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Segeberg Albig gratuliert Marlies Borchert
Lokales Segeberg Albig gratuliert Marlies Borchert
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19:30 16.02.2014
Die rund 400 Gäste erlebten im Vitalia Seehotel, das auch zur Segeberger Kliniken Gruppe gehört, einen feierlichen Abend mit viel Prominenz und Unterhaltung.
Bad Segeberg

„Tolle Party!“ „Rauschendes Fest!“ „Was für ein Abend!“ In dieser Preisklasse bewegten sich denn auch die Kommentare der Besucher. Prominentester Gratulant war Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig, der pünktlich zum Beginn der Feierlichkeiten kurz vor 18 Uhr aus Berlin eingeflogen war. Die in einem seidig glänzenden schwarzen Kleid mit roter Stola gekleidete Gastgeberin nahm den Landesvater persönlich in Empfang.

 In seinem Grußwort würdigte Albig die Segeberger Kliniken als „festen Bestandteil der norddeutschen Gesundheitslandschaft“ und „hochspezialisiertes Organ eines komplexen Gesamtorganismus“. Er sei an diesem Tag nach Bad Segeberg gekommen, um eine herausragende Unternehmerpersönlichkeit kennenzulernen, und zudem neugierig auf eine Frau gewesen, die sage, es gehe doch nur um ihre Klinik: „Obwohl sie heute einen wichtigen runden Geburtstag hat.“

 Marlies Borchert, so Albig weiter, sei die einzige Frau in Deutschland, die Geschäftsführerin und gleichzeitig Eigentümerin einer solch großen Klinikgruppe ist. „Sie sind seit Jahrzehnten tief mit dem Betrieb verbunden und haben Übernahmeangebote von anderen Klinikkonzernen stets ausgeschlagen. Damit bleiben die Segeberger Kliniken das größte private Klinikunternehmen in Familienhand.“

 Es war ohnehin ein Abend der großen Worte - und Gefühle. Die Redner des Abends - und es waren viele, bis das reichhaltige und opulent hergerichtete Büffet eröffnet wurde - lobten allesamt Tatkraft, Engagement und Geschick Borcherts, die aus einer kleinen Stadtklinik ein „Aushängeschild für die Stadt Bad Segeberg“ geschaffen habe, wie der langjährige Kliniken-Geschäftsführer und Wegbegleiter Harald Toews es ausdrückte.

 Vertreter aus Bundes-, Landes-, Kreis- und Stadtpolitik, Gäste aus Bad Segeberg und aus dem Umland nahmen ebenso an den mit Tafelsilber und Rosen geschmückten Tischen Platz wie Ärzte, Betriebsräte, Angehörige von Vereinen und Verbänden sowie viele Mitarbeiter und Freunde. Auf der Bühne sorgte der Hamburger Sänger Stefan Gwildis mit seiner Band für soulig-rockige Unterhaltung bis weit nach Mitternacht.

 Im Mittelpunkt des Geschehens stand natürlich die „Marlies-Borchert-Erfolgsstory“ (Toews). Was die damals 30-Jährige aus einfachen Verhältnissen in den vergangenen 40 Jahren aufgebaut hat, brachte zunächst ein Imagefilm in Erinnerung. Aus einer einfachen Kurklinik ist ein Gesundheitskonzern mit einem Jahresumsatz von 125 Millionen Euro und knapp 1800 Beschäftigten geworden, in dem pro Jahr rund 39000 Patienten behandelt werden.

 „Sie haben es verdient, sich feiern und hoch leben zu lassen“, sagte Landrätin Jutta Hartwieg. „Was wäre Bad Segeberg heute ohne Sie, Frau Borchert?“ fragte Bürgervorsteherin Ingrid Altner auch im Namen von Bürgermeister Dieter Schönfeld. Kämpferische Worte gab es von Bernd Jorkisch, dem Vicepräses der Industrie- und Handelskammer zu Lübeck. „Ich weiß, ich kann das - das ist ihr Credo. Yes, you can, das bestätige ich Ihnen“, erklärte der Unternehmer in Anspielung auf den Leitsatz des amerikanischen Präsidenten Obama.

 Bewegend war der Auftritt von Günther Pahl, ehemaliger Geschäftsführer des Rehabilitationszentrums, wo er von 1972 bis 1990 leitend tätig war. Er erinnerte zunächst daran, dass er der Unternehmerin damals „kein defizitäres Klinikum“ übergeben habe. „Es befand sich alles in einem wirtschaftlich guten Zustand“, betonte er. Sie sei seine „gelehrige Schülerin“ gewesen, bekannte Marlies Borchert, als sie ihren Mentor nach dessen Rede vor der Bühne in Empfang nahm.

 Für eine erste erfrischende Abwechslung sorgte Dr. med. Manfred Lütz. Der Arzt, Theologe und Schriftsteller aus dem Rheinland nahm in seiner fast einstündigen Vorstellung das Gesundheitswesen und dessen Auswüchse aufs Korn. Der Psychiater erheiterte die Anwesenden mit seiner rasanten, aber deutlichen Sprache und Erkenntnissen wie „Gesund ist eine Person, die nicht ausreichend untersucht wird“ oder „Auch wer gesund stirbt, ist definitiv tot“ sowie der Forderung einer gelegentlichen „Freiheit zum ungesunden Leben“.

 Marlies Borchert als Hauptperson des Abends vergaß bei all dem Lob nicht, sich bei den Bankiers zu bedanken, die ihr damals 52 Millionen D-Mark anvertraut hatten, damit sie ihre Pläne verwirklichen konnte. Warme Worte galten auch ihrem Geschäftsführer Toews, der seit 18 Jahren an ihrer Seite sei und sie durch manch schwere Zeit begleitet habe.

 Vor allem dankte Marlies Borchert mit ergriffener Stimme ihrer Familie: „Ihr wart immer für mich da!“ Alle 400 Gäste erhoben sich von ihren Stühlen; ihr Beifall begleitete die 70-Jährige von der Bühne zurück an ihren Tisch, an dem sie von ihren Kindern, ihrer Schwester und ihrem Schwager herzlich in Empfang genommen wurde.