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Segeberg Alle Dörfer 2014 am Glasfasernetz
Lokales Segeberg Alle Dörfer 2014 am Glasfasernetz
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05:58 07.05.2013
Von Uwe Straehler-Pohl
Fred Freyermuth hatte einige Glasfaserkabel mitgebracht, um den Zuhörern einen Eindruck von der leistungsfähigen Übertragungstechnik zu vermitteln.
Föhrden-Barl

Vor knapp vier Jahren hatten das Amt Bad Bramstedt-Land beschlossen, dass alle 14 Gemeinden Zugang zum schnellen Internet bekommen sollen. Neun Dörfer haben sich an das Breitbandnetz der Stadtwerke Neumünster anschließen lassen. Die restlichen fünf, das sind Heidmoor, Weddelbrook, Mönkloh, Hitzhusen sowie Föhrden-Barl, sollen ein Glasfasernetz der Stadtwerke Barmstedt erhalten. Teilweise haben sie es auch schon.

 Für die Neumünsteraner waren diese Orte wirtschaftlich nicht attraktiv. Anders für die Barmstedter: Sie haben eine Hauptleitung zu einem Knotenpunkt eines überregionalen Netzbetreibers nach Hitzhusen verlegt. Die Barmstedter kamen sozusagen an der Haustür möglicher Nutzer vorbei, sodass sich auch der Anschluss kleiner Dörfer wie Mönkloh und Heidmoor noch lohnt.

 Fred Freyermuth, Geschäftsführer der Barmstedter Stadtwerke, verdeutlichte bei einer Einwohnerversammlung noch einmal den Vorteil, warum sein Unternehmen, das mit Gas, Wasser, Strom und Glasfasernetz rund 40 Millionen Euro im Jahr umsetzt, den Kunden preisliche Vorteile bieten kann. „Wir sind keine Aktiengesellschaft, die den Aktionären hohe Dividenden ausschütten muss.“, so Freyermuth. So kostet der reine Anschluss, wenn gleichzeitig ein Nutzungsvertrag abgeschlossen wird, 99 Euro. Ein sogenannter Vorratsanschluss, für den später ein Nutzungsvertrag geschlossen werden kann, kostet 240 Euro. Wird der Anschluss später verlegt, beispielsweise bei Lückenbebauung, werden 990 Euro Anschlussgebühren fällig.

 Obwohl auch Telefon und Fernsehen über das Glasfasernetz betrieben werden können, ist laut Freyermuth für viele Interessenten die schnelle Internetverbindung der Ausschlag, sich der neuen Technik zu bedienen. Dadurch, dass jedem einzelnen Kunden eine eigene Glasfaser zum Transfer der Daten zur Verfügung steht, kann es keinen Stau auf der Datenautobahn geben, wie beispielsweise bei der DSL-Technik, bei der das Kupfertelefonkabel von mehreren gleichzeitig genutzt wird. Je nachdem, was der Neukunde bucht, sind Download-Leistungen zwischen 16 und 50 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) möglich. Zum Vergleich: DSL wird zurzeit mit Geschwindigkeiten von bis zu 24 Mbit/s angeboten. Nicht nur für Privatkunden sind die Glasfasern interessant, auch für die örtliche Wirtschaft, für die zulange Übertragungsraten einen erheblichen wirtschaftlichen Nachteil bedeuten können. „Die Nachfrage und Nutzungsintensität bestätigt uns, dass sich für die Gemeinden ein schneller Internetzugang vom Luxusartikel zur Daseinsvorsorge entwickelt hat“, berichtete Freyermuth. Sowohl für die Schaffung von Wohnraum als auch Gewerbestandorte sei der schnelle Datenaustausch unentbehrlich. Auch Landwirte, Reitställe oder Pensionen hätten den Vorteil des schnellen Internets für das Anbieten ihrer Waren und Dienstleistungen längst entdeckt.

 Die Arbeiten in Heidmoor sind inzwischen komplett abgeschlossen. 76 von 90 möglichen Haushalten nutzen dort das Angebot. In Weddelbrook sind bereits 148 von 329 möglichen Haushalten am Netz. „Es kommen aber noch täglich weitere hinzu, die Arbeiten dort sind ja noch nicht abgeschlossen“, erklärte Freyermuth.

 In Mönkloh wurde mit den Tiefbauarbeiten begonnen, hier haben sich bisher 82 der 97 Haushalte für die Glasfasertechnik entschieden. In Föhrden-Barl kommen 94 Haushalte infrage, in Hitzhusen 459. In beiden Orten liegen allerdings noch keine Zahlen von Interessenten vor, da die Bauarbeiten gerade erst anlaufen. Die Stadtwerke Barmstedt werden bis Ende 2014 rund 1,6 Millionen Euro im Amt Bad Bramstedt-Land investieren.

 Fred Freyermuth ist optimistisch, dass die Gemeinden im Amt Bad Bramstedt-Land nicht die letzten im Kreis Segeberg sein werden, die mit dem Glasfasernetz aus Barmstedt versorgt werden. „Wir sind mit der Nachfrage sehr zufrieden, sodass wir auch im Kreis Segeberg weitere Bereiche erschließen werden“, sagte der Geschäftsführer.