedt

Mittlerweile praktizieren sie im 38. Jahr gemeinsam in dem Haus an der Ostlandstraße. Allerdings hat Damaschke inzwischen bereits seinen 70. Geburtstag gefeiert; und Orlowski wird im kommenden Februar auch schon 69 Jahre alt. So lange sie noch vollkommen fit sind, wollen die Ärzte einen Nachfolger einarbeiten – und sind enttäuscht, dass auch nach knapp dreijähriger Suche niemand diese Aufgabe in der Industriestadt übernehmen will.

Bewerber wollte Praxis nicht allein übernehmen

Zuletzt hat am Dienstag ein Bewerber abgesagt. „Weil er keinen Zweiten als Partner präsentieren konnte“, erzählt Orlowski. „Er hat Angst, das allein zu machen.“ Dabei wäre ein Neuer gar nicht so ganz allein. Orlowski und Damaschke können sich gut vorstellen, als angestellte Ärzte weiterzumachen und den Patienten den Übergang zu erleichtern.

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Aktuell gibt es in Wahlstedt fünf Hausärzte: Michael Orlowski, Holger Damaschke, Christoph Opitz, Karl-Herbert Darmer und Axel Armbrust. Zuletzt hat Rolf Scheuer im April 2018 aus Altersgründen aufgehört. Immerhin blieb sein Arztsitz in Wahlstedt. Er ging an das Medizinische Versorgungszentrum Armbrust über. Und Opitz zieht demnächst vom Mediohaus in die frühere Scheuer-Praxis an der Hans-Dall-Straße. Nur bringe dieser räumliche Wechsel keine zusätzliche Kapazität für die Versorgung in Wahlstedt, gibt Bürgermeister Matthias Bonse zu bedenken. 

In der Praxis werden etwa 2800 Patienten betreut

Etwa 2800 Patienten werden von Orlowski und Damaschke betreut. „Das ist schon richtig ein Pfund“, sagt Bonse. Die Patienten kommen größtenteils aus Wahlstedt, aber auch aus umliegenden Orten wie Heidmühlen, Bark und Rickling

„Es ist für jemanden, der reinkommt, eine Bombenchance“, betont Orlowski. „Hier könnte man ein schönes Arzt-Dasein beginnen.“ Der Neue finde ein eingespieltes Team, einen treuen Patientenstamm sowie eine gut ausgelastete und voll eingerichtete Praxis vor, deren Geräte nicht erst gekauft und von der Kassenärztlichen Vereinigung zugelassen werden müssen. Natürlich werde ein neuer Mediziner hier und da modernere Geräte wollen, aber die ließen sich Schritt für Schritt anschaffen und nicht in einer Großinvestition zu Beginn. 

Beide Ärzte würden vorläufig weiter mitarbeiten

Das Know-how und die Unterstützung der Vorgänger gibt es dazu – wenn es denn gewünscht ist. Orlowski: „Wir wollen nichts überstülpen. Das ist ein Angebot.“ Auch sei es Verhandlungssache, ob ein neuer Arzt das Gebäude kauft oder mietet. „Da ist nichts in Stein gemeißelt.“ Das Haus gehört dem Ehepaar Orlowski

„Wenn wir beide 30 Jahre jünger wären, würden wir auch noch 30 Jahre arbeiten“, betont Orlowski mit Blick auf Damaschke. „Wir sind mit Wahlstedt verwurzelt.“ Der Ort sei ein guter Platz zum Wohnen und Arbeiten – und es gebe anders als in Ballungsgebieten keinen Konkurrenzdruck zwischen den Praxen.

Junge Mediziner sind lieber Angestellte

Aktuell seien erfreulicherweise wieder mehr junge Leute auf dem Weg, Fachärzte für Allgemeinmedizin zu werden, erläutern Damaschke und Orlowski. Allerdings seien etwa 70 Prozent der Medizinstudenten Frauen – und sie achten verstärkt auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Daher sei die Übernahme einer Praxis für viele nicht sonderlich erstrebenswert; sie wollen nach Einschätzung der Wahlstedter Ärzte lieber als Angestellte mit festen Dienstzeiten arbeiten.

Bürgermeister Bonse hofft, dass die Praxis an der Ostlandstraße in neue Hände übergehen wird. Das Gedankenspiel, in Wahlstedt ein Ärztehaus mit angestellten Medizinern nach Büsumer Vorbild zu errichten, ist noch nicht weiter verfolgt worden. Dafür bedürfte es eines Investors und längerer Vorlaufzeit. Außerdem müssten sich die Patienten darauf einstellen, häufig bei wechselnden Ärzten zu landen.

Wie auch immer: Eine für alle Seiten akzeptable Lösung soll her. „Wir haben beide nicht vor, Wahlstedt zu verlassen – und wir möchten weiter durch Wahlstedt gehen können und nicht unsere alten Patienten treffen, die sagen: Ihr habt uns hängen lassen!“ Holger Damaschke sieht das genauso. „Wir arbeiten so lange weiter, bis wir eine Lösung gefunden haben.“

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