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Segeberg Anwohner fordern Tempo 30 zurück
Lokales Segeberg Anwohner fordern Tempo 30 zurück
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16:25 31.01.2020
Von Gudrun Ehlers
Tanja Wille, Lena, Jandra und Sonja Hoppe haben Angst um Reiter und Pferde, wenn auf der Straße vor dem Reiterhof künftig mit Tempo 100 gefahren werden darf. Quelle: Gudrun Ehlers
Kisdorferwohld

„Das kommt einem wie ein Schildbürgerstreich vor“, findet Erik Herklotz. Er, seine Nachbarn und viele andere Anwohner haben gemeinsam eine Bürgerinitiative gegründet, weil sie Tempo 30 für ihre Straße zurück haben wollen. Zusammen haben sie jetzt Widerspruch beim Kreis Segeberg gegen die erteilte Anordnung eingelegt und sich einen Anwalt genommen.

Bürgermeister Stolze hat Verständnis

Neben den Anwohnern haben sich auch noch viele andere Bürger aus Kisdorfer mit ihnen solidarisiert; alle trafen sich im Ellernbrook, um auf die Situation aufmerksam zu machen. Mit dabei war auch Bürgermeister Wolfgang Stolze, der für die Anwohner Verständnis zeigt, allerdings darauf hinwies, dass er als Bürgermeister vom Kreis Segeberg erteilte Anordnungen umsetzen müsse.

"Echte Kerle rasen nicht!"

Zusammen kamen um die 100 Leute. Sie schwenkten kleine Tempo-30-Schilder und präsentierten selbst entworfene Banner mit unterschiedlichen Motiven – alle mit der Bitte, in der Straße freiwillig nur 30 zu fahren. Die Banner säumen den gesamten Ellernbrook. Slogans wie „Kind und Pferd, das ist 30 km/h wert!“ oder „Rast Du auch vor Deiner Haustür?“ und „Echte Kerle rasen nicht!“, machten deutlich, wie ernst es den Anwohnern mit dem Tempolimit ist.

Schlafende Hunde geweckt

Dabei hätte alles so friedlich und bei den alten Schildern bleiben können, wenn es nicht einen Antrag von einem Anwohner an den Ausschuss für Verkehr und Umweltschutz der Gemeinde Kisdorf gegeben hätte. Er forderte, dass die Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h den ganzen Ellernbrook bis hin zur Segeberger Straße ausgeweitet werden könnte. Was der Anwohner nicht ahnen konnte: Mit seinem Antrag wurden „schlafende Hunde“ geweckt. Der Kreis überprüfte die Straße und schätze sie neu ein. Die bisherige Geschwindigkeitsreduzierung von 30 km/h wurde als nicht nachvollziehbar abgelehnt.

Kein Handlungsbedarf am Ellernbrook

„Irgendwann vor 40 Jahren wurden die 30er-Schilder aufgestellt. Wer das einmal genehmigt hat, war nicht mehr herauszufinden. Die Schilder wurden somit aus Sicht der Behörde illegal aufgestellt und nach Sichtung der Begebenheiten wurde jetzt ganz anders entschieden”, erzählte Erik Herklotz. Grund sei die nur lose Bebauung an der Straße; Unfälle, Verkehrsbehinderungen und Gefährdungen seien aus polizeilicher Sicht nicht bekannt, es bestehe also kein zwingender verkehrsrechtlicher Handlungsbedarf. „Dass es hier noch nie einen Unfall gab, kann doch kein Grund sein, das Tempo anzuheben. Wahrscheinlich ist deshalb noch nichts passiert, weil hier bisher 30 gefahren wurde. Muss denn erst ein Unglück geschehen, damit die Entscheidung wieder rückgängig gemacht wird?”, fragt Herklotz stellvertretend für viele Anwohner.

Pferd und Reiter überqueren die Straße

Viele Familien mit Kindern wohnen am Ellernbrook, von dort geht ein Weg auf den Spielplatz und die Festwiese ab. Die Reitschule von Sonja Hoppe im weiteren Verlauf der Straße wird von vielen Kindern besucht. Pferd und Reiter überqueren häufig die Straße. Weiter oben an der Straße wohnt Alexandra Grage. Sie ist blind und bei ihren täglichen Spaziergängen von Autofahrern, die hier schnell unterwegs sind, gefährdet. „Wenn es windig ist, kann ich die Autos nicht gut hören und dann auch nicht reagieren, die Autofahrer wissen ja nicht, dass ich blind bin”, sagt sie.

Navi führt die Autofahrer durch die Nebenstraße

„Seit die Fahrer mit dem Navigationsgerät fahren, werden sie häufig über den Ellernbrook geleitet, er ist eine Abkürzung nach Wakendorf II”, erzählt Bernhard Steenbuck vom Ellernbrooker Hof. Er sieht häufiger Autos mit Kennzeichen, die nicht aus dem Kreis Segeberg kommen und auf die schmale, teilweise kurvige und uneinsichtige Straße geleitet werden, die man in einem Abschnitt jetzt mit Tempo 100 befahren darf. „Viel zu gefährlich, auch für die Autofahrer”, findet er. „Wir warten jetzt mal ab, was wir mit unserem Widerspruch erreichen. Aber wir bleiben dran, wir wollen eine Geschwindigkeitsreduzierung den gesamten Ellernbrook entlang”, sagt Herklotz.

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