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Segeberg Bauleitplanung hat gut zu tun
Lokales Segeberg Bauleitplanung hat gut zu tun
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21:50 12.11.2019
Dicke Akten stapeln sich auf dem Schreibtisch von Ute Scheunemann im Amt Bad Bramstedt-Land. Viele Gemeinden wollen noch bis Jahresfrist Bebauungspläne aufstellen. Quelle: Gesa Abel
Bad Bramstedt

Nach dem beschleunigten Verfahren dürfen die Kommunen noch in die Fläche wachsen und das mit einem abgespeckten Bebauungsplanverfahren. Viele Gemeindevertretungen wollen diese Möglichkeit noch nutzen.

„Es ist sehr viel Bewegung in den 14 Gemeinden des Amtes“, stellt Ute Scheunemann fest, die als Verwaltungsfachwirtin die Bauleitplanung maßgeblich bearbeitet. „Der Siedlungsdruck ist unheimlich groß. Der Hamburger Speckgürtel reicht im Grunde genommen bis Armstedt und Hasenkrug“, stellt sie fest. Das beschleunigte Verfahren biete den Kommunen jetzt noch die Möglichkeit, die Ausweisung von Baugrundstücken anzupacken.

Weddelbrook stellt B-Plan auf

Diese Chance hat auch Weddelbrook in der vergangenen Woche genutzt. Die Gemeindevertreter haben den förmlichen Beschluss gefasst, im Bereich Heidmoorer Straße/ Ob de Braak einen B-Plan aufzustellen. „Wir wollten uns damit fristgemäß die Möglichkeit der Bebaubarkeit sichern“, erklärt Bürgermeister Stefan Gärtner. „Weiteres kann ich derzeit nicht sagen. Auf der Februar-Sitzung der Gemeindevertretung werden dann Nägel mit Köpfen gemacht“. 

Große Pläne in Hitzhusen

Große Pläne hat die Gemeinde Hitzhusen. Hier läuft das Verfahren für das neue Baugebiet im Bereich Weddelbrooker Damm/Brookhorn. Es sollen circa 30 Grundstücke ausgewiesen werden, darunter drei für Mehrfamilienhäuser mit bis zu fünf Wohneinheiten. „Dort wollen wir gerne junges und altengerechtes Wohnen ermöglichen“, erklärt der stellvertretende Bürgermeister Dirk Mewes. Nun geht es auch noch darum, nach welchen Richtlinien die Bauplätze an Interessenten vergeben werden. Dazu tagt der Gemeinderat am 20. November in nicht-öffentlicher Sitzung. „Das wird durchaus kontrovers diskutiert“, so Mewes. Im Herbst 2020, so schätzt Mewes, könnten die Bauplätze dann in den Verkauf gehen. 

16 neue Bauplätze in Armstedt

In Armstedt hatte man bereits im Mai entsprechende Weichen für ein Neubaugebiet gestellt. 16 Bauplätze mit circa je 800 Quadratmetern sollen sich nach dem Wunsch der Gemeinde am südlichen Ende der Dorfstraße rechter und linker Hand anschließen. „Diese Planung ist auf die Zukunft angelegt, um junge Leute im Ort zu halten, die sich in Feuerwehr und Verein engagieren“, berichtet Bürgermeisterin Maren Horstmann. Acht Interessenten gäbe es schon. 

Eine der ersten Gemeinden, die das beschleunigte Verfahren angeschoben haben, war Bimöhlen. An der Ecke Dorfstraße/Ecke Steenkamp und im Steenkamp selbst sollen bald 15 Bauplätze entstehen. Die Nachfrage sei groß, berichtet Hartmut Opitz, zweiter stellvertretender Bürgermeister. 

Großenaspe: Nachfrage übersteigt Angebot

Sogar 45 Interessenten für die 17 neuen Grundstücke in der Straße Am Eidring in Großenaspe hat Bernd Konrad, Bauausschuss-Vorsitzender, auf seiner Liste. „Jetzt laufen Ausschreibungen und Vermessung, das wird sich aber noch bis ins Frühjahr 2020 ziehen“, sagft er.

In Föhrden-Barl gibt es ebenfalls Interesse. In der Straße Schurenbrook könnten möglicherweise vier bis fünf Baugrundstücke entstehen. „Wir verhandeln noch mit dem Eigentümer“, sagt Bürgermeister Hans Jochen Hasselmann.

Zurückhaltung in Heidmoor und Mönkloh

Bislang nur zurückhaltend äußert sich Bürgermeister Karl Menken über neue Baugrundstücke. Er bestätigt aber, dass man auch in Heidmoor plane, einige Grundstücke für junge Bürger auszuweisen. Auch in Mönkloh sei man derzeit dabei, die Möglichkeiten der Ausweisung von Bauland zu prüfen, berichtet Bürgermeisterin Eike Meewis, weitere Aussagen könnten nicht gemacht werden. „Es ist noch nichts spruchreif“ , heißt es auch von Bürgermeister Bernd Aszmoneit aus Hasenkrug, sowohl der Wille der Gemeinde, Baugrundstücke zu schaffen als auch die Nachfrage sei vorhanden. Diese Dörfer haben alle noch in den nächsten Wochen eine Gemeindevertretersitzung terminiert.

Einige Gemeinden wollen nicht wachsen

Das beschleunigte Verfahren ist aber nicht für alle Gemeinden in Amt interessant: In Hardebek sind gerade fünf gemeindeeigene Grundstücke verkauft worden. „Die Gemeinde hat nichts weiter in Planung“, sagt Bürgermeister Wolfgang Wilczek. Auch Borstel habe derzeit keine Absichten, einen Neubaugebiet zu planen, so Bürgermeister Ulrich Badde. Dagegen würde die Gemeinde Fuhlendorf gerne Bauplätze ausweisen. „Wir haben aber derzeit keine Möglichkeiten. Unsere Pläne kollidieren mit denen der Landesplanung“, bedauert Bürgermeister Jürgen Schümann. Auch in Hagen erhält Bürgermeister Kay Holm zwar regelmäßig Anfragen nach Baugrundstücken. „Unsere Möglichkeiten sind momentan eingeschränkt.“ 

Das gilt auch für Wiemersdorf. „Bauplätze schaffen – das ist und bleibt ein Thema für uns“, sagt Bürgermeister Gerd Sick. Bevor neue Bürger zuziehen, müsse die Gemeinde aber erst die Kapazitäten der Klärteiche erweitern.

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Von Gesa Abel

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