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Segeberg Albig nahm doch Eisbein
Lokales Segeberg Albig nahm doch Eisbein
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06:00 28.01.2013
Von Peter Strehmel
Ministerpräsident Torsten Albig hatte sich ursprünglich für Kassler angemeldet, entschied sich dann aber doch noch für ein Eisbein. Bad Segebergs Wehrführer Mark Zielinski war mit der Wahl offensichtlich einverstanden. Quelle: Peter J. Strehmel
Bad Segeberg

Welche Bedeutung die traditionelle Großveranstaltung in der Kreisstadt auch landesweit genießt, zeigte der Besuch von Schleswig-Holsteins Ministerpräsidenten Torsten Albig. Auch dessen Vorgänger Peter Harry Carstensen aß hier schon mit. Sozialdemokrat Albig hatte sich ursprünglich zwar für Kassler angemeldet, wie Oliver Schulz als Moderator des Programms der Gesangs- und Kabarettgruppe verriet, doch als etliche Augen und Kameras beim Auftragen der deftigen Mahlzeit auf den Regierungschef gerichtet waren, entschied der sich kurzfristig um und ließ sich dann doch ein Eisbein auftischen.

 Es sei für ihn eine „Freude und große Ehre“, dankte Albig in seiner Rede für die Einladung und lobte die seit 86 Jahren bestehende Tradition des Eisbeinessens: „Wahrscheinlich das größte gesellschaftliche Feuerwehr-Ereignis in unserem Lande.“ Er beantragte außerdem, förderndes Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr sein zu dürfen. Ein Formular hatte Bad Segebergs Wehrführer Mark Zielinski natürlich zur Hand: „Und er hat auch unterschrieben.“

 In Schleswig-Holstein seien etwa 55000 Feuerwehrleute in rund 1500 Gemeindewehren aktiv, unterstrich Albig die gesellschaftliche Bedeutung der Freiwilligen Feuerwehren. In den Jugendwehren, in denen mittlerweile auch viele Mädchen mitwirken, werde der Grundstein dafür gelegt. Im Gegensatz zum kurzen Ruhm in Castingshows zähle hier der langfristige Gedanke, betonte Albig. Der Umgang mit denjenigen Menschen, die sich in ihrer Freizeit für andere einsetzen, zeichne eine Gesellschaft aus, meinte Albig. Er forderte, dass junge Leute, die sich in der Freiwilligen Feuerwehr engagieren, bei der Vergabe von Ausbildungsplätzen bevorzugt und damit ihrem manchmal lebensgefährlichen Engagement Rechnung getragen werde.

 In seiner Rede nahm der Ministerpräsident auch aktuelle Themen auf: Er habe einen Fan-Club für die A20 gegründet, scherzte Albig. Denn Bad Segebergs Bürgervorsteherin Ingrid Altner hatte ihre Lobrede auf ihre Freiwillige Feuerwehr die Forderung nach einem zügigen Weiterbau der Autobahn eingebunden, damit die leidigen Dauerstaus auf der B206 aufhören und die Feuerwehr, deren Spritzenhaus direkt an der Bundesstraße steht, bei der Ausfahrt nicht mehr behindert wird. Er kenne das Problem in Bad Segeberg schon von seinen häufigen Fahrten nach Berlin, räumte Albig ein. Doch die zur Zeit noch laufenden Abstimmungen zur A20 gehörten nun einmal zu einem demokratischen Entscheidungsprozess.

 Besonders lobte Festredner Albig den engagierten Wortbeitrag Zielinskis, der sich gegen einen Trend gewehrt hatte, alles in Bad Segeberg schlecht zu reden. „Das war die Rede eines Menschen aus unserem Lande, der seine Gemeinde liebt. Damit hätte er heute die Marketingabteilung Bad Segebergs führen können“, meinte Albig. So hatte Zielinski betont, dass Bad Segeberg nicht nur aus den drei großen „K“ - Kliniken, Kraft und Karl May - bestehe, sondern mehr zu bieten habe. Als Beispiele nannte er unter anderem Peter Maffay, der das Kalkbergstadion liebevoll sein „Wohnzimmer“ nennt, die SZ-Aktion „Bad Segeberg bewegt“, das Entenrennen des Kiwanis-Clubs, das Kindervogelschießen, das Public Viewing bei den Fußball-Europa- und Weltmeisterschaften, zu dem Besucher aus einem weiten Umkreis kommen, und das weltweit anerkannte Fledermausforschungszentrum Noctalis. Besondere Erfolge im sozialen Bereich seien die Segeberger Tafel und die Praxis ohne Grenzen, die mittlerweile als Idee immer weitere Verbreitung findet – Zielinski: „Es lohnt sich, für diese Stadt zu kämpfen!“