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Segeberg Arved Fuchs diskutiert auch mit
Lokales Segeberg Arved Fuchs diskutiert auch mit
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08:00 27.11.2014
Von Uwe Straehler-Pohl
Benedicta Matthiessen (von links), Gerd Andresen und Tochter Britta, Fred Bartuleit sowie Heike Gorgiev wollen ein Zeichen gegen Fracking setzen.
Bad Bramstedt

Motor der Regionalgruppe Bad Bramstedt sind Gerd Andresen und dessen Tochter Britta sowie Heike Gorgiev aus Bad Bramstedt, die die Bürgerinitiative mitgegründet hat. Nach einem ersten Treffen im kleinen Kreis folgten der Einladung für die zweite Veranstaltung am Montagabend 20 Interessierte aus der näheren Umgebung, aber auch aus Neumünster und Latendorf. Gerd Andresen ist auch im Kirchenvorstand der evangelischen Kirchengemeinde engagiert, der nach seinen Worten bereits beschlossen hat, den Firmen, die seismologische und geophysikalische Untersuchungen vornehmenwollen, den Zutritt zu den Kirchengrundstücken zu verbieten.

 Die erste geplante Aktion der Initiative im neuen Jahr ist eine Podiumsdikussion am Mittwoch, 21. Januar, um 19 Uhr im Schloss. „Wir wollen uns die verschiedenen Meinungen anhören und dabei sachlich und fair bleiben“, betont Gerd Andresen. Ganz besonders freut sich die Gruppe darüber, dass Abenteurer und Expeditionsleiter Arved Fuchs, der für sein Engagement für den Klimaschutz bekannt ist, für diesen Abend seine Zusage gegeben hat. Auch Bad Bramstedts Bürgermeister Hans-Jürgen Kütbach wird dabei sein. Außerdem hoffen die Organisatoren auf eine rege Anteilnahme seitens der Bürger.

 Um auf den Diskussionsabend gesondert aufmerksam zu machen, startet die Gruppe am Sonnabend, 17. Januar, eine Aktion auf dem Wochenmarkt. Es werden gelbe Stühle mit Schildern verschenkt, auf denen steht: „Kein Platz für seismische Untersuchungen“. „Wir hoffen, dass sich möglichst viele Leute diesen auffallenden Stuhl als Signal in den Garten oder an die Straße stellen“, sagte Gruppenmitglied Fred Bartuleit. Der Latendorfer hatte die Idee aus Holland mitgebracht.

 Die Firma PRD Energy hat von dem für Schleswig-Holstein zuständigen Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie in Clausthal-Zellerfeld die Genehmigung erhalten, zunächst erst einmal nach Rohstoffen zu suchen - und zwar in einem sogenannten Erlaubnisgebiet, das von Plön bis Bad Bramstedt reicht.

 Mit dem umstrittenen Fracking-Verfahren könnten Erdgaslagerstätten, so sie denn gefunden werden, erschlossen werden. Dabei wird Gestein im Untergrund mit hohem Druck und unter Nutzung von Chemikalien aufgebrochen. Die Befürchtung der Gegner dieses Vorgehens ist, das Grundwasser dadurch verschmutzt ist. Im Bereich Bad Bramstedt soll kein Erdgas gefördert werden, wofür das Fracking angewandt würde. Stattdessen soll erkundet werden, inwieweit es sich lohnt, Restbestände aus ehemaligen Ölfeldern, die seit den 1950er Jahren ausgebeutet wurden, im Bereich Bad Bramstedt und in der Boostedter Region zu fördern.

 35 ehemalige Bohrlöcher sind im Bad Bramstedter Bereich vorhanden, in der Umgebung von Boostedt sind es 60. Doch auch die Förderung von Öl birgt nach Auffassung von Experten Gefahren. Grundsätzlich könne auch bei Ölbohrungen Fracking angewandt werden, hatte der Geologe Dr. Reinhard Knof beim Gründungsteffen der Bürgerinitiative in Brande-Hörnerkirchen erklärt. Außerdem könnten Bohrungen unter erheblichem Druck zu Veränderungen im Untergrund führen, hatte er gewarnt. Es sei auch nicht absehbar, ob alte mit Beton gefüllte Bohrlöcher diesem Druck standhielten und nicht ungewollt Öl austrete.

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