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Segeberg Fällt der Parkplatz Gieschenhagen weg?
Lokales Segeberg Fällt der Parkplatz Gieschenhagen weg?
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20:04 04.12.2019
Von Michael Stamp
Vom jetzigen Parkplatz Gieschenhagen soll nur die Fahrbahn von der Bahnhofstraße zur Straße Gieschenhagenerhalten bleiben. Alle links gelegenen Parkflächen sollen bebaut werden. Diese Planung istin der Bad Segeberger Kommunalpolitik jedoch kein Selbstgänger. Quelle: Michael Stamp
Bad Segeberg

Das Projekt gilt als hochgradig geheime Verschlusssache. Am Dienstag berieten die Fraktionen über das Vorhaben, das die Specht-Gruppe aus Bremen im Sitzungssaal des WortOrt-Gebäudes vorgestellt hatte. Das Unternehmen hat nichts mit der in Bad Segeberg ansässigen Baufirma Johannes Specht zu tun.

200 Autos passen auf den Parkplatz

Der Parkplatz liegt zwischen der Bahnhofstraße und der Straße Gieschenhagen neben vier großen Einzelhandelsgeschäften: Kaufland, Edeka, Penny und Fressnapf. Das Gelände bietet Platz für etwa 200 Autos. Auch Besucher des angrenzenden Kinos CinePlanet5 und des Kneipenrestaurants Klackermatsch stellen ihre Fahrzeuge dort ab. 

Im Ausschuss waren nun Specht-Geschäftsführer Mike Hemmerich und Architekt Ulrich Salzmann zu Gast. Sie präsentierten ihr Millionenprojekt. Mit Unternehmer Rolf Hamann, dem das Ex-Telekom-Areal unterhalb des Fernsehturms gehört, sind sie sich nach Informationen der Segeberger Zeitung bereits handelseinig. Den Parkplatz Gieschenhagen allerdings müsste die Stadt Bad Segeberg verkaufen – und die Kommunalpolitik gibt sich noch äußerst skeptisch.

Specht-Gruppe aus Bremen ist auf Pflegeheime spezialisiert

Hintergrund ist, dass vor allem die Auswirkungen auf den ruhenden Verkehr nicht abzuschätzen sind. Nur die Verbindungsstraße von der Kaufland-Zufahrt an der Bahnhofstraße zur Straße Gieschenhagen soll laut Plan erhalten bleiben. Sämtliche Parkflächen links daneben fallen weg. Die rechts gelegenen Stellplätze vor den Einkaufsmärkten werden hingegen nicht angetastet.

Die Specht-Gruppe, die sich laut eigener Website seit 1988 „auf die Planung, die Realisierung und den Vertrieb von Pflegeimmobilien spezialisiert“, will unmittelbar neben dem Kino eine Anlage mit 30 Betreuten Wohnungen errichten. Rund 500 Seniorenwohnungen in Bremen und Niedersachsen gehören der Firma bereits. Gründer und geschäftsführender Gesellschafter ist Rolf Specht. Er wurde 2010 als Bremer Unternehmer des Jahres ausgezeichnet. 

Rechts neben den geplanten Wohnungen auf dem Parkplatz Gieschenhagen soll ein Pflegeheim mit rund 100 Betten entstehen. Vor den Gebäuden sind knapp 20 Parkplätze vorgesehen, doch sie dürften Besuchern und Nutzern der neuen Einrichtungen vorbehalten sein.

Parkpalette und Hotel auf früheren Telekom-Gelände

Um den Verlust der Parkplätze aufzufangen, soll eine zwei- oder dreistöckige Parkpalette unterhalb des Fernsehturms entstehen. Sie umfasst in einer Visualisierung etwa 150 Stellplätze und wäre deutlich ungünstiger gelegen als die jetzige Parkfläche. Ob das Parken dort etwas kosten soll, wurde in der von Bauausschussvorsitzendem Wolfgang Tödt (BBS) geleiteten Sitzung nicht abschließend geklärt.

Neben der neuen Parkpalette soll zudem ein Hotel mit ungefähr 70 Betten gebaut werden – direkt an der B206. Für das Hotel sind rund 30 weitere Stellplätze vorgesehen. 

Verschärfen die Pläne die Parkprobleme in Bad Segeberg?

Die Kommunalpolitiker werden vor allem von der Frage umtrieben, inwieweit eine Bebauung des Parkplatzes Gieschenhagen die ohnehin angespannte Parksituation in Bad Segeberg verschärfen könnte – sowohl bei Kunden und Mitarbeitern der örtlichen Unternehmen als auch im Sommer bei den Besuchern der Karl-May-Spiele. Die Kalkberg GmbH bietet zwar vier große und darüber hinaus kostenlos nutzbare Parkplätze für ihre Zuschauer, aber viele stellen ihr Fahrzeug auch auf dem Parkplatz Gieschenhagen ab. Von dort ist man innerhalb weniger Minuten zu Fuß am Kalkberg – und es gilt eine dreistündige Parkscheiben-Regelung. Sollte die neue Parkpalette mit Gebühren verbunden sein, dürfte darunter die Akzeptanz ganz erheblich leiden; und für Supermarkt-Kunden, die ihre Einkäufe zum Auto schleppen, eignet sich dieser Standort jenseits einer befahrenen Straße generell nicht.

Thema fliegt wohl von der Tagesordnung

Nach SZ-Informationen wurde der Investor aufgefordert, nähere Details zu seinen Ideen vorzustellen. Von der Tagesordnung der nächsten Stadtvertretersitzung am Dienstag, 10. Dezember, ab 18.30 Uhr im Rathaus wird das Thema vermutlich gestrichen.

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